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Moore

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Klima und Wasserhaushalt

 
Bild: Wildseemoor
Wildseemoor bei Bad Wildbad-Kaltenbronn (Ldkr. Calw und Rastatt)
(© LUBW, Autor: R. Steinmetz)

Die Moorlandschaft von Wildsee und Hornsee gilt als größtes naturbelassenes Hochmoor Deutschlands.

 
Bild: Moore, Gasaustausch, Grafik
Moore, Gasaustausch
(© BfN, Autor: Freibauer et al.)

Moore sind Feuchtbiotope und stellen auf Grund ihrer Umwelteigenschaften einen für Tiere und Pflanzen besonderen Lebensraum dar. Daher leben in Mooren zahlreiche an diese ökologischen Bedingungen angepasste Arten, die in anderen Lebensräumen nicht oder nur gering verbreitet sind. In Baden-Württemberg sind derzeit 650 Moore als Naturschutzgebiet (NSG) oder flächenhaftes Naturdenkmal (FND) geschützt.

In Baden-Württemberg begann die Moorbildung nach Ende der letzten