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Niedermoore Oberrhein-Tiefland
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Niedermoore der Oberrheinebene
Hockenheimer Rheinniederung, Silzwiesen (Rhein-Neckar-Kreis)
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Bild: Hockenheimer Rheinbogen
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Im Süden, an der Gemarkungsgrenze zu Altlußheim, finden sich ausgedehnte Pfeifengraswiesen auf Niedermoorböden, die sog. Silzwiesen. Als Teilflächen des Hockenheimer Rheinbogens zählen sie zum Schutzgebiet "Silz".

Niedermoore Oberrhein-Tiefland:
Weitere Informationen
 

Niedermoore Oberrhein-Tiefland: Weitere Informationen

 

Schutzmaßnahmen für Moore

 
Bild: Regenerierter Torfstich
Regenerierter Torfstich
(© LUBW, Autor: M. Koltzenburg)

Nach Wiedervernässung hat sich die ehemalige Torfstichfläche wieder regeneriert.

 

 
Bild: Torfmoos
Torfmoos (Sphagnum inundatum)
CC-BY-SA-3.0, Autor: Christian Fischer)

Torfmoos (Sphagnum  inundatum), Standort: wechselnasser, anmooriger Boden. Häufig vergesellschaftet mit Zwergbinsenfluren, Pfeifengras und Sonnentau (Droseraceae). Weltweit existieren ca. 150 bis 200 Arten der Gattung Sphagnum, von denen die meisten in nährstoffarmen, sauren Habitaten leben. In Deutschland kommen 35 Arten vor.

 

Der wirksamste Moorschutz ist eine großzügige Ausweisung als Schutzgebiet, da Moore keine oder nur geringe Pflege benötigen. Um die Gefahr von Nährstoffeinträgen aus der Umgebung zu begrenzen, müssen Pufferzonen mit extensiver Nutzung die geschützten Moorbereiche umgeben. Sollen Moore für die Öffentlichkeit zugänglich sein, müssen geeignete Informations- und Besucherlenkungskonzepte erstellt und verwirklicht werden. Außer in offenen Niedermooren (Kleinseggen-Riede, Streuwiesen), Großseggen-Rieden und offenen Quellsümpfen, die nur durch fortgesetzte extensive Nutzung oder durch Pflegemaßnahmen vor der Entwicklung zum Bruchwald oder Sumpfwald bewahrt werden können, erübrigen sich in natürlichen und naturnahen Mooren weitere Maßnahmen. Wichtig ist, dass nährstoff- oder/und mineralreiches Wasser nicht in oder durch Moore geführt wird, weil dadurch die moortypischen Standortsverhältnisse verändert werden.

Schutzmaßnahmen für Moore, Sümpfe und Riede:

  • Großzügige Ausweisung von Moorschutzflächen unter Einbeziehung von Pufferzonen
  • Wasserschutzgebiete im Einzugsbereich von Moorgebieten
  • Informations- und Besucherlenkungskonzepte (Ausweisung von störungsfreien Moorbereichen)
  • Entfernung von Baumbewuchs (im Einzelfall zu entscheiden)
  • Gründliche Planung bei Wiedervernässung und Anlage künstlicher Moorgewässer
  • Extensive Nutzung von Niedermooren (Vertragsnaturschutz)

Seit 1977 werden aus floristischer und vegetationskundlicher Sicht ansprechbare Moorlebensräume durch die Biotopkartierung Baden-Württemberg erfasst. Die Sach- und Geometriedaten der Kartierung liegen in den Biotopdatenbanken der LUBW vor. Seit Herbst 2000 stehen die Daten komplett auch allen Ebenen der Naturschutzverwaltung Baden-Württembergs zur Verfügung. Dort liegen sie den Referaten 56 der Regierungspräsidien vor.

Eine Moorrenaturierung, wobei unter einer Renaturierung die Entwicklung naturnäherer Verhältnisse zu verstehen ist, verspricht je nach Ausgangslage und Aufwand mehr oder weniger Erfolg. Bei gewissenhafter Planung können durch Wiedervernässungsmaßnahmen die ehemaligen Lebensräume für Pflanzen und Tiere der Moore wieder entstehen. Bei optimalen Bedingungen kann evtl. sogar wieder ein Moorwachstum durch die Bildung von Torf einsetzen.