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Buntsandstein
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Geotope im Buntsandstein
Die Wolfsschlucht bei Zwingenberg (Neckar-Odenwald-Kreis)
(Element 1 von 23: Bild)
Bild: Die Wolfsschlucht, Mittlerer Buntsandstein
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Die Wolfsschlucht befindet sich im Neckartal oberhalb der Flussschleife zwischen Zwingenberg und Lindach. Die Schlucht ist tief in den Mittleren Buntsandstein (Pseudomorphosensandstein) eingeschnitten und endet als Kerbtal bei der Burg Zwingenberg.

Es ist nicht bekannt wie die Wolfsschlucht zu ihrem Namen kam. Die einzig verbreitete Überlieferung: Im Jahre 1866 soll hier der letzte Wolf des Odenwaldes erlegt worden sein. Doch zu dieser Zeit besaß die Schlucht vermutlich längst ihren Namen.

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Buntsandstein

Vor 230 - 215 Millionen Jahren (in der Untertrias) enstanden die Gesteine des Buntsandsteins. Sie bestehen hauptsächlich aus Quarzsandsteinen, die rot und rotbraun gefärbt sind. Teilweise nehmen sie auch Gelb-, Weiß- oder Violetttöne (also relativ bunte Farben) an. Die markante rotbraune Farbe der Buntsandsteinschichten rührt von dünnen Häutchen aus Eisenoxid bzw. Eisenhydroxiden, welche die Einzelkörner umschließen. Örtlich finden sich auch ergiebige Mineral- und Erzgänge (Schwarzwald, Odenwald). Es treten auch tonige bis siltige Schichten auf, die unter flacher Wasserbedeckung entstanden sind. Gegen Ende der Buntsandsteinzeit, im Röt, wurden salinare Gesteine abgeschieden. Diese sind auf den zentralen Bereich des germanischen Beckens beschränkt. Vor etwa 48 Millionen Jahren begann der Oberrheingrabens einzubrechen, dadurch wurden die Gesteinsformationen tektonisch umgelagert und ungleichmäßig angehoben.

Buntsandstein wird in drei Schichten unterteilt, deren Mächtigkeit (Dicke) sind:

  • Oberer Buntsandstein - 10 - 70 m
  • Mittlerer Buntsandstein - bis 300 m
  • Unterer Buntsandstein - bis 150 m
Bild: Grafik, Gliederung des Buntsandsteins
Gliederung des Buntsandsteins
(© LGRB, LUBW, Autor: M. Schöttle)
Die Gliederung des Buntsandsteins erfolgt in Unteren, Mittleren und Oberen Buntsandstein. Die Grenzziehung zwischen den einzelnen Abteilungen ist allerdings nicht ganz einheitlich .

Der Untere Buntsandstein beginnt mit den Bröckelschiefern, die an der Luft leicht zerfallen. Sie sind infolge toniger Anteile Wasserstauer und somit Quellhorizonte. Darüber folgt der rote, feinkörnige Bausandstein (z. B. Baumaterial des Heidelberger Schlosses) und der durch gelbe bis grauschwarze Flecken von Manganoxiden gekennzeichnete Tigersandstein.

Der Mittlere Buntsandstein beginnt mit dem Unteren Geröllhorizont (ECK'sches Konglomerat), einer Sandsteinserie mit eingelagerten Geröllen. Darüber folgen die geröllfreien Schichten des Hauptbuntsandsteins. Diese lassen sich durch das Auftreten bzw. Fehlen von lockersandigen, bräunlichen Flecken, die zu Löchern auswittern (sog. Pseudomorphosen), in zwei Abteilungen untergliedern. Der Hauptbuntsandstein besteht aus dickbankigen Sandsteinbänken, die teilweise durch dünne Schlufflagen getrennt sind. Die Sandsteine werden bzw. wurden in zahlreichen Steinbrüchen abgebaut. Im Neckartal sind diese braunroten Bausandsteine als Neckartäler Sandstein bekannt. Der Obere Buntsandstein beginnt mit dem Karneolhorizont, der nach ORTLAM (1967) als fossile Bodenbildung betrachtet wird. Darüber folgen die unter ständiger Wasserbedeckung abgelagerten Plattensandsteine, die vielfach lokal abgebaut werden. Es handelt sich um mittelkörnige Sandsteine, die sich infolge Einlagerung von Glimmern auf den Schichtflächen in dünne Platten zerlegen lassen. Darüber erfolgt nach Ablagerung einer weiteren Sandsteinbank (sog. Chirotheriensandstein) eine marine Ingression, die die bisher fluviatillimnische Sedimentation ablöst und die feinsandigen und tonigen Gesteine des Röt ablagert. Innerhalb dieser Serie liegt die sog. Myophoria-Bank, die marine Fossilien aufweist. Hiermit erfolgt die Überleitung zur marinen Muschelkalkzeit.

Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Schichthorizonte des Buntsandsteins im Kraichgau und südlichen Odenwald erfolgt bei SCHWEIZER & KRAATZ (1982).