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Naturgeschichtliche Urkunden (1/3)
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Boden als Archiv: Bodenprofil Karlsruhe-Bulach (Dr. Lehmann)
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Dr. Lehmann von der Uni Hohenheim erklärt anhand eines Bodenprofils aus Karlsruhe-Bulach die Archivfunktion von Böden.

Naturgeschichtliche Urkunden

Die ältesten fossilen Zeugnisse der Menschheit aus Südwestdeutschland sind der Unterkiefer des Homo heidelbergensis mit etwa 600.000 Jahren sowie einige Steinwerkzeuge, die etwa vor 250.000 Jahren entstanden sind.

Auch aus den Höhlen der Schwäbischen Alb (z.B. Vogelherdhöhle im Lonetal und Heidensteinhöhle bei Albstadt (Zollernalbkreis) kennen wir zahlreiche frühe Belege der Menschheit. Die wissenschaftliche Erkundung von Höhlen begann in Baden-Württemberg Anfang des 19. Jh.

 

 

 
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Das Paläozoikum - das Altertum der Erde - (Dauer etwa 340 Mill. Jahre)

 
Bild: Trilobit
Trilobit mit Extremitäten
(© GNU FDL, Autor: Linnenbach)
Die ausgestorbenen Trilobiten (die Dreilappigen) gehören zu den ersten Gliederfüßern (Arthropoden), einem Tierstamm hartschaliger Kreaturen mit gegliedertem Körperbau. Die den heutigen Krebsen sehr ähnlich sehenden Tiere besaßen zahlreiche koordiniert arbeitende Beinpaare, die zusammen mit den Antennen aufgrund ihrer feiner Struktur nur selten fossil erhalten geblieben sind (siehe Foto).

Trilobiten lebten vom Kambrium bis ans Ende des Perm, also vor ca. 250 Millionen Jahren in den Urmeeren des Planeten Erde. Die Bezeichnung "Trilobit" wurde 1771 von dem deutschen Professor Johann Ernst Immanuel Walch erstmals eingeführt, doch erst am Anfang des 19. Jahrhunderts setzte sich dieser Name in der Wissenschaft allgemein durch. Inzwischen sind an die 1300 Arten beschrieben.

 
Bild: Dadoxylon sp., Nadelbaum, fossil
Dadoxylon sp., fossiler Nadelbaum aus der Formation des Rotliegenden
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Vierkieselter Stamm eines fossilen Nadelbaums aus der geol. Formation des Rotliegenden (hier: Saxonium), mit einem geschätzten Atler von ca. 240 Mill. Jahren. Ein Exponat des Karlsruher Naturkundemuseums.

Das Paläozoikum ist das älteste der drei Erdzeitalter (Ären) innerhalb der geologischen Zeitskala. Abgesehen von dem minimalen Zuwachs durch Meteoriten hat sich die Masse der Erde einschließlich ihrer Atmosphäre kaum verändert. Dennoch war die Erdoberfläche im Laufe der Zeit großen Umgestaltungen unterworfen. Den Einflüssen von Wasser und Wind gelang es aus dem Gestein des Urgebirges neue Trümmer und Schichten zu bilden. So entstanden tonige Schiefer, sendimentäre Sandsteine, Konglomerate und Grauwacken. Diese wurden wiederum durch Faltungsvorgänge gestört und von Eruptivgesteinen wie Graniten, Porphyr und Melaphyr durchstoßen. Das Klima des Paläozoikums war vermutlich relativ konstant und mild. Die Landoberfläche des heutigen Mitteleuropas lag in diesem Erdzeitalter weitgehend unter Wasser. Das Leben beschränkte sich anfangs auf die Ozeane.

Eingeteilt wird das Paläozoikum in die folgenden Perioden:

  • Kambrium (542 - 488 Mill. Jahre)
  • Ordovizium (488 - 444 Mill. Jahre)
  • Silur (444 - 416 Mill. Jahre)
  • Devon (416 - 359 Mill. Jahre)
  • Karbon (359 - 299 Mill. Jahre)
  • Perm (299 - 251 Mill. Jahre)

Zu den wichtigsten Leitfossilien des Paläozoikums zählen die Trilobiten. Weit verbreitet waren auch die schalentragenden Cephalopoden (Kopffüßer) aus dem Tierstamm der Weichtiere (Mollusken). Die daraus bekannte Gattung Nautilus umfaßte seinerzeit etwa 1800 Arten. Heute existieren davon nur noch sechs Arten, darunter die bekannte Art Nautilus pompilus.

Die Nautilus-Arten werden häufig als "Lebende Fossilien" bezeichnet - ein etwas irreführender Begriff, da natürlich auch die in der Gegenwart lebenden Arten eine Reihe von Veränderungen in ihrer eigenen Evolution durchleben mussten.

Im Pflanzenreich existierten im Paläozoikum riesige Meeresalgen (Seetange). Im Laufe des Karbons treten die ersten urtümlichen Nadelhölzer der Gattungen Ullmannia, Lebachia und Voltzia auf. Diese Pflanzen wurden als fossile Einschlüsse in der geologischen Formation des Rotliegenden nachgewiesen (s. nebenstehende Abb.).