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Nördliches Oberrheinisches Tiefland
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Auenböden des Rheins
Kalkreicher Auengley-Brauner Auenboden aus Auenlehm über holozänem Rheinschotter
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Bild: Auengley-Brauner Auenboden_6916.5
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Der stark vom Grundwasser beeinflusste Boden liegt innerhalb der Hochwasserdämme im rezenten Überschwemmungsbereich des Rheins. Die kalkreichen tonig-schluffigen und schluffig-lehmigen Sedimente gehören zu den jüngsten Ablagerungen. Unterlagert ist der Auenboden von den sandig-kiesigen Schottern des Rheins. Je nach Höhe des mittleren Grundwasserstands befinden sich in seiner Nachbarschaft Brauner kalkreicher Auenboden mit Vergleyung im nahen Untergrund und Brauner kalkreicher Auenboden-Auengley. Die nutzbare Feldkapazität ist hoch.

Nördliches Oberrheinisches Tiefland:
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Nördliches Oberrheinisches Tiefland: Verbreitung der Böden

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Rheinauen - Auenböden als naturhistorische Archive

 
Bild: Altrheinarm im Auenwald, Rhein-Neckar-Kreis
Ketscher Rheininsel, Altrheinarm und Auwald
(© M. Linnenbach)
 
Bild: Altrheinarm bei Rappenwört, Stadt Karlsruhe, Boot
Karlsruhe-Rappenwört, Altrheinarm im Auwald
(© M Linnenbach)

Semiterrestrische Böden wie Kalkhaltiger Brauner Auenboden aus lehmigen und schluffigen Sedimenten dominieren die ackerbaulich genutzten, ehemaligen Auenflächen des Rheins zwischen Hochwasserdamm und Hochgestade. Im Mündungsbereich der Kraichgaubäche vermischen sich die kalkigen Auensedimente des Rheins und seiner Zuflüsse. Die Sedimente liegen stellenweise auf tonigen Stillwasserablagerungen. Der stark schwankende Grundwasserstand liegt während der Vegetationsperiode zwischen 1,5 und 4 m unter Flur und ist stellenweise abgesenkt. In den Rinnen, alten Mäanderschlingen und tiefer gelegenen Bereichen finden sich, dem höher anstehenden Grundwasser entsprechend, kalkhaltiger Auengley-Brauner Auenboden und Auengley, Anmoorgley und Niedermoor.

Weite Teile dieser Feuchtflächen sind heute als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Größere Niedermoorflächen liegen zwischen Knielingen und Leopoldshafen sowie bei Graben-Neudorf. Auf höhergelegenen Rheinterrassen bei Rastatt kann in älterem, lehmigem Auensediment eine terrestrische Bodenbildung stattgefunden haben. Hier kommt neben dem kalkhaltigen Braunen Auenboden Auenbraunerde vor, in der schon eine deutliche Gefügebildung im Oberboden erkennbar ist.

Südlich von Karlsruhe liegt zwischen Rhein und Hochwasserdamm ein größeres Gebiet, das noch überflutet werden kann. Das Grundwasser steht hier oberhalb von 2 m u. Flur. Bei jedem Hochwasser wird großflächig junges, kalkreiches, sandig-schluffiges Material angeschwemmt. Die zugehörigen Böden sind Auenpararendzina-Auengley und Auenpararendzina. Wo nur noch unverwittertes Steingereibsel sedimentiert wurde, entstand Auenkarbonatrohboden.

Viele Auenböden müssen als reliktisch angesehen werden. Insbesondere die hydromorphen Merkmale stimmen oft nicht mit den aktuellen, meist tiefer liegenden Grundwasserstände überein. Die reliktischen bodengenetischen Merkmale werden zwar von den aktuellen Bedingungen der Bodenbildung überprägt, gehen aber nicht ganz verloren. Die wechselnden Wasserverhältnisse in der Vergangenheit, besonders nach der Rheinbegradigung durch den Ingenieur Johann Gottfried Tulla lassen sich deutlich erkennen.