Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
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Die FFH - Richtlinie - Natura 2000

Das "Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften für den Umweltschutz (1987-1992)" enthält Bestimmungen zur Erhaltung der Natur und der natürlichen Ressourcen. Hauptziel der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitate) ist es, die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu fördern, wobei jedoch die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und regionalen Anforderungen berücksichtigt werden sollen. Der Zustand der natürlichen Lebensräume im europäischen Gebiet der Mitgliedstaaten verschlechtert sich unaufhörlich. Zahlreiche Arten wildlebender Tiere und Pflanzen sind in zunehmender Zahl ernstlich bedroht. Die bedrohten Lebensräume und Arten sind Teil des Naturerbes der Gemeinschaft, und ihre Gefährdung, der sie ausgesetzt sind, ist oft grenzüberschreitend (z.B. Zugvögel, Wanderfischarten). Daher sind zu ihrer Erhaltung Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene erforderlich.

Zur Wiederherstellung oder Wahrung eines günstigen Erhaltungszustandes der natürlichen Lebensräume und der Arten sind besondere Schutzgebiete auszuweisen, um nach einem festgelegten Zeitplan ein zusammenhängendes europäisches ökologisches Netz zu schaffen. Diese Gebiete werden jeweils von den einzelnen Mitgliedsstaaten vorgeschlagen. Darüberhinaus ist auch ein Verfahren vorzusehen, wonach in Ausnahmefällen auch ohne Vorschlag eines Mitgliedstaates die Ausweisung eines Schutzgebietes möglich ist, wenn die Gemeinschaft dies für die Erhaltung eines natürlichen Lebensraums oder für das Überleben einer hochgradig gefährdeten Art für unbedingt erforderlich hält.

Für die Durchführung dieser Richtlinie ist ein Ausbau der wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit unerläßlich. Daher gilt es, die hierzu erforderliche Forschung und wissenschaftliche Arbeit im Bereich des Umweltschutzes zu fördern.

Zur Überwachung und Umsetzung dieser Richtlinie erstellt eine Kommission in regelmäßigen Zeitabständen einen zusammenfassenden Bericht, der insbesondere auf den Ergebnissen der in den Mitgliedsstaaten durchgeführten Maßnahmen beruht. Für eine wirksame Durchführung dieser Richtlinie sind Aufklärungsmaßnahmen und eine Unterrichtung der Verwaltung und der allgemeinen Öffentlichkeit über die Ziele der FFH-Richtlinie unerläßlich.

Die FFH-Richtlinie enthält 6 Anhänge (I, II; III, IV, V u. VI).

Anhang I beinhaltet die natürlichen Lebensräume, die von bedeutendem gemeinschaftlichem Interesse sind (z.B. Hochmoore, Binnendünen, Pfeifengraswiesen, Trockenrasen aber auch Lagunen, Riffe und Meeresarme, ).

Anhang II enthält Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichen Interesse, für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen (z.B. Kammolch, Biber, Luchs, Bodenseeveilchen). Anhang II ist eine Ergänzung des Anhangs I zur Verwirklichung eines zusammenhängenden Netzes von besonderen Schutzgebieten.

Anhang III beschreibt die Kriterien zur Auswahl der Gebiete, die als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung bestimmt und als besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden könnten.

Anhang IV beinhaltet streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse (z.B. Braunbär, Wildkatze, Mauereidechse, Sommer-Drehwurz).

Anhang V enthält Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichen Interesse, deren Entnahme aus der Natur und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein können (z.B. Weinbergschnecken, medizinischer Blutegel, Schneeglöckchen, Gelber Enzian, Weißmoos).

Anhang VI nennt verbotene Methoden und Mittel des Fangs, der Tötung und der Beförderung von Tieren (z.B. Fallen und Netze die in ihrer Funktion unselektiv wirken bzw. unselektiv ausgebracht werden, das Fangen mit Gift oder Sprengstoff - "Dynamitfischen").