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Bodengefährdungen
Gefahrenquellen
Gefährdung der Umwelt durch luftgetragene Schadstoffe
(Element 1 von 6: Bild)
Bild: Industrieanlagen (rauchend)
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Die Industrie ist eine der Hauptquellen für anthropogen erzeugte Stoffe mit potenziell schädlichen Eigenschaften (Schadstoffe). In der Atmosphäre werden die Schadstoffe mit dem Wind transportiert und reagieren mit reaktiven Teilchen (z.B. Ozon) zu neuen Verbindungen oder werden ganz abgebaut. Die Chemikalien gelangen mit dem Regen oder an Schwebstoffen gebunden in den Boden und auf Pflanzenoberflächen. Setzt sich der Eintrag der Stoffe in den Boden fort, werden die Filter- und Pufferreserven verbraucht.

Leichtflüchtige Chemikalien verdampfen in der Atmosphäre, andere werden durch Organismen abgebaut. Ein Teil der Substanzen gelangen im Laufe der Zeit, im Sickerwasser gelöst, in das Grundwasser.

Gefährdungen entstehen durch:

Für die Bewertung der Schadstoffbelastung von Böden ist neben dem Gesamtgehalt auch der Gehalt an mobilen Schadstoffen von Bedeutung, da diese von Pflanzen aufgenommen oder in das Grundwasser eingetragen werden können.

Ab dem 1. Juni 2005 ist die Ablagerung organischer, biologisch abbaubarer Siedlungsabfälle ohne Vorbehandlung nicht mehr zulässig. In diesem Zusammenhang ist damit zu rechnen, dass zunehmend Probleme zu den möglichen Entsorgungswegen für so genannte "Grenzwertige Abfälle" auftreten.

 
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Erhöhte Gehalte an Schwermetallen und Arsen durch historischen Bergbau

 
Bild: Halde Sophienruhe, Badenweiler
Bergbauhalde Sophienruhe bei Badenweiler (Breisgau-Hochschwarzwald)
(© LRA Freiburg, Autor: K. Heinrichsmeier)

Durch historischen Bergbau angereicherter Waldboden mit Schwermetallen (As, Pb, Cd, Zn, Cu) aus erzhaltigen Gesteinsablagerungen.

 
Bild: Bergwerk Teufelsgrund, Münstertal, Trudpertstollen
Teufelsgrund, Trudpertstollen mit ehemaliger Förderanlage (Aufn. um 1955)
(© GLA)
Bergbaurevier Teufelsgrund bei Untermünstertal (TK 25: Staufen), betriebliche Außenanlagen vor dem Trudpertstollen. Der Stollen liegt über dem Stollenmund des Friedrich-Stollen.

Im Bild: Sortier- und Abfüllanlage für den Weitertransport des Schwerspats via LKW. 1958 wurde die Förderung eingestellt. Das nähere Umfeld ist durch den früheren Abbau von Silbererz noch heute mit Blei belastet.

Der historische Erzbergbau und die weitere Verarbeitung der geförderten Erze haben im Schwarzwald bleibende Spuren hinterlassen. Mehr als 2000 Jahre Bergbau, wenn auch mit vielen und teilweise langen Unterbrechungen, hinterließen im Gelände, Schächte, Pingen, Verhaue, offene und verfallene Stolleneingänge, Halden und Reste alter Aufbereitungs- und Verhüttungsanlagen.

Neben diesen "sichtbaren" Spuren hat der Bergbau auch "unsichtbare" Spuren hinterlassen. Dabei handelt es sich um erhöhte Schwermetall und Arsenkonzentrationen in den alten Bergbau- und Aufbereitungshalden, in Böden in der Nähe von Stollenausgängen und in der Umgebung der Halden oder der Gelände ehemaliger Aufbereitungs- und Verhüttungsanlagen. Aufgrund dieser Belastung einzelner Bergbaustandorte mit Schwermetallen und/oder Arsen können die ehemaligen Bergbaubetriebe mit ihren Aufbereitungs- und Verhüttungsanlagen als die ältesten heute noch vorzufindenden industriellen Altlasten bezeichnet werden.

Die Verwitterung der Halden mit schwermetall- und arsenhaltigem Gestein führt langfristig zur Verfrachtung des zerkleinerten Materials und zur Lösung oder Mobilisierung der Inhaltsstoffe. Vor allem die holozänen Schwemmfächer der Flüsse und Bäche in den Talauen weisen infolge langfristiger Stoffausträge aus den Halden und die Umlagerung des Materials in die Auenböden Schwermetall- und Arsenkonzentrationen, die zum Teil deutlich über dem landesweiten Hintergrund an anderen Standorten liegen und teilweise die Referenzwerte für Böden der Bundesbodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) überschreiten.

Viele Bereiche werden heute als Grünland, z.T. auch ackerbaulich genutzt. In besiedelten Gebieten ist der Boden unmittelbar Aufenthaltsort für Menschen; stellenweise wird er gartenbaulich genutzt. Für den Anbau von Lebensmitteln insbesondere im Gemüsebau haben sich in einigen Bereichen Anbauempfehlungen oder Anbauverbote als notwendig erwiesen, um die seitens der Europäischen Union geforderte Qualität sicher zu stellen (EG-Verordnung zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln). Untersuchungen an Schulkindern deuten jedoch darauf hin, dass daraus keine erhöhten Gehalte im Blut der Betroffenen resultieren.

Übersicht:

2 Erhöhte Gehalte an Schwermetallen und Arsen durch historischen Bergbau