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Landkreis Karlsruhe, Karlsruhe Stadt

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Auf den Spuren von Vater Rhein....

Bild: Knüppelsteg im Weingartener Moor
Knüppelsteg im Weingartener Moor
(© Autor: RP Karlsruhe)

Über den Knüppelsteg gelangt man zum Kernbereich des Niedermoores. Von einem Aussichtspunkt aus, lassen sich die Tiere ungestört beobachten. Die Besucherlenkung über die Stege bewahrt die sensiblen Moorflächen vor Trittschäden und allzu starkem Nährstoffeintrag durch das Schuhwerk der Besucher.

 

Seit etwa einer Million Jahren durchfließt der Rhein das Gebiet des Oberrheinischen Tieflandes. Vorausgegangen war eine bewegte geologische Geschichte, welche als Folge der Dehnung der Erdkruste einen Grabenbruch, den Oberrheingraben, entstehen ließ. Damals wie heute hat der mächtige Fluss diese Landschaft geprägt. Somit können wir in der Region des Nördlichen Oberrheinischen Tieflandes an vielen Stellen auf Spuren dieser bewegten Geschichte treffen. An zahlreichen Orten warten beeindruckende Naturerlebnisse und Zeugen der Landschafts- und Kulturgeschichte auf den Besucher.

Das Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört eröffnet Kindern wie Erwachsenen eine Erlebniswelt rund um den Rhein und den bedrohten Lebensraum Rheinaue. Auch wenn man sich weiter vom heutigen Verlauf des Rheins in Richtung Kraichgau entfernt, stößt man noch auf Spuren des Flusses. Das Naturschutzgebiet Weingartener Moor - Bruchwald Grötzingen stellt eine der letzen naturnahen Restflächen der Kinzig-Murg-Rinne dar, in der ehemals der Ostrhein entlang des Kraichgaurands dem Rhein entgegen floss. Wer behutsam durchs Moor wandert, kann eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entdecken und etwas über die kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Ortes für die Region erfahren.

Auch Zeugen der geologischen Geschichte lassen sich in dieser Region finden. Ein solche Gelegenheit bietet sich in der Schiefergrube bei Langenbrücken. In diesem renaturierten Steinbruch steht der Posidonien-Schiefer an der Erdoberfläche an. Seinen Namen hat das Gestein von den Posidonien-Muscheln. Sie erzählen als Fossilien noch heute die Geschichte der Jura-Meere, in denen sie vor über 200 Millionen Jahren an dieser Stelle lebten.

Heute gibt es in Karlsruhe 5 Naturschutzgebiete, 18 Landschaftsschutzgebiete und 3 flächenhafte Naturdenkmale mit einer Gesamtfläche von 6.418 ha, das sind 37 % der Karlsruher Gemarkung. Darüberhinaus sind 73 Bäume bzw. Baumgruppen als Naturdenkmale unter Schutz gestellt. Genaue Angaben, wie man diese Erlebnisorte aufsuchen kann finden Sie zusammen mit weiteren detaillierten Beschreibungen auf den nachfolgenden Seiten.

Bild: Altrheinarminsel Rappenwört Luftbild
Die Altrheininsel Rappenwört südwestlich von Karlsruhe
(© Autor: NatZka)

Rappenwört = die Insel der Raben

Ein typisches Rheinauengebiet (Altrheinarm) der Mäanderzone mit ausgedehnten Röhrichtflächen, Hart- und Weichholzauenwäldern. Lebensraum zahlreicher gefährdeter Pflanzen- und Tiergemeinschaften und Sitz des Naturschutzzentrums Karlsruhe-Rappenwört. Naherholungsgebiet mit großer Beutung den Raum Karlsruhe. Durch das naturnahe Bild der Rheinauen kann dem Erholungssuchenden vorort ein eindrückliches Naturerlebnis vermittelt werden. Das Gebiet wurde bis zum Bau des Rheinhochwasserdammes in den Jahren 1934/35 regelmäßig überflutet.