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Buntsandstein
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Geotope im Buntsandstein
Die Wolfsschlucht bei Zwingenberg (Neckar-Odenwald-Kreis)
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Bild: Die Wolfsschlucht, Mittlerer Buntsandstein
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Die Wolfsschlucht befindet sich im Neckartal oberhalb der Flussschleife zwischen Zwingenberg und Lindach. Die Schlucht ist tief in den Mittleren Buntsandstein (Pseudomorphosensandstein) eingeschnitten und endet als Kerbtal bei der Burg Zwingenberg.

Es ist nicht bekannt wie die Wolfsschlucht zu ihrem Namen kam. Die einzig verbreitete Überlieferung: Im Jahre 1866 soll hier der letzte Wolf des Odenwaldes erlegt worden sein. Doch zu dieser Zeit besaß die Schlucht vermutlich längst ihren Namen.

Buntsandstein:
Weitere Informationen
 

Buntsandstein: Entstehung

 

Entstehung

 
Bild: Kugelbuntsandstein
Kugelsandstein aus dem Unteren Buntsandstein
(© M. Linnenbach)

Fundort: Margaretenschlucht (Neckar-Odenwald-Kreis).aus der Formation des Unteren Buntsandstein

 
Bild: Tigersandstein.
Tigersandstein aus dem Unteren Buntsandstein / Zechstein
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der durch grauschwarze Flecken (Manganoxid) gekennzeichnete Tigersandstein.

Fundort: Vorderer Odenwald

 
Bild: Naturdenkmal Beutelstein, Ldkr. Calw
Marmorkuchen-Bänderung im Mittleren Buntsandstein
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Wechsellagerung von zahlreichen weißlichen und rotbraunen Schichten im Mittleren Buntsandstein am Geotop Beutelstein bei Bad Liebenzell (Ldkr. Calw).

 

Die Ablagerungen des Buntsandsteins in Mitteleuropa erstreckten sich von Frankreich und Luxemburg im Westen bis nach Polen und Weißrussland im Osten. Vom Süden der Schweiz bis nach Skandinavien im Norden. Das Klima der Buntsandsteinzeit schwankte zwischen wechselfeucht und trocken. Perioden mit Überflutungen wechselten mit ausgedehnten Trockenzeiten. Spuren der ariden Verhältnisse sind die in Tonsteinen häufig auftretenden Trockenrisse, die netzartig miteinander verbunden sind. Fossilien dagegen sind aus dieser lebensfeindlichen Zeit nur spärlich überliefert: neben vereinzelten Pflanzenresten (Koniferen, Farne, Schachtelhalme) sind Fährten und Skelettreste von Wirbeltieren, einige Süßwassertiere und Wohnbauten zu finden. Aufgrund des Mangels an Fossilien wird der Buntsandstein rein nach der Sedimentationsfolge gegliedert:

  • Der Untere Buntsandstein ist eine bunte, im wesentlichen tonige und sandige Bildung, mit tiefroter gleichmäßiger Färbung. Selten finden sich auch gelblich-graue bis weißliche Schichten. Der Untere Buntsandstein wurde unter flachmarinen Bedingungen gebildet (Nachweis: fossile Krebse der Gattung Estheriella), vermutlich in einem Ästuar (Randmeer). Der obere Bereich der Formation ist stellenweise als sog.  Kugelhorizont ausgebildet. Er enthält die bekannten Kugelsandsteine. Eine weitere Besonderheit stellen die seltenen Tigersandsteine, eine Schichtfolge des Zechsteins, dar
  • Im Verlauf des Mittleren Buntsandsteins kam es durch tektonische Bewegungen zu einer Zurückdrängung des Meeres. Riesige Flüsse und arides (heißes, trockenes) Wüstenklima wechselten sich bei der Entstehung ab. Dadurch kam es zu unterschiedlichen festländischen Ablagerungen, hauptsächlich Sandsteine und Konglomerate mit Schrägschichtungslinien. Trockenrisse bzw. Netzleisten weisen auf zeitweise Trockenperioden hin. Aus dieser Zeit fand man nur wenige fossile Belege von Kleinsauriern, Reste von Pflanzen sowie versteinerte Fussabdrücke von Sauriern (Chirotherien-Reptilien).
  • In der Zeit des Oberen Buntsandsteins (gegen Ende der Buntsandsteinzeit) kehrte das Meer von Norden her zurück und hinterließ marine Ablagerungen wie Panzer von Pfeilschwanzkrebsen (Gattung: Limulus) und Meeresmuscheln. Der Obere Buntsandstein erzeugt einen tonigsandenen Boden, der etwas fruchtbarer ist als die Böden im Bereich des Mittleren Buntsandsteins.
  • Der Obere Buntsandstein läßt sich in den Plattensandstein und die auflagernden Röttonsteine untergliedern. Im unteren Grenzbereich des Plattensandsteins kommen stellenweise Karneol- und Dolomitkonkretionen vor (fossile Bodenbildung), die zur Grenzziehung mitbenutzt werden. Der Plattensandstein besteht aus überwiegend mittelkörnigem Sandstein mit Glimmeranreicherungen auf Schichtflächen, die die plattenartige Absonderung hervorrufen. Dickbankige Bereiche werden heute noch in kleineren Steinbrüchen als Bausandstein oder Naturwerkstein abgebaut.
    Die Röttonsteine werden durch den Rötquarzit, einen bis über 10m mächtigen verkieselten Sandstein mit Spurenfossilien, in Untere und Obere Röttonsteine getrennt. Es handelt sich um rotbraune Ton- und Siltsteine mit Sandsteinzwischenlagen, Reduktionshorizonten und lokal vorkommenden Gips- und Steinmergellagen. Im obersten Bereich belegt die Myophorienbank, ein dolomitischer Kalk mit marin-brackischen Fossilien, den zum Muschelkalk überleitenden Meeresvorstoß. Aufschlüsse der Röttonsteine befinden sich z.B. bei Ingelfingen (Ldkr.Hohenlohe).