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Rotliegendes
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Geotope im Rotliegenden
Aufschluss im Schlossgraben der Heidelberger Schlossruine
(Element 1 von 19: Bild)
Bild: Schlossgraben (1) des Heidelberger Schlosses
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Geologisch bedeutender Aufschluss im ehemaligen Schutzgraben bzw. Wassergraben des Heidelberger Schlosses.

In der Wand des Schlossgrabens sind von unten nach oben erschlossen:

Der "Heidelberger Granit", ein mittelkörniger Granit mit porphyrischer Struktur. Er repräsentiert das paläozoische Grundgebirge. Danach folgt eine deutliche, von links nach rechts einfallende Kerbe, die die ganze Wand durchschneidet. Sie markiert eine Schichtlücke, in der die höheren Teile des Granits der Erosion zum Opfer gefallen sind. Dadurch stellt die Granitoberfläche gleichzeitig auch die damalige Landoberfläche dar, die anschließend von den Sandströmen des Rotliegenden überschüttet wurde.
Schließlich folgen dicke, mit dem Granit gleichsinnig einfallende Bänke eines dunkelroten Arkosesandsteins des Oberrotliegenden mit Feldspat und Rhyolith-Bruchstücken, die das permische Deckgebirge bilden.


Literatur: RÜGER, L. (1928); SCHWEIZER, V. (1992); SCHWEIZER, V. & KRAATZ, R. (1982); THÜRACH, H. (1918/84)

Rotliegendes:
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Rotliegendes

 

Rotliegendes (Perm)

 
Bild: Verbrannter Felsen
''Verbrannter Felsen'' bei Baden-Baden (Oberrotliegendes)
(© LUBW, Autor: Schöttle; Steinmetz)

Der Verbrannte Felsen bei Baden-Baden (Gemarkung: Ebersteinburg) baut sich aus horizontal gelagerten Schichten des Oberen Rotliegenden auf. Es handelt sich dabei um Arkosen und Konglomerate im Bereich des 3. Porphyrkonglomerats, die infolge Verkieselung sehr widerstandsfähig sind. Der Fels hat die Form eines Schiffbugs und ist durch senkrechte Klüfte in einzelne Blöcke zerlegt. In die durch Verwitterung ausgewaschenen Hohlräume hat sich Baumbewuchs eingenistet.

 

 
Bild: Naturdenkmal Auerstein (Rhein-Neckar-Kreis)
Der Auerstein bei Heidelberg - eine erstarrte magmatische Glutwolke (Ignimbrit)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Naturdenkmal Auerstein bei Heidelberg (Rhein-Neckar-Kreis).

Im Norden von Heidelberg, im Hellenbachtal (Stadtteil Handschuhsheim) befindet sich am Westhang des Vorderen Odenwaldes eine aufgeschlossene, ca. 12 m hohe Felswand aus Quarzporphyr. Hiebei aber handelt es sich nicht um kompaktes Lava-Deckgestein sondern um eine gewaltige ausgestoßene Glutwolke aus geschmolzenen Tuffgestein, die sich über die Landschaft ergoß und vor Ort erstarrte (sog. Ignimbrit, Schmelztuffe). Im Anschluss an die eruptive Phase wurde der Quarzporphyr hydrothermal mit Kieselsäure und Eisenlösungen durchsetzt.

Die besonderen Standortbedingungen des Auersteins haben die Entwicklung seltener Lebensräume ermöglicht: So findet sich auf den Kuppen dieses Geotops ein markanter Trauben-Eichenwald, vermischt mit Esskastanien, Eiben und Hainbuchen.

Die geologische Formation des Rotliegenden entstand im Paläozoikum (Erdaltertum) vor ca. 299 - 251 Millionen Jahren. Bezogen auf die Landoberfläche nimmt das Rotliegende nur wenige Bereiche in Baden-Württemberg ein. Überwiegend liegt das Gestein unterirdisch in tieferen Schichten. Nur im Schwarzwald sowie im Vorderen Odenwald tritt es vermehrt zutage.

Die Epoche des Rotliegenden war eine Zeit verstärkter vulkanischer Aktivität, die mit den damaligen tektonischen Bewegungen zusammenhing. Die Rotliegend-Vulkane förderten vor allem Quarzporphyre in Form von Lavaströmen und -decken, Tuffen und Schlotfüllungen. Es sind auch ignimbritische Vulkanite bekannt. Dies sind pyroklastische Ablagerungen, die aus vulkanischen Glutwolken abstammen, wie z.B. der Auerstein bei Heidelberg-Handschuhsheim.

Grobe rötlich-grau gefärbte Porphyrgesteine sind bei Baden-Baden, bei Schramberg, bei Kandern und in der Umgebung von Säckingen zu finden. Mehr gelblich gefärbte Quarzporphyre stehen bei Weinheim, Schriesheim und Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis, Bergstraße) in mächtigen Lagen an, die dort großflächig abgebaut wurden. Der Porphyr vor Ort ist feinkörnig und äußerst hart.

Rotliegendes beinhaltet häufig Anteile an Mangan, manchmal auch Quecksilbererze. Das Gestein wird meist von vielen Einsprenglingen wie Sanidin, Plagioklas, Biotit und Hornblende durchzogen.

Das Rotliegende wird in zwei Untergruppen eingeteilt:

Unterrotliegendes (Autun)
Es besteht hauptsächlich aus hellgrauem Sandstein (Metamorphite). Gesteine des Unterrotliegenden stehen bei St. Peter und bei Schönwald im Mittleren Schwarzwald an.

Oberrotliegendes (Saxonium)
Im Oberrotliegenden liegen unterschiedliche Gesteinstypen vor, die vor allem rot bis braunrot gefärbt sind. Hierzu zählt man u.a. den Quarzporphyr (bei Weinheim, Schriesheim, Dossenheim) und den grau-schwarzen Amphibolit (z.B. bei Gundelfingen). Teilweise sind Porphyr-Formationen verkieselt und daher sehr hart, wie z.B. das bekannte Felsmassiv Battert bei Baden-Baden. Beispiele weiterer Vorkommen sind im Nordschwarzwald die Porphyre bei Lahr, Oppenau und Oberkirch. Im Mittleren Schwarzwald die Quarzporphyr-Tuffe am Kesselberg sowie der Porphyrit von St. Märgen (Ldkr. Breisgau-Hochschwarzwald).