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Geotope im Rotliegenden
Quarzporphyr Steinbruch bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis) im Jahr 1984
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Bild: Der Ölberg  bei Schriesheim
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Im Naturraum Bergstraße gelegen, ist dieser Steinbruch eine markante, weit sichtbare Erhebung am östlichen Rand der Nördlichen Oberrheinebene. Der Gesteinsabbau hat hier im Jahr 1880 begonnen. Der säulenartig anstehende Quarzporphyr (Rhyolit) fand hier überwiegend Verwendung im Straßenbau und als Gleisschotter. Der Abbau wurde 1967 eingestellt. 1998 wurde der Steinbruch am Ölberg als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen.

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Rotliegendes

 

Rotliegendes (Perm)

 
Bild: Verbrannter Felsen
''Verbrannter Felsen'' bei Baden-Baden (Oberrotliegendes)
(© LUBW, Autor: Schöttle; Steinmetz)

Der Verbrannte Felsen bei Baden-Baden (Gemarkung: Ebersteinburg) baut sich aus horizontal gelagerten Schichten des Oberen Rotliegenden auf. Es handelt sich dabei um Arkosen und Konglomerate im Bereich des 3. Porphyrkonglomerats, die infolge Verkieselung sehr widerstandsfähig sind. Der Fels hat die Form eines Schiffbugs und ist durch senkrechte Klüfte in einzelne Blöcke zerlegt. In die durch Verwitterung ausgewaschenen Hohlräume hat sich Baumbewuchs eingenistet.

 

 
Bild: Naturdenkmal Auerstein (Rhein-Neckar-Kreis)
Der Auerstein bei Heidelberg - eine erstarrte magmatische Glutwolke (Ignimbrit)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Naturdenkmal Auerstein bei Heidelberg (Rhein-Neckar-Kreis).

Im Norden von Heidelberg, im Hellenbachtal (Stadtteil Handschuhsheim) befindet sich am Westhang des Vorderen Odenwaldes eine aufgeschlossene, ca. 12 m hohe Felswand aus Quarzporphyr. Hiebei aber handelt es sich nicht um kompaktes Lava-Deckgestein sondern um eine gewaltige ausgestoßene Glutwolke aus geschmolzenen Tuffgestein, die sich über die Landschaft ergoß und vor Ort erstarrte (sog. Ignimbrit, Schmelztuffe). Im Anschluss an die eruptive Phase wurde der Quarzporphyr hydrothermal mit Kieselsäure und Eisenlösungen durchsetzt.

Die besonderen Standortbedingungen des Auersteins haben die Entwicklung seltener Lebensräume ermöglicht: So findet sich auf den Kuppen dieses Geotops ein markanter Trauben-Eichenwald, vermischt mit Esskastanien, Eiben und Hainbuchen.

Die geologische Formation des Rotliegenden entstand im Paläozoikum (Erdaltertum) vor ca. 299 - 251 Millionen Jahren. Bezogen auf die Landoberfläche nimmt das Rotliegende nur wenige Bereiche in Baden-Württemberg ein. Überwiegend liegt das Gestein unterirdisch in tieferen Schichten. Nur im Schwarzwald sowie im Vorderen Odenwald tritt es vermehrt zutage.

Die Epoche des Rotliegenden war eine Zeit verstärkter vulkanischer Aktivität, die mit den damaligen tektonischen Bewegungen zusammenhing. Die Rotliegend-Vulkane förderten vor allem Quarzporphyre in Form von Lavaströmen und -decken, Tuffen und Schlotfüllungen. Es sind auch ignimbritische Vulkanite bekannt. Dies sind pyroklastische Ablagerungen, die aus vulkanischen Glutwolken abstammen, wie z.B. der Auerstein bei Heidelberg-Handschuhsheim.

Grobe rötlich-grau gefärbte Porphyrgesteine sind bei Baden-Baden, bei Schramberg, bei Kandern und in der Umgebung von Säckingen zu finden. Mehr gelblich gefärbte Quarzporphyre stehen bei Weinheim, Schriesheim und Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis, Bergstraße) in mächtigen Lagen an, die dort großflächig abgebaut wurden. Der Porphyr vor Ort ist feinkörnig und äußerst hart.

Rotliegendes beinhaltet häufig Anteile an Mangan, manchmal auch Quecksilbererze. Das Gestein wird meist von vielen Einsprenglingen wie Sanidin, Plagioklas, Biotit und Hornblende durchzogen.

Das Rotliegende wird in zwei Untergruppen eingeteilt:

Unterrotliegendes (Autun)
Es besteht hauptsächlich aus hellgrauem Sandstein (Metamorphite). Gesteine des Unterrotliegenden stehen bei St. Peter und bei Schönwald im Mittleren Schwarzwald an.

Oberrotliegendes (Saxonium)
Im Oberrotliegenden liegen unterschiedliche Gesteinstypen vor, die vor allem rot bis braunrot gefärbt sind. Hierzu zählt man u.a. den Quarzporphyr (bei Weinheim, Schriesheim, Dossenheim) und den grau-schwarzen Amphibolit (z.B. bei Gundelfingen). Teilweise sind Porphyr-Formationen verkieselt und daher sehr hart, wie z.B. das bekannte Felsmassiv Battert bei Baden-Baden. Beispiele weiterer Vorkommen sind im Nordschwarzwald die Porphyre bei Lahr, Oppenau und Oberkirch. Im Mittleren Schwarzwald die Quarzporphyr-Tuffe am Kesselberg sowie der Porphyrit von St. Märgen (Ldkr. Breisgau-Hochschwarzwald).