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Niedermoore Oberrhein-Tiefland

 

Niedermoore im Oberrhein-Tiefland

Bild: NSG Federbachbruch Landschaftsbild
Niedermoor Federbachbruch (Ldkr. Karlsruhe/ Rastatt)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Vermoorter Abschnitt der ehemaligen Kinzig-Murg-Rinne.
Das Gebiet ist durch den Schwemmfächer des Walpertsbaches vom Bruchhauser Bruch getrennt. Die geomorphologischen Bedingungen stellen sich im Federbachbruch ähnlich dar, wie im Bruchhauser Bruch. In einer früher von einem Fluß durchflossenen, bis 500 m breiten Senke schob sich der Schwemmkegel eines Gebirgsbaches. Während bei Bruchhausen der Fluß am Albschwemmkegel vorbeifloß, wurde die Rinne bei Malsch durch den Walpertsbachschwemmkegel vollständig abgeriegelt.

Durch die vollständige Abriegelung der Rinne bei Malsch ergibt sich die paradox wirkende Situation, daß das Gebiet jetzt in die umgekehrte Richtung entwässert. Der Federbach, der die Bäche auf dem Malscher Schwemmfächer sammelt, fließt die alte Rinne aufwärts bis Rauental und dann entlang des Niederterrassendurchbruchs zum Rhein.

Im Oberrhein-Tiefland kommen Niedermoore überwiegend in den naturräumlichen Einheiten wie Freiburger Bucht, Offenburger Rheinebene, Hardtebenen und Nördliche Oberrheinniederung vor. Von zentraler Bedeutung für die Entstehung von Mooren sind hier die geologischen und hydrologisch-klimatischen Voraussetzungen.

Für die Oberrheinebene sind Versumpfungsmoore ganz charakteristisch. Sie entstehen durch Grundwasseranstieg in den Niederungen, die im Laufe der Zeit flächenhaft versumpfen. Die geringmächtigen, meist stark zersetzten Torfe liegen direkt dem Mineralboden auf. Überflutungsmoore sind im Oberrheingebiet eher selten. Sie sind direkt an die Überflutungsauen gebunden, die es in der Oberrheinebene nur noch an wenigen Stellen gibt.

Auch Verlandungsmoore haben in der Rheinebene eine weite Verbreitung. Dieser Moortyp ist an Stillgewässer wie Seen oder Altwässer gebunden. Hier setzen sich zunächst Mudden ab, die je nach den vorliegenden Bedingungen mineralisch, organisch oder kalkreich sind. Zudem finden Verlandungsprozesse auch durch torfbildende Vegetation (z. B. Torfmoose, Schilf) statt. Wenn sich über dem Gewässer eine geschlossene Torfdecke ausgebreitet hat, ist die Verlandung abgeschlossen. Auf nassen Standorten in Mulden und Senken mit hochanstehendem Grundwasser können sich anschließend Schwarzerlenwälder entwickeln. Auf feuchten, nicht überfluteten Standorten mit mittleren Grundwasserständen um die 70 cm unter Flur, bilden sich Erlen-Eschenwälder.