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Gäuplatten im Neckar- und Tauberland
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Kocher-Jagst-Ebenen, Hohenloher und Haller Ebene, Böden und Landschaft
Schwäbisch-Hällische Landschweine bei Wolpertshausen
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Bild: Schwäbisch-Hällische Landschweine TP_BGL9_10_115
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Neben dem Getreidebau haben im Raum Hohenlohe auch Schweinezucht und Schweinemast einen Schwerpunkt. Ein Markenzeichen der regionalen Landwirtschaft ist das Schwäbisch-Hällische Landschwein ("Mohrenköpfle"), eine alte Hausschweinrasse, die schon als ausgestorben galt, durch eine Züchtergemeinschaft aber seit 1986 wieder Verbreitung findet.

Gäuplatten im Neckar- und Tauberland:
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Gäuplatten im Neckar- und Tauberland

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Kocher-Jagst-Ebenen, Hohenloher und Haller Ebene

 
Bild: Hohenloher Ebene bei Braunsbach-Elzhausen TP_BGL9_10_25
Hohenloher Ebene bei Braunsbach-Elzhausen
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Der Blick geht über die flachwellige Hohenloher Ebene und das Grimmbachtal bei Braunsbach-Elzhausen bis zur Keuper-Schichtstufe der Limpurger Berge im HIntergrund. Auf den Feldern im Vordergrund sind lehmige, zu Staunässe neigende Ackerböden verbreitet (Pseudogley-Parabraunerde aus geringmächtigem Lösslehm über Lettenkeuper-Ton).

 
Bild: Hohenloher Ebene TP_BGL9_10_26
Hohenloher Ebene
(© LGRB, Autor: K.Rilling)

Blick von der Keuper-Schichtstufe bei Waldenburg auf die Hohenloher Ebene; im Hintergrund Künzelsau-Gaisbach

Ackerbau auf Weißem, Braunem und Schwarzem Feld

Den Untergrund der von Kocher und Jagst zerschnittenen Ebenen und flachen Hügellandschaften bilden überwiegend die Ton-, Mergel-, Dolomit- und Sandsteine des Lettenkeupers. Im Bereich der Kocher-Jagst-Ebenen zwischen Künzelsau und Krautheim nimmt auch der Obere Muschelkalk, der sonst nur an den Talrändern auftritt, größere Flächen ein. Die Bodenverhältnisse ähneln dort denen des Bau- und Tauberlands. Im Süden, im Übergang zur Keuper-Schichtstufe, sind in einem schmalen Streifen Gipskeupergesteine verbreitet.

 

Der Lettenkeuper tritt in weiten Bereichen nicht bodenbildend in Erscheinung, sondern ist von bis zu 3 m mächtigem Lösslehm bedeckt. Durch Tonauswaschung und Staunässe sind in den ebenen, talfernen Bereichen schluffreiche, erosionsanfällige, gebleichte, helle Oberböden entstanden, die von den Hohenloher Bauern seit jeher als „Weißes Feld“ bezeichnet werden. Die Unterböden besitzen eine auffällige rötlichbraune-hellgraue Marmorierung. Durch Drainage und Düngung werden diese Parabraunerde-Pseudogleye und Pseudogleye aus Lösslehm zu einigermaßen guten Ackerstandorten.

 

In den talrandnahen und etwas geneigteren Bereichen, wo der Lösslehm nicht oder weniger stark von Staunässe überprägt wurde, hat er seine ursprüngliche Farbe behalten und wird vom Landwirt als „Braunes Feld“ bezeichnet (Parabraunerde, Pseudogley-Parabraunerde). Vielfach treten aus eiszeitlichen Fließerden entstandene Böden auf, die aus Material der verschiedenen Lettenkeupergesteine bestehen und denen oberflächennah Lösslehm beigemischt ist (Braunerden, Pelosol-Braunerden, Pelosol-Parabraunerden). Auch sie werden, ebenso wie nicht vernässte Böden der Talmulden (Kolluvisole) und lehmige Böden im Muschelkalkgebiet (Parabraunerde, Terra fusca) zum „Braunen Feld“ gerechnet. Die Böden des „Braunen Felds“, die in der Landschaft den größten Flächenanteil haben, gehören zu den besten Ackerstandorten des Gebiets. Es sei denn, es handelt sich um steinige, trockene Muschelkalkböden oder basenarme, steinige, sandige Böden aus Lettenkeupersandstein.

Wegen der weiten Verbreitung fruchtbarer Lösslehmböden galt das Gebiet bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs als die Kornkammer Württembergs. Auch heute noch ist die Gegend wichtiges Getreideanbaugebiet. Außerdem sind die Lösslehmböden gut für den Zuckerrübenanbau geeignet. Daneben haben Schweinezucht und -mast in der Region einen Schwerpunkt.

 

Problematisch für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung sind die Böden des „Schwarzen Felds“. Es handelt sich dabei um schwere Tonböden (Pelosole), die in den lösslehmfreien geneigten und gewölbten Randbereichen der Ebenen in Erscheinung treten. Sie sind aus den oft dunklen Tongesteinen des Lettenkeupers entstanden und besitzen unter Grünland oft einen schwärzlichen humosen Oberboden. Die schwer durchwurzelbaren, dicht gelagerten Böden sind nur bei einem bestimmten Durchfeuchtungsgrad gut zu bearbeiten, weshalb sie auch als „Minutenböden“ bezeichnet werden. Insbesondere in abzugsträgen Flachlagen, wo die Böden oft noch eine 20–30 cm mächtige lösslehmhaltige Deckschicht besitzen, neigen sie stark zu zeitweiliger Staunässe (Pseudogley-Pelosol, Pseudogley). Sie treten besonders in Osthohenlohe auf, wo die Lösslehmdecke sehr stark ausdünnt (Übergang zum Weißen Feld).

 

Als bodenkundlicher und klimatischer Gunstraum stellt sich der tiefer gelegene äußerste Westen des Gebiets dar. Westlich von Öhringen, im Raum Neuenstadt a. K. und im Mündungsbereich von Kocher und Jagst, vollzieht sich der Übergang zu den Bodengesellschaften des Neckarbeckens und Kraichgaus. Im Gegensatz zum restlichen Gebiet sind dort Parabraunerden aus kalkhaltigem Löss der letzten Eiszeit verbreitet. Oft ist das Bodenprofil durch die jahrhundertelange Bodenerosion verkürzt und Rohlöss tritt bereits in 5-10 dm Tiefe auf. Die durch die vollständige Erosion der Parabraunerden entstandenen Pararendzinen, wie sie im benachbarten hügeligen Kraichgau vorherrschen, sind auf den reliefarmen Kocher-Jagst-Ebenen aber selten. Auch von Staunässe geprägte Böden sind im Lössverbreitungsgebiet nur untergeordnet vorhanden.

Übersicht:

2 Kocher-Jagst-Ebenen, Hohenloher und Haller Ebene