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Nördliches Oberrheinisches Tiefland
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Erosion
Bodenerosion auf landwirtschaftlicher Fläche nach Starkregen
Bild: Bodenverlust durch Erosion
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Akkumulation von abgeschwemmten Bodenmaterial und Überschüttung des Hangfußbereichs nach einem Starkregen.

Die Grenzen zwischen Wald und offenem Gelände treffen im Kraichgau häufig nahezu ohne Pufferzonen und Übergänge auf. Die meist höher liegenden Waldrandstufen bewirken zu den tiefer liegenden Ackerflächen noch eine zusätzlich erhöhte Ablussrate des Regenwassers - insbesondere bei Äckern in Hanglage.

Um zu verhindern, dass das Wasser in den Falllinien abfließt, sollten Pflege und Bewirtschaftung quer zum Hang erfolgen.

Nördliches Oberrheinisches Tiefland:
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Nördliches Oberrheinisches Tiefland: Beeinträchtigung der Böden

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Gefährdung und Schutz der Böden

 
Bild: Baggersee - Kiesabbau
Bodenverbrauch durch Kiesabbau
(© RP Karlsruhe, LUBW, Autor: solum)

Durch tiefgründigen Kiesabbau wird der Boden in seiner natürlichen Funktion massiv gestört und oft sogar unwiederbringlich zerstört. Auch Grundwasserspiegel, Grundwasserbewegungen und Landschaftsbild werden durch den Kiesabbau negativ beeinflusst.

Durch die fast ausschließlich im Nassabbau betriebene Kiesgewinnung gingen im deutschen Teil
der Oberrheinniederung bisher mehr als 5.000 ha Auenlandschaft verloren. Für die Verwendung als Baustoff und für die Geschiebezugabe in den Rhein als Maßnahme gegen die Tiefenerosion wird weiterhin flächig Kies abgebaut. Von Naturschutzseite wurde versucht, in Kiesgruben entsprechende Sekundärbiotope für Pioniere zu entwickeln, die einen gewissen Ausgleich für verlorengegangene Biotope des "Wildstromes" darstellen können. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass sowohl die Rekultivierung wie auch die Folgenutzung der Baggerseen in der Regel nicht naturschutzgerecht erfolgen.

 
Bild: Baustelle Branichtunnel bei Schriesheim
Bodenverbrauch für den Neubau von Verkehrsflächen
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Baustelle Bundesstraße 3 bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis).

Die natürliche Vielfalt des Oberrheinischen Tieflandes wird von der wechselnden Nutzungsintensität durch Landwirtschaft, Industrie und Siedlung überlagert. Aus den konkurrierenden gesellschaftlichen Ansprüchen können sich Beeinträchtigungen der natürlichen Ökosysteme, vor allem auch des Bodens, ergeben.

Neben der Grundwasserabsenkung infolge der Rheinkorrektion wurde auch durch die für Siedlungs- und Industriezwecke verstärkte Wasserentnahme in Ballungsgebieten der Grundwasserspiegel abgesenkt, z.B. nördlich von Karlsruhe und im Rhein-Neckar-Raum.

Mit der Siedlungstätigkeit sind regelmäßig Eingriffe wie Versiegelung, Abgrabung und Aufschüttung (d.h. allgemein Bodenveränderungen) verbunden, wodurch auch die Bodenfunktionen im Naturhaushalt beeinträchtigt werden.

Dadurch verringert sich die Wasseraufnahmekapazität der Böden und die Grundwasserneubildungsrate. Die lokale Hochwassergefahr nimmt durch den beschleunigten Wasserablauf von versiegelten Flächen zu - ein Aspekt, der vor dem Hintergrund der prognostizierten Klimaveränderung mit deutlich zunehmenden Starkregenereignissen an Bedeutung gewinnen wird. Außerdem können siedlungsbedingte Schadstoffeinträge ebenso zu erhöhten Schadstoffgehalten im Boden führen.

Auch durch Kies - und Sandabbau wird Boden in Anspruch genommen, dabei werden sämtliche natürliche Bodenfunktionen zerstört. In Bereichen mit Trockenabbau ist eine fachgerechte Rekultivierung der Abbaufläche mit dem sorgfältig zwischengelagerten Bodenmaterial eine notwendige Maßnahme zum Schutz des Bodens.

Übersicht:

1 Gefährdung und Schutz der Böden