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Nördliches Oberrheinisches Tiefland
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Bodenlandschaft Nördliches Oberrheinisches Tiefland
Blick über Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(Element 1 von 30: Bild)
Bild: Blick über Schriesheim
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Blick vom Kuhberg auf Schriesheim an der Bergstraße. Am rechten Bildrand sind Teile der Strahlenburgruine erkennbar.

 

Nördliches Oberrheinisches Tiefland:
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Nördliches Oberrheinisches Tiefland: Erklärung der Bodentypen

 

Erklärung der Bodentypen

 
Bild: Pararendzina Schwarzjura gamma TB_n_15
Pararendzina aus Mergel- über Kalkstein (Numismalismergel-Formation, Schwarzjura γ)
(© LGRB, Autor: K. Rilling)
Diese flachgründigen und zu Trockenheit neigenden Böden kommen meist nur kleinflächig an Hangversteilungen und auf schmalen Scheitelbereichen im Unterjura-Hügelland vor. Sie sind mit noch flacheren Bodenprofilen vergesellschaftet, bei denen die Kalksteine bereits weiter oben im Profil auftreten (Rendzina). In der Regel werden sie durch extensives Grünland oder Wald genutzt.
 
Bild: MP_7018_3
Kolluvium über Pelosol-Parabraunerde
(© LGRB, Autor: M. Weiß)
In den zahlreichen Muldentälchen des Gipskeuperhügellands findet man das durch Bodenerosion abgeschwemmte humose Oberbodenmaterial wieder. Die früher an der Bodenoberfläche liegenden Pelosole oder Pelosol-Parabraunerden bilden heute den tieferen Unterboden. Dieses Bodenprofil stammt aus der Nähe von Mühlacker am südwestlichen Rand des Strombergs.
 
Bild: 8216_205 Kalkhaltiger Brauner Auenboden
Kalkhaltiger Brauner Auenboden (Vega) aus Auenlehm und -sand über Kies
(© LGRB, Autor: M. Boll)

Dieser Braune Auenboden (Vega) aus 55 cm mächtigem lehmig-sandigem Auensediment befindet sich in der Wutachaue südlich von Stühlingen.

 
Bild: Auenböden, Bodenprofil
Auenkarbonatboden (Rambla-Paternia), Überflutungsaue bei Au am Rhein
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Typisch für diesen Bodentyp ist die grau-braune, sandige Schichtung. Darunter können sich noch Kiesschichten älterer Flussablagerungen befinden. Die Rambla-Paternia-Zone ist der typische Standort der Weichholzaue.

 
Bild: Niedermoor, Bodenprofil
Niedermoorboden, Boden des Jahres 2012
(© RP KA, LUBW, Autor: RP Karlsruhe)

Profilgrube im Niedermoorbereich. Die über 100 cm hohen, schwarz-braungefärbten Torflagen sind hier durch abgestorbene Schilf- und Seggenriede enstanden. Die Schichtenfolge der pflanzlichen Reste in den Torfschichten stellt für den Wissenschaftler eine aufschlussreiche Urkunde zur Klima- und Vegetationsgeschichte des Moores dar.

Niedermoorböden sind in der Nördlichen Oberrheinebene noch weit verbreitet.Dieser Sachverhalt ist allgemein wenig bekannt, da Niedermoore meist von Mineralböden überdeckt sind. Letzte noch intakte, offene Moorflächen sind inzwischen gesetzlich geschützt. Wo es Sinn macht, lohnt sich auch die Wiedervernässung ehemaliger Moorgebiete.

Terrestrische Böden

Syrosem

Anfangsstadium der Bodenbildung in überwiegend unverwittertem Löss. Ein humoser Oberboden ist nur schwach ausgebildet.

Pararendzina

Junger, kalkhaltiger Boden mit basenreichem, humosem Oberboden aus karbonat- und silikathaltigem Lockergestein (Ah/eC-Profil). Durch Entkalkung, Verbraunung und Tonverlagerung bildet sich in der weiteren Bodenentwicklung eine Parabraunerde. Die rezenten Pararendzinen sind durch Erosion entstanden.

