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Bodengefährdungen
Gefahrenquellen
Gefährdung der Umwelt durch luftgetragene Schadstoffe
(Element 1 von 6: Bild)
Bild: Industrieanlagen (rauchend)
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Die Industrie ist eine der Hauptquellen für anthropogen erzeugte Stoffe mit potenziell schädlichen Eigenschaften (Schadstoffe). In der Atmosphäre werden die Schadstoffe mit dem Wind transportiert und reagieren mit reaktiven Teilchen (z.B. Ozon) zu neuen Verbindungen oder werden ganz abgebaut. Die Chemikalien gelangen mit dem Regen oder an Schwebstoffen gebunden in den Boden und auf Pflanzenoberflächen. Setzt sich der Eintrag der Stoffe in den Boden fort, werden die Filter- und Pufferreserven verbraucht.

Leichtflüchtige Chemikalien verdampfen in der Atmosphäre, andere werden durch Organismen abgebaut. Ein Teil der Substanzen gelangen im Laufe der Zeit, im Sickerwasser gelöst, in das Grundwasser.

Gefährdungen entstehen durch:

Für die Bewertung der Schadstoffbelastung von Böden ist neben dem Gesamtgehalt auch der Gehalt an mobilen Schadstoffen von Bedeutung, da diese von Pflanzen aufgenommen oder in das Grundwasser eingetragen werden können.

Ab dem 1. Juni 2005 ist die Ablagerung organischer, biologisch abbaubarer Siedlungsabfälle ohne Vorbehandlung nicht mehr zulässig. In diesem Zusammenhang ist damit zu rechnen, dass zunehmend Probleme zu den möglichen Entsorgungswegen für so genannte "Grenzwertige Abfälle" auftreten.

 
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Bodengefährdung durch Verdichtung

 
Bild: Fahrspuren, Verdichtung
Bodenverdichtung durch Fahrspuren schwerer Landmaschinen
(© Claas, Autor: Volk)

Schädliche Bodenverdichtung durch tiefe Fahrspuren schwerer Landmaschinen (Traktoren, Erntemaschinen).

 

 
Bild: Fahrspur, Verdichtung
Radspur auf durchweichtem Ackerboden
(© Autor: O. Ehrmann)

Lang anhaltende Niederschläge führen zur Vernässung der Ackerfläche. Eine Überfahrung des Bodens ist hier besonders schädlich.

Bodenverdichtung wie Bodenverformung finden hauptsächlich auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen statt. Die Bodenverdichtung ist als bewirtschaftungsbedingte Schädigung des Bodengefüges definiert. Weltweit sind ca. 40% der landwirtschaftlich genutzten Flächen davon betroffen.

Natürliche Regulationsfunktionen (Pufferung, Speicherung und Leitung von Wasser, Sauerstoff, Nähr- und Schadstoffen), Lebensraumfunktionen (Ab- und Umbau organischer und anorganischer Stoffe durch Mirkoorganismen und Bodentiere) werden negativ beeinträchtigt und dadurch auch die Produktionsfunktion (land- und forstwirtschaftliche Nutzung, Ertrag, Kosten).

Schädliche Bodenverdichtungen entstehen durch Belastungen oder Beanspruchungen des Bodens über dessen Eigenstabilität hinaus. Die Eigenstabilität des Bodens wird maßgeblich durch sog. interne Faktoren beeinflusst. Zu ihnen zählen die Bodenart, die Lagerungsdichte, die Aggregatstabilität, die Porengrößenverteilung, das Bodenleben, sowie der Humus-, Wasser- und Kalkgehalt. Daher reagiert jeder Boden anders auf die unterschiedlichen Belastungen. Leichte, sandige Böden sind noch verhältnismäßig unempfindlich gegen Kompression und Verdichtung. Die Anfälligkeit steigt jedoch mit zunehmendem Ton- und Schluffanteil.

Die Verringerung des Grobporenanteils und die Unterbrechung vertikaler Porengänge durch Bodenverdichtung führen zu einer Verringerung des Austausches von Luft und Wasser zwischen Ober- und Unterboden. In trockenen Jahreszeiten nimmt dann die Wasserversorgung der Pflanzen ab; bei Starkniederschlägen jedoch steigt die Hochwassergefahr - dies fördert wiederum die Erosion und mit ihr die Nährstoffabspülung.

 

Als Einflussfaktoren (externe Faktoren) gelten:

Radlast Reifeninnendruck entspricht nicht den Bodenverhältnissen (feucht / trocken)
Kontaktflächendruck Falsch eingestellte oder abgenutzte Bodenbearbeitungsgeräte
Überrollhäufigkeit Mehrfaches Befahren gleicher Flächen
Schlupf/Scherung der Reifen sog. Verschmieren des Oberbodens