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Böden im Kraichgau
Bodenprofil Kolluvium
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Bild: Bodenprofil  Kolluvium
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Kolluvium aus holozänen Abschwemmmassen ist ein:

  • schluffig-lehmiger
  • steinarmer
  • tiefgründiger
  • mittel durchwurzelbarer
  • sehr gut wasserspeichernder
  • mittel bis gut durchlüfteter
  • nährstoffreicher Boden
  • Das Kolluvium ist ein weit verbreiteter, häufiger Boden in Bereichen landwirtschaftlicher Nutzung. Besonders häufig sind Kollivien in ackerbaulich genutzten Lößlandschaften (z.B. Kraichgau). Das Profil wurde bei der Ortslage Dühren, westlich von Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) aufgenommen.

    Kraichgau:
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    Kraichgau - typische Böden

    Bild: Bodenprofil RP 19
    Pararendzina aus würmeiszeitlichen Löß
    (© LUBW, Autor: RP Ka)

    Der Pararendzina aus würmeiszeitlich Löß ist ein:

    • lehmig-toniger
    • steinarmer
    • mittel bis tiefgründiger
    • gut durchwurzelbarer
    • gut Wasser speichernder
    • sehr gut durchlüfteter
    • nährstoffreicher Boden

    Löß (auch Löss) ist ein durch den Wind abgelagertes Gestein, das aus der Zerstörung anderer Gesteine hervorgegangen ist.  Dieser Bodentyp verfügt über hervorragende Filter- und Puffereigenschaften. Das Bodenprofil wurde nordöstlich der Kraichgaugemeinde Zaisenhausen (Ldkr. Karlsruhe) aufgenommen. 

    Lößböden sind im Kraichgau bekanntlich am weitesten verbreitet. Es handelt sich meist um tiefgründige, lehmige Parabraunerden, die bevorzugt unter Wald verbreitet sind, oder um schluffreiche Pararendzinen, die infolge von Erosion entstanden sind und oft in Kuppenlage oder an steileren Hängen auftreten. Die Erosion ist dabei weitgehend durch die intensive und seit vielen Jahunderten anhaltende menschliche Nutzung bedingt. Das erodierte Material sammelte sich in den Hohlformen des Geländes als Kolluvium.

    Sofern der Muschelkalk ohne Lößdecke ansteht, finden sich feinsandige bis tonig-lehmige, steinige Rendzinen und Kalkbraunerden. Sie sind für den Ackerbau wenig, in Hanglagen jedoch sehr gut für den Rebbau geeignet.

    Auf den Keupermergeln entwickelten sich besonders schwere, aber kalkreiche Böden, meist tonig-lehmige Parabraunerden und Pelosole, die in Hanglagen und bei günstiger Exposition ebenfalls als Rebstandorte genutzt werden. In den Flussauen und Bachtälern finden sich Auenböden und Gleye.

    Aufgrund zahlreicher Überflutungsszenarien, insbesondere in den letzten Jahren, kommt der Sicherung der Retentionsfunktion der Oberböden insbesondere in den Auenbereichen und im Einzugsgebiet größerer Fließgewässer (z.B. Elsenz, Kraichbach, Leimbach) besondere Bedeutung zu. In diesen Bereichen ist die Flächeninanspruchnahme durch Siedlungen und sonstiger Bodenversiegelung zu minimieren. In den unmittelbaren Wechselwirkungszonen zwischen Böden und Fließgewässern ist eine landwirtschaftliche Bodennutzung mit geringer Austragsgefährdung (Grünland oder Auwald) anzustreben. Auch der Schutz und die Pflege der noch bestehenden, landschaftstypischen Lösshohlwege ist eine weitere, wichtige Aufgabe des Bodenschutzes.