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Heidelberger Schlossgraben
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Schlossgraben Heidelberg
Das Kurfürstliche Heidelberger Schloß
(Element 1 von 8: Bild)
Bild: Schlossruine Heidelberg
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 Vom 13. bis zum 18. Jahrhundert erlebte das Schloss als Residenz der Kurfürsten von der Pfalz eine wechselvolle Geschichte. Im Lauf der Jahrhunderte entstand durch die rege Bautätigkeit der Pfalzgrafen ein Ensemble repräsentativer Schloss- und Gartenbaukunst. Mehrere Zerstörungen, Wiederaufbau sowie ein großes Feuer 1764 prägen den Ort. Im 19. Jahrhundert regte die geschichtsträchtige Ruine die jungen Romantiker, wie Eichendorff und Brentano, an.

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Heidelberger Schlossgraben

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Geologisches Fenster im Heidelberger Schlossgraben, Geotop des Jahres 2016

 
Bild: Schlossgraben der Heidelberger Schlossruine
Geologischer Aufschluss im Schlossgraben unterhalb des Torturms
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Die Schichten des Rotliegenden zeigen leichte Neigungslinien in nordwestliche Richtung. Im Hintergrund blickt man auf die Brunnenstube des Fürstenbrunnens. Der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald zeichnete den Aufschluss im Schlossgraben als "Geotop des Jahres 2016" aus.

 
Bild: Heidelberger Schloss, Brückenhaus und Torturm
Blick auf Brückenhaus und Torturm
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Bick aus dem Schlossgraben auf das Brückenhaus (li) und den Torturm (re). Auf der linken Seite ist der Aufschluss sichtbar.

Der einst mit Wasser gefüllte, ca. 8 m  tiefe Graben der Schlossruine Heidelberg, war Teil der inneren Verteidigungs- bzw. Schutzanlagen. Der vermutlich im 13. Jh. ausgehobene Graben beherbergt ein außergewöhnliches geologisches Fenster, das eigentlich viel zu wenig Beachtung findet. Zwischen der Brunnenstube (Fürstenbrunnen) und der Eingangsbrücke ist die geologische Grenze zwischen dem Grundgebirge (Granit) und dem permischem Deckgebirge (hier: Arkosesandsteine des Rotliegenden) eindrucksvoll aufgeschlossen. Es handelt sich dabei um einen seltenen Aufschluss der frühen "permischen Landoberfläche" vor ca. 290 Mio. Jahren.

Die mächtigen Schichten des Rotliegenden über dem Granit sind in Teilen stark verwittert. Sie verlaufen leicht nach Nordwesten, in Richtung Neckar geneigt. Die Schichtungslinien wurden auch beim Tunnelbau der in ca. 400 m Entfernung verlaufenden Bergbahn festgestellt. Die Neigung ist vermutlich tektonischen Ursprungs (z. B. durch die Absenkung des Oberrheingrabens vor ca. 45 Mio. Jahren). Auch unter dem gesamten Schlosshof bedeckt das Rotliegende ca. 1 bis 2 m den Granit. Für die Errichtung größerer Gebäude z.B. den Ottheinrichsbau (erb.1556 bis 1560) wurde das Rotliegende abgeschoben und das Fundament auf Granit errichtet. Der Ostflügel des Bauwerks fußt stellenweise auf der älteren, äußeren Wehrmauer aus dem 13. Jh. Diese hat ebenfalls Kontakt zum Grundgebirge.

Der westlich an den Burggraben angrenzende Stückgarten (ehem. Standort der Geschütze, heutiger Eingangsbereich) ist nicht geologischen Ursprungs. Er ist sowohl mit Lösslehm als auch mit Schuttresten aus dem Festungsbau aufgeschüttet und diente früher als Schutzwall bzw. Schanze. Wo man heute bequem die Schloßanlagen über den Garten betritt, war ursprünglich kein Zugang möglich.

Übersicht:

1 Geologisches Fenster im Heidelberger Schlossgraben, Geotop des Jahres 2016