Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Moore
Karte
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …

Moore

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Nutzung

 
Bild: Torfstich Wurzacher Ried (Ldkr. Ravensburg)
Historischer Torfstich im Wurzacher Ried (Ldkr. Ravensburg)
(© GNU-FDL, Autor: K. Enslin)

Historischer Torfstich im Wurzacher Ried mit Lorenbahn zum Transport der Torfziegel.

 
Bild: Bruchwald am Walldorfer Kreuz, Stelzwurzel
Mangrovenartige, freiliegende Erlenwurzeln über abgesackter Niedermoorfläche
(© M. Linnenbach)

Die Stelzwurzeln (hier: Schwarzerle) entstehen aufgrund der Torfabsackung bzw. -mineralisation des im Untergrund anstehenden Moorbodens.

als Fläche für die Landwirtschaft

  • Moore sind gegenüber Standorten auf Mineralböden in der Regel ertragsärmere Standorte. Die landwirtschaftliche Nutzung bedeutet eine Reihe von Standortveränderungen wie z. B. Entwässerung, Umbruch des Oberbodens sowie Zufuhr von Nährstoffen. Hinzu kommt eine mögliche Nitratbelastung für das Grundwasser. Inwiefern ein Standort verändert werden muss, hängt ab von den Standortsansprüchen der anzubauenden Pflanzen für die nicht nur der Bodenstandort Torf, sondern auch makro- bis mikroklimatische Eigenschaften und das Relief wesentlich sind und wirtschaftliche Notwendigkeiten, wie die Tragfähigkeit für Maschinen und Trittfestigkeit für Tiere.
  • Die geringsten Veränderungen in Wasserhaushalt und Torfzersetzung verursachen der Anbau von Wildreis, Schilf, Wasserschwaden oder Sphagna (Paludikultur = Sumpfkulturen), die stärksten Veränderungen Weidewirtschaft und üblicher Ackerbau mit bis zu 80 cm Entwässerungstiefe, wobei bis zu 2 cm Torf pro Jahr zersetzt werden kann. Bei Grünlandnutzung, wie Mähweide, rechnet man bei Entwässerungstiefen bis 60 cm mit 1 cm Torfzersetzung pro Jahr. Torfzersetzung bedeutet dann auch, dass der dabei frei werdende Stickstoff, sofern dieser nicht von den Kulturpflanzen aufgenommen werden kann, entweder zu erhöhter Nitratbelastung des Grundwassers oder über die Denitrifikation als NOx in die Atmosphäre entweicht und damit zum Treibhauseffekt beiträgt.

als Rohstoffquelle

  • Noch bis in die 1950-er Jahre wurde in Baden-Württemberg Torf vielfältig genutzt: als Energierohstoff, Isoliermaterial, Anzuchtsubstrat und Bodenverbesserungsmittel für den Gartenbau, Filtermaterial und Heilmittel (Badetorf). Heute darf nur noch im Reicher Moos Badetorf abgebaut werden.

als Speicher

  • Intakte Moore werden als Kohlenstoffsenke und damit klimaschützend, zumindest aber als klimaneutral eingeschätzt. Torfabbau und das Überdecken von Mooren zerstören den Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen sowie wertvolle Urkunden der Natur- und Kulturgeschichte. Auch die Durchlüftung des Torfkörpers z. B. durch landwirtschaftliche Nutzung hat irreversible Prozesse wie Schrumpfung und Sackung bewirkt und durch die Mineralisierung den Torfschwund ermöglicht.