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Bodenlandschaft Kraichgau
Kraichgaulandschaft bei Zuzenhausen (Rhein-Neckar-Kreis)
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Bild: Kraichgaulandschaft bei Zuzenhausen
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Kraichgaulandschaft bei Zuzenhausen, 2006. Die fruchtbaren Oberböden bestehen hier aus jungdiluvialem Lösslehm (= in der letzten Eiszeit entstandener, abgelagerter Lösslehm) .

 

Kraichgau:
Weitere Informationen
Erlebnisorte in der Nähe:
 
 

Bodenlandschaft Kraichgau, fruchtbares Hügelland

 
Bild: Ochsenbach im Kraichgau
Streuobstwiesen bei Ochsenbach (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Blick vom Daisbachbuckel auf Ochsenbach (Ortsteil der Stadt Leimen im Rhein-Neckar-Kreis) - nahezu idyllisch eingebunden in das Kraichgauer Hügelland. Die Ortschaft ist heute noch stark landwirtschaftlich geprägt.

 
Bild: NSG Apfelberg bei Östringen-Tiefenbach
Naturschutzgebiet Apfelberg bei Östringen-Tiefenbach (Aufn. September 2017)
(© M. Linnenbach)

Charakteristische Landschaft im Kraichgau, südlich von Östringen-Tiefenbach im Landkreis Karlsruhe, mit prägenden Stufenrainen, Hecken, Trockenrasen und Streuobst.

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Bild: Hohlwege
Lösshohlwege - Charakteristikum des Kraichgau
(© LGRB, LUBW, Autor: M. Schöttle)
Auf den Pfaden unserer Vorfahren - die Hohlwege im Kraichgau.
Einst waren sie wichtige Verkehrsadern für Handel und Wandel - zeitweise aber auch von militärischer Bedeutung.

Der rund 1.600 qkm große Kraichgau zählt zur übergeordneten Naturräumlichen Einheit der Gäulandschaften (Gäuplatten des Neckar- und Tauberlands). Der Kraichgau verkörpert den Typus der Gäulandschaften exemplarisch. Seine topografischen Grenzen zu den Nachbarräumen sind gut erkennbar. Im Westen trennt den Kraichgau eine Geländestufe vom Oberrheinischen Tiefland, im Osten bilden Neckar und Enz die Grenze, im Norden der Vordere Odenwald, nach Süden hin der Nordschwarzwald.

Der Name Kraichgau geht vermutlich auf das keltische Wort "Creuch" für Schlamm und Lehm zurück. Der Begriff "Gau" bezeichnet ein offenes waldfreies Gebiet, resp. Ackerland. Im Mittelalter bereits als Craichgoia tituliert und urkundlich im Lorscher Codex dokumentiert, finden wir noch viele Spuren und Hinweise für diese alte Kulturlandschaft, die teilweise bis in unsere Tage als Agrarland mit klein- bis mittelbäuerlicher Struktur erhalten geblieben ist.

Der Kraichgau zählt zu den Kornkammern Süddeutschlands. Auch Obst- und Weinanbau sind weit verbreitet. Mit 1587 Hektar oder 9,5 Prozent der Badischen Rebfläche zählt der Kraichgau zu den kleineren Weinbaugebieten Badens. Bei den Rebsorten dominiert der Müller-Thurgau mit 32,2 Prozent, gefolgt von Riesling mit 23,1 Prozent, Weißburgunder, Spätburgunder, Grauburgunder und Schwarzriesling.

Wald - natürlicherweise sind Eichen-Hainbuchenwälder zu erwarten - herrscht hauptsächlich im Bereich der Keuper- und Muschelkalkhochflächen sowie an den Schichtstufen des Keupersandsteins vor.

Der Kraichgau ist ein alter Durchgangsraum, dem größere Ballungsräume weitgehend fehlen. Er ist aufgrund des raschen Strukturwandels in der Landwirtschaft in den vergangenen 30 Jahren sowie seiner Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung im Offenland überdurchschnittlich in seiner Eigenart beeinträchtigt. Daher kommt der Sicherung und Entwicklung von Bereichen mit hoher Artenvielfalt und naturnahen Biotopen besondere Bedeutung zu. Hier sind vor allem die südlichen, westlichen und nördlichen Randgebiete zu nennen. Die Umsetzung von Arten- und Biotopschutzzielen sollte unter Berücksichtigung der Zielsetzungen zur Entwicklung des Landschaftsbildes erfolgen.