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Kraichgau
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Geologische Aufschlüsse im Kraichgau
Basaltgang bei Neckarbischofsheim (Rhein-Neckar-Kreis)
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Bild: Basaltgang bei Neckarbischofsheim
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Aufschluss eines Gangs von Nephelinbasalt tertiären Alters, der hier den anstehenden Unteren Muschelkalk durchschlagen hat. Das eruptive Ganggestein hat einen Durchmesser von ca. 1,5 m.

 

Kraichgau:
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Geologie des Kraichgaus

 
Bild: Steinbruch Kallenberg
Aufgelassener Muschelkalksteinbruch Kallenberg (Rhein-Neckar-Kreis)
(© M. Linnenbach)

Der Steinbruch Kallenberg (Oberer Muschelkalk), nördlich von Eschelbronn (Rhein-Neckar-Kreis). Der Abbau begann 1861 und endete 1978. Das strukturreiche Gelände mit seinen verkarsteten Felsflächen ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Seit 1989 Naturschutzgebiet.

 
Bild: Aufschluss am Horn, Oberderdingen
Derdinger Horn (Ldkr. Karlsruhe)
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Südlich von Oberderdingen am Weg zum Wanderparkplatz am Horn oberhalb der Weinberge gibt ein bedeutendes geologisches Fenster Einblicke in den Aufbau von Stromberg und Heuchelberg. Am Aufschluss befinden zwei Hinweistafeln mit weitergehenden Erklärungen zur Entstehung und Zeitalter der aufgeschlossenen Schichten.

Aufgeschlossen ist eine Schichtfolge des Mittleren Keupers, die vor ca. 200 Millionen Jahren entstanden ist. Im unteren Bereich des Aufschlusses ist der sog. Gipskeuper mit grauen, grünen und roten Ton- und Mergelschichten sichtbar. Diese Schichten bilden auch den Untergrund der umliegenden Weinberge. Es handelt sich um eine Wechselfolge von Meeresablagerungen mit durch den Wind eingewehten rötlichen Schichten.

 

Der Untergrund des Kraichgaus besteht aus Gesteinen des Oberen Muschelkalks, Lettenkeupers und Gipskeupers und wird meist von Löß und Lößlehm bedeckt. Die morphologisch ausgleichende Wirkung der oft mächtigen Lößbedeckung äußert sich in einem sanftwelligen Hügelland mit Höhen um 200–300 m. Der Ausstrich von Unterem und Mittlerem Muschelkalk ist auf die nördlichen und südlichen Randbereiche begrenzt und verhältnismäßig schmal.

Entlang von tektonischen Abbrüchen wird der Kraichgau nach Westen hin staffelförmig tiefer versetzt. Diese Randschollen, noch außerhalb des eigentlichen Oberrheingrabens gelegen, enthalten jüngere Schichtglieder. Im Gebiet um den Eichelberg, bei Weiler, Sinsheim, Odenheim und Eichtersheim tritt auch Mittlerer Keuper auf, der den bekannten Schilfsandstein enthält.

Am Nordwestlichen Rand sind Lias- und Doggerschichten über den Keuperschichten erhalten geblieben. Pfinz, Saalbach, Kraichbach und Angelbach liegen im Einzugsgebiet des Rheins; Elsenz, Leimbach und Böllinger Bach im Einzugsgebiet des Neckars. So finden sich in einer tiefen Scholle der Langenbrücker Senke zwischen Bruchsal und Langenbrücken, am Rand zum Graben, noch jüngere Schichten des Oberem Keuper bis hin zum Schwarzen Jura, dem sog. Posidonien-Schiefer.

Wie der Katzenbuckel an der Südostabdachung des Odenwaldes, so ist auch der 333 m hohe Steinsberg südlich von Sinsheim, ein durch Abtragung herausmodellierte Stumpf eines Vulkanschlots. Nach radiometrischer Altersbestimmung war dieser Vulkan ebenfalls im Paläozän aktiv; sein Alter wird auf ca. 55 Millionen Jahre geschätzt. Weitere vulkanische Zeugnisse im Kraichgau finden sich bei Neckarbischofsheim (Rhein-Neckar-Kreis).