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Weingartener Moor
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Weingartener Moor
Niedermoorboden, Boden des Jahres 2012
(Element 1 von 9: Bild)
Bild: Niedermoor, Bodenprofil
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Profilgrube im Niedermoorbereich. Die über 100 cm hohen, schwarz-braungefärbten Torflagen sind hier durch abgestorbene Schilf- und Seggenriede enstanden. Die Schichtenfolge der pflanzlichen Reste in den Torfschichten stellt für den Wissenschaftler eine aufschlussreiche Urkunde zur Klima- und Vegetationsgeschichte des Moores dar.

Niedermoorböden sind in der Nördlichen Oberrheinebene noch weit verbreitet.Dieser Sachverhalt ist allgemein wenig bekannt, da Niedermoore meist von Mineralböden überdeckt sind. Letzte noch intakte, offene Moorflächen sind inzwischen gesetzlich geschützt. Wo es Sinn macht, lohnt sich auch die Wiedervernässung ehemaliger Moorgebiete.

Weingartener Moor:
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Das Weingartener Moor - Bruchwald Grötzingen

Das Weingartener Moor ist zusammen mit dem Bruchwald Grötzingen das größte heute noch existierende Niedermoor in der östlichen Randsenke des Oberrhein-Tieflandes. Mit einer Gesamtfläche von 256 ha befindet sich das Schutzgebiet im Nordwesten von Karlsruhe, unmittelbar vor den Toren der Gemeinde Weingarten. Das Moor liegt in einer versumpften Niederung der Kinzig-Murg-Rinne (KMR), die sich am Ostrand des Nördlichen Obrrheingrabens entlang des Nordschwarzwalds und des Kraichgauer Hügellands hinzieht. Die KMR ist Ausdruck eines alten nacheiszeitlichen Flußsystems, das einst alle heutigen Nebenflüsse des Rhein von der Kinzig an abwärts bis zum Kraichbach in sich aufnahm. Vor ca. 7.000 Jahren brach dann die Murg durch die Niederterassen direkt zum Rhein durch. Somit verringerte sich die Wassermenge der KMR erheblich. Damit versumpfte das Flußbett im Laufe der Zeit und der Prozess der Moorbildung setzte ein (s. Fachliche Details).

Um das Weingartener Moor vor der völligen Zerstörung durch den Torfabbau zu bewahren, wurden bereits im Jahr 1940 Teilbereiche unter Schutz gestellt. Weitere Teilflächen kamen 1984 mit dem Bruchwald und dem Baggersee Grötzingen hinzu.

Bild: Weingartener Moor Zentrum (Luftbild)
Das Weingartener Moor (Kreis Karlsruhe)
(© LUBW, Autor: Steinmetz)

Das Weingartener Moor und der Grötzinger Baggersee aus der Luft. Die offenen Wasserflächen entstanden durch den langjährigen, intensiven Abbau von Torf sowie durch die nachfolgende Gewinnung von Kies. Inzwischen sind große Bereiche als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Der Schutzzweck ist die Erhaltung von Resten eines Niedermoors in der Kinzig-Murg-Rinne mit größeren Seggen- und Schilfbeständen und des umliegenden Bruchwaldes mit Ausprägung des Hainbuchenwaldes,des Erlen- Eschenwaldes und des reinen Erlenbruches sowie der nordöstlichen Hälfte des Grötzinger Baggersees mit seinen naturnahen Uferbereichen als Lebensraum zahlreicher gefährdeter Amphibien-, Insekten- und Vogelarten.