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Mergelgrube Allmersbach am Weinberg
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Mergelgrube bei Aspach
Mergelgrube bei Allmersbach am Weinberg, Zugang
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Bild: Mergelgrube2 (Rems-Murr-Kreis)
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  • Kreis: Rems-Murr-Kreis
  • Gemeinde: Allmersbach am Weinberg
  • TK25-Nummer: 7022
  • Lage: Rechtswert 3528700 - Hochwert 5429140
  • geol. Einheit: Mittlerer Keuper
  • Status: geschützt Naturdenkmal, wichtige Schichtfolge
Mergelgrube Allmersbach am Weinberg:
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Übersicht

Mergelgrube Allmersbach am Weinberg

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Mergelgrube bei Allmersbach am Weinberg (Rems-Murr-Kreis)

 
Bild: Mergelgrube 1
Mergelgrube bei Allmersbach am Weinberg (Rems-Murr-Kreis)
(© LUBW, Autor: Burgmeier, Schöttle)
 
Bild: Osmia cornuta, Kopula
Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Osmia cornuta ist eine einheimische Wildbienenart, die als eine der ersten Wildbienen an warmen Frühlingstagen zu beobachten ist. Ihre Nahrungspflanzen sind entsprechend Frühjahrsblüher wie die Blaue Szilla und der Märzenbecher. Die Biene besucht bevorzugt naturnahe Hausgärten im Siedlungsbereich.Gut zu erkennen ist die Biene an ihrem leuchtend orange-roten Hinterleib (Abdomen), der pelzartig behaart ist. Das Foto zeigt eine Kopula.

Wildbienen sind meist sehr ortstreu und bauen bevorzugt in der Nähe guter Nahrungsquellen ihre Niströhren. Die Eigenschaft kann man nützen, um den Insekten sog. Nisthilfen im Garten anzubieten.

Die Gemarkung von Allmersbach a. W. im Rems-Murr-Kreis berührt im Osten einen Teil des Keuperstufenrands der Backnanger Bucht. Im Norden wird sie von dem ansteigenden Keuperhöhen der Kreuzhalde, einem Ausläufer der Löwensteiner Berge, begrenzt. An den hier anstehehenden südexponierten Hanglagen im Gewann Greut wird großflächig Wein angebaut. Zu den wichtigsten Rebsorten gehören Trollinger, Lemberger, Spätburgunder, Riesling und Kerner.

In Nähe der Weinberge finden sich mehrere Aufschlüsse, in denen auffallend rot gefärbte Bodenprofile zutage treten. Es handelt sich dabei um die roten Tonsteine der Unteren Bunten Mergel. Die charakteristische rote Farbe ist auf das in dem Gestein vorhandene, fein verteilte, 3-wertige Eisenoxid (Fe2O3) zurückzuführen. Viele Flurnamen der Region machen auf die rote Farbe aufmerksam (z. B. "Rote Klinge" oder "Rotenberg"). Eingelagert in die roten Mergelsteine finden sich auch graugrün gefärbte Schichten. Die grünliche Färbung beruht ehenfalls auf Eisenverbindungen, die jedoch in einer niedrigeren Oxidationsstufe (reduziertes, zweiwertiges Eisen) vorliegen. Der vielfarbige optische Eindruck dieser geologischen Formation war Anlaß für die Namensgebung - Bunte Mergel.

Die in dieser Gegend mit ca. 20 bis 25 m Mächtigkeit auftretenden Schichten der Unteren Bunten Mergel wurden früher von den Weingärtnern intensiv abgebaut, um die Böden ihrer Weinberge zu verbessern. Dieser Nutzung verdankt letztendlich auch der Naturschutz die zahlreichen Aufschlüsse. Neben ihrer geologischen Bedeutung sind sie auch für die heimische Tierwelt als besondere Lebensräume wertvoll. ln den vegetationsfreien, sonnenexponierten Steilwänden haben sich Insektenarten, wie z. B. Mauerbienen angesiedelt. Als bodenbewohnende Tiere sind sie auf warm-trockene Erdaufschlüsse sowie auf die bröseligen Abwitterungshalden vor den Aufschlüssen angewiesen. Zur langfristigen Sicherung ist jedoch darauf zu achten, dass hier keine allzu starke Beschattung durch aufkommende Gehölze oder Kletterpflanzen (Efeu, Waldrebe) auftritt.

Die Mergelgrube bei Allmersbach a. W. ist als Naturdenkmal (ND) geschützt. Die Gemeinde ist Mitglied im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

Hinweis für Besucher: Besonders reizvoll ist eine Wanderung auf dem "Keuperlehrpfad Aspach". Er beginnt am Wanderparkplatz am nördlichen Ortsrand von Aspach-Rietenau in der Heiligentalstraße. 21 Info-Tafeln führen von dort durch die Themenkreise wie Land- und Waldbau, Abbau der Gesteine und Wassergewinnung. Der Lehrpfad wurde 1988 vom Staatlichen Forstamt Backnang mit Unterstützung der Gemeinde Aspach eingerichtet.

Übersicht:

1 Mergelgrube bei Allmersbach am Weinberg (Rems-Murr-Kreis)