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Altlasten in Baden-Württemberg
Altlasten
Bodengefährdung durch Altlasten
(Element 1 von 7: Bild)
Bild: Altlasten im Oberboden
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Auf ehemaligen Industriestandorten können sich nach Aufgabe der Produktion noch erhebliche Altlasten im Boden befinden. Auf dem Bild, erkennt man einen Bodenaufschluss mit Altlasten, die bei Abrissarbeiten auf dem Areal an der Brauerstraße in Karlsruhe entdeckt und saniert wurden.

 

Definition der Altlasten

Als Altlasten gelten Altablagerungen und Altstandorte, durch die schädliche Bodenveränderungen (SBV) oder sonstige Gefahren hervorgerufen werden.

Die wichtigsten und am häufigsten gefundenen Schadstoffgruppen sind Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW), Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol (BTEX), Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Schwermetalle, Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Asbest.

 
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Altlasten - Vergangenes wiedergutmachen...

 
Bild: Verlassene Produktionsanlage
Verlassene Produktionsanlage einer ehemaligen Holzimprägnierungsfirma
(© Autor: LUBW)
Gewerbe- und Industriebrachen können Altlasten oder schädliche Bodenveränderungen aufweisen, welche die zukünftige Nutzbarkeit evtl. beschränken. Besteht bei Flächen, die im Rahmen des Flächenressourcen- Managements überplant werden sollen, ein Altlastverdacht, so muss dieser überprüft werden. Die Bearbeitung von Altlastverdachtsflächen bereits in einer frühen Planungsphase bietet den Kommunen und Investoren Planungssicherheit und vermeidet Regressansprüche. Wurde der Altlastenverdacht in einer ersten Vor-, und späteren Detailuntersuchung bestätigt, sind der Verursacher, dessen Gesamtrechtsnachfolger und der Grundstückseigentümer dazu verpflichtet, den Boden zu sanieren. Die erforderliche Sanierung sollte unter der Berücksichtigung der Art der künftigen Nutzung festgelegt werden.
 
Bild: Altlastenhorizont im Oberboden
Altlastenhorizont im Oberboden
(© LUBW, Autor: Nöltner)
Dunkler, meterdicker Altlastenhorizont im Bereich des Oberbodens. Darunter liegen tonige und kiesige Bodenschichten natürlichen Ursprungs.

Weit über 100 Jahre Produktion, Verarbeitung und Konsum von industriellen und gewerblichen Produkten haben auch in Baden-Württemberg ihre Spuren im Boden und Untergrund hinterlassen. Abfälle wurden bis vor wenigen Jahrzehnten oft gedankenlos entsorgt - gefährliche Stoffe sind teils durch Unkenntnis und durch Nachlässigkeit, teils durch bewusstes Handeln im Untergrund versickert. All dies hat zu einer Vielzahl von Altlasten im Land geführt. Damit verbunden sind erhebliche Beeinträchtigungen des Bodens und des Grundwassers.

Um diese schädlichen Hinterlassenschaften zu erfassen und zu beseitigen, hat Baden-Württemberg im Jahr 1988 die Grundlagen für die fachlichen Vorgehensweise und ein Finanzierungskonzept für die Altlastenbearbeitung entwickelt. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutz des Bodens (BBodSchG) im März 1999 und der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) im Juli 1999 werden seither bundesweit einheitlich Aufgaben und Pflichten zur Behandlung altlastverdächtiger Flächen und Altlasten geregelt. Seit Dezember 2004 regelt auch das Landesbodenschutz- und Altlastengesetz (LBodSchAG) derartige Fälle.

Wenn eine Altablagerung oder ein Altstandort nach einer Gefährdungsabschätzung als Altlast eingestuft wurde, entscheidet die zuständige Umweltbehörde über Art und Verhältnismäßigkeit von Sanierungsmaßnahmen. Die Sanierung innerstädtischer Industriebrachen ist in vielen Fällen auch eine entscheidende Voraussetzung für die künftige wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung und führt zu einem schonenden Umgang mit der Ressource Boden und Wasser.

Reichen Sanierungsmaßnahmen nicht aus oder kann kurzfristig keine Gefahrenabwehr erreicht werden, kommen Nutzungsbeschränkungen in Betracht. Dies können z. B. Anbauverordnungen oder Betretungsverbote für kontaminierte Bereiche sein.

Baden-Württemberg führt landesweit Altlastenerhebungen durch und hat das Altlastenkataster aufgebaut. Für eine Reduzierung der Flächeninanspruchnahme wird die Wiedernutzbarmachung von Altlastenflächen unterstützt und vorangebracht.