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Urgeschichtliches Museum im Rathaus von Mauer
Rathaus Mauer an der Heidelberger Str. 34
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Bild: Rathaus Mauer, Rhein-Neckar-Kreis
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Das Rathaus beherbergt ein Urgeschichtliches Museum. Hier werden zahlreiche Fossilien präsentiert, die in der Sandgrube am Grafenrain und der näheren Umgebung aus den Neckarschwemmsanden geborgen wurden.

Tel.: +49 (6226) / 9220-0
Fax: +49 (6226) / 9220-99
rathaus@gemeinde-mauer.de

Das Museum ist während der Öffnungszeiten des Rathauses frei zugänglich. Samstags und an Feiertagen ist das Museum geschlossen. Nach Vereinbarung können Gruppenführungen beim Verein Homo heidelbergensis von Mauer e.V. gebucht werden.

Homo heidelbergensis:
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Besucherhinweise

Bild: Säbelzahnkatze, Skelett
Säbelzahnkatze - Zeitgenosse des Homo heidelbergensis
(© CC BY-SA 3.0, Autor: postdlf)

Skelett der Säbelzahnkatze (Smilodon californicus), Fundort: heutiges Kalifornien. Austellungsobjekt des National Museum of Natural History, Washington, DC. Die Tiere waren vom ausgehenden Tertiär bis in das Pleistozän über ganz Eurasien und Nordamerka verbreitet.

Säbelzahnkatzen tragen ihren Namen aufgrund der extrem langen, gebogenen Eckzähne, die bei einigen Arten bis zu 20 cm lang werden konnten. Sie waren im Vergleich zu heutigen Raubkatzen eher schwache Beißer. Das Gebiss des vor etwa 10.000 Jahren ausgestorbenen Raubtiers entwickelte nur etwa ein Drittel der Kräfte, die bei ihren noch lebenden Verwandten gemessen wurden. Die Tiere besaßen einen relativ kurzen Schwanz, so wie wir ihn vom heutigen Luchs (Lynx lynx) her kennen. Der größte Vertreter dieser Artengruppe war der Säbelzahntiger Smilodon populator.

 

 

Der Zugang zur Sandgrube Grafenrain ist öffentlich und frei zugänglich. Im vorderen Bereich befindet sich eine Informationstafel mit zahlreichen Hinweisen über das Schutzgebiet, auf der auch der Verlauf des Besucherpfads durch das Gelände aufgezeigt wird. Im zentralen Bereich der Sandgrube finden sich weitere Infotafeln sowie eine etwa 9 Meter hohe aufgeschlossene Lößwand, die an den Urmenschen von Mauer erinnert. Die Fundstelle selbst, ist nicht mehr zugänglich. Sie wurde im Rahmen von Rekultivierungsmaßnahmen verfüllt.

Das Urgeschichtliche Museum im Rathaus von Mauer zeigt in mehreren Vitrinen zahlreiche fossile Fundstücke aus der Sandgrube sowie eine Bilderfolge über die Entwicklungsgeschichte der ehemaligen Neckarschlinge, die seinerzeit in unmittelbarer Nähe an der heutigen Gemeinde Mauer vorbeifloss. Die oberste Sedimentschicht dieser Flussschlinge, bildeten die sog. Mauremer Sande, die von 1872 bis 1962 in der Sandgrube am Grafenrain abgebaut wurden.Weitere Sandgruben existierten in unmittelbarer Nähe, wie z.B. die Grube Völker am Hollmuthang. Auch dort wurden zahlreiche Fossilien geborgen.

Neben dem Unterkiefer des Homo heidelbergensis wurden bei Mauer weitere, nahezu 5000 Versteinerungen aufgefunden. Die Fossilien zeugen von einer artenreichen Wald- und Savannenfauna u. a. mit Waldelefanten (Elephas antiquus), Waldnashörnern, Flusspferden und Säbelzahnkatzen. Die Knochenreste, die im gleichen Fundniveau des Homo heidelbergensis geborgen wurden belegen, dass die Mauremer Sande in einer Warmzeit vor etwa 600.000 Jahren durch den Neckar abgelagert wurden. Ein Großteil der geborgenen Fossilien wird heute im Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe aufbewahrt.