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Geotope im Keuper
Die Hörschbachschlucht bei Murrhardt (Rems-Murr-Kreis)
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Bild: Die Hörschbachschlucht bei Murrhardt
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In der Hörschbachschlucht bieten sich entlang des Bachlaufs gute Einblicke in den Gesteinsuntergrund der Keuperberge. Das Bachbett liegt hier direkt in den anstehenden Gesteinen. Die harte Corbula-Bank im Gipskeuper (früher: "Engelhofer Platte") verhinderte ein gleichmäßiges Einschneiden des Hörschbaches. So bildete sich im Laufe der Zeit der etwa 5 m hohe Wasserfall.

Feuchte, kalkreiche Böden auf Mergel und Ton, aber auch nährstoffarme, saure Böden auf Sand bewirken in der unmittelbaren Umgebung ein vielfältiges Mosaik von Pflanzenstandorten. Im Gewässer selbst finden sich Steinkrebs, Bachforelle, Groppe und die Larven des Feuersalamanders. Die Hörschbachschlucht ist seit 1991 als Naturschutzgebiet ausgewiesen: Der geschützte Bereich umfasst rund 46 ha.

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Keuper

 
Bild: Grenzzone Gipskeuper-Mittlerer Keuper
Grenzzone Gipskeuper / Schilfsandstein (Mittlerer Keuper)
(© LUBW, LGRB, Autor: R. Steinmetz)
Aufschluß Schanze/Reichshalde bei Maulbronn

An der Schanze vor Maulbronn ist die Grenzzone zwischen Gipskeuper (km 1) und Schilfsandstein (km 2) großartig aufgeschlossen. Schilfsandstein liegt als mächtige Sandsteinbank in Flutfazies vor und ragt infolge der größeren Härte über die weicheren Mergel des Gipskeupers hervor. Die Schichten im Liegenden gehören zu den oberen Estherienschichten. Infolge einer Verwerfungszone auf der linken Seite des Aufschlusses liegen obere graue neben oberen bunten Estherienschichten. Der am Horn bei Oberderdingen und an der Ravensburg vorkommende Brekzienhorizont ist auch hier vertreten, allerdings mit sehr geringer Mächtigkeit (ca. 20 cm). Gipsresiduen treten nicht auf. Verschiedene Sedimentstrukturen und Kolkerscheinungen an der Grenze km 1/km 2.

 
Bild: Gipskeuper, Gipsgrube Reußenberg
Gipskeuper, Handstücke
(© M. Linnenbach)

Vor etwa 230 - 195 Millionen Jahren, im Erdzeitalter der obersten Mitteltrias und der Obertrias, entstand der Keuper durch Verlandung eines riesigen Meeres. Die Gesamtmächtigkeit des Keupers in Baden-Württemberg liegt bei ca. 300 m.

Die geologische Formation des Keuper wird in drei Untergruppen eingeteilt:

  • Oberer Keuper (obere Schicht, wird auch Rät genannt)
  • Mittlerer Keuper (mittlere Schicht, mit den Zwischenstufen Gipskeuper, Schilfsandstein, Bunte Mergel, Stubensandstein und Knollenmergel)
  • Unterer Keuper (untere Schicht, wird auch als Lettenkeuper bezeichnet)

Der Obere Keuper enthält zahlreiche marine Versteinerungen und fossile Pflanzenreste - im Gegensatz zu den beiden anderen Keuperschichtfolgen, die wesentlich ärmer an Fossilien sind. Die für den Mittleren Keuper typischen bunten Gesteinsfarben sind Anzeiger für die wechselnden Bedingungen zur Zeit der Ablagerung. Rot gefärbte Eisenoxide entstehen bei Luftzutritt in warmem Klima auf dem Festland. Dunkelgraue und grünliche Gesteinsfarben (reduzierte Eisenverbindungen) sind für Meeressedimente kennzeichnend. Auch die Bodenfarben sind stellenweise stark von diesen Gesteinsfarben geprägt.

Mit dem Begriff „Keuper“ beschreibt man im fränkischen Sprachraum bröckelig zerfallende Gesteine.

Die drei Keuperschichten enthalten massive Sandsteinhorizonte. Der Lettenkeuper den sog. Hauptsandstein, der mangels geeigneter Vorkommen nicht mehr abgebaut wird, der Mittlere Keuper den Schilfsandstein, der heute noch als Bausandstein verwendet wird sowie den Stubensandstein der ebenfalls noch Anwendung findet.

Die Härteunterschiede der Keupersandsteine (vor allem des Stubensandsteins) spielen auch eine wichtige landschaftsbildende Rolle. Wo sie geologisch stärker verfestigt sind, widerstehen sie der Abtragung und bilden oft markante Geotope (z.B. Kesselgrotte bei Welzheim, Gallengrotten bei Kaisersbach ). In den Schichten, wo auf dem Knollenmergel oder dem Rät noch hartes Unterjuragestein aufliegt, wird die Landschaft durch typische Hochflächen geprägt. Die dünne Liasplatte schützt die darunter liegenden Keuperschichten vor der Abtragung wie ein harter Deckel. Die ebenen Hochflächen im Welzheimer, Murrhardter und Mainhardter Wald zeigen diese Landschaftsform in beeindruckender Weise.

Die kleinräumige und abwechslungsreiche Landschaft des Keuperberglands verdanken wir also der großen Zahl verschiedener Gesteine, die den Erosionsvorgängen unterschiedlich stark widerstehen können.