Parabraunerde

Boden mit einem an Ton verarmten Oberboden über einem mit Ton angereicherten Unterboden (Ah/Al/Bt/Bv/lC). Die Bodenbildung verläuft über Entkalkung, Verwitterung und Tonverlagerung. Ausgangsmaterial der Bodenbildung sind kalkreicher Löss, Terrassen- und Hochflutsedimente. Der schluffreiche Oberboden ist gegenüber Erosion besonders anfällig. Ohne Schutz durch Vegetation wird oft der Oberboden bis auf den beständigeren Tonanreicherungshorizont abgetragen. Es bildet sich eine erodierte Parabraunerde (Ah/(Al)/Bt/Bv/lC-Profil).

Kolluvium

Kolluvium (aH/M-Profil) entsteht aus umgelagertem humosem Bodenmaterial. Durch Niederschläge werden Bodenteilchen schon bei geringem Gefälle hangabwärts verfrachtet und sammeln sich in Tälern und Tiefenlinien an. Kolluvien sind in der Regel tiefgründige und fruchtbare Böden mit meist dunklen, deutlich humosen Unterböden.

 

Rigosol

Durch anthropogene Durchmischung von Ober- und Unterboden entstandener Boden (RAp/R/C-Profil). Ist der ursprüngliche Bodentyp noch erkennbar, wird er mit wie z. B. Parabraunerde-Rigosol im Namen aufgeführt. Typische Vertreter sind die Weinbergsböden, die als Meliorationsmaßnahme über Jahrhunderte rigolt wurden.

 

Semiterestrische Böden

 

Auenkarbonatrohboden (Rambla)

Anfangsstadium der Bodenbildung in jüngsten, kalkreichen Flusssedimenten. Der humose Oberbodenhorizont ist lückenhaft und bedeckt nur filmartig die weitgehend unverwitterten Sedimente (aAi/alC/aG-Profil). Grundwassermerkmale erst unterhalb 4 dm u. Fl.

Auenpararendzina (Kalkpaternia)

Boden aus karbonat- und silikathaltigen, jungen Auensedimenten mit deutlich entwickelten humosem Oberboden (aAh/aelC/aG-Profil). Nach Abschluss der Auensedimentation kann sich aus der Auenpararendzina durch Entkalkung, Verbraunung und Tonverlagerung eine Parabraunerde entwickeln.

Brauner Auenboden (Vega)

Boden in der regelmäßig überschwemmten Aue aus Flusssedimenten. Die braunen Sedimente bestehen überwiegend aus andernorts abgetragenem Bodenmaterial, daher der relativ hohe Humusgehalt im Unterboden (M-Horizont).

Auengley-Brauner Auenboden

Semiterrestrischer Übergangsbodentyp, der im Oberboden die Eigenschaften des Braunen Auenbodens hat, im Unterboden aber bereits den oxidativen Grundwasserhorizont eines Gleys aufweist.

Auenbraunerde und Auenparabraunerde

Böden in Auenlage, die durch eine Bodenentwicklung nach der Sedimentation der Hochwasserablagerungen entstanden sind. Durch Freisetzung von Eisenoxiden kommt es zu einer Verbraunung des Bodens. Die Auenbraunerde (aAh/aBv/aC/aG-Profil) entspricht der autochthonen Vega. Im Laufe der weiteren Bodenentwicklung kann es zur Tonverlagerung und zur Entwicklung einer Auenparabraunerde (aAh/aAl/aBt/aC/aG-Profil) kommen.

Auengley

Semiterrestrischer Boden in Auenlage, der durch Grundwasser beeinflusst ist (aAh/aGo/aGr-Profil). Der Grundwasserspiegel steigt nur ganz kurzfristig höher als 4 dm unter Flur. Unter einem Oberbodenhorizont folgt ein periodisch durchlüfteter und deshalb rostfleckiger Grundwasserhorizont (Go). Im ständig wassererfüllten Unterboden ist das feinverteilte Eisen blaugrau gefärbt und bildet den nassen und sauerstoffarmen Gr-Horizont. Steht das Grundwasser dauerhaft höher an, bilden sich Nassgley und Anmoorgley.

Niedermoor

Durch ständig bis an die Geländeoberfläche anstehendes, sauerstoffarmes  Grundwasser wird die Zersetzung organischer Substanz verhindert und es kommt zu einer Anreicherung von abgestorbenen, wenig bis stark zersetzten Pflanzenresten, den Niedermoortorf. Die Torfschicht kann mehrere Meter mächtig sein (nHw/nHr-Profil). Moore sind nur da zu finden, wo kein schnell fließendes Wasser die Torfbildung verhindert oder wegspült. Die Niedermoore sind größtenteils entwässert und bilden so gute Grünlandflächen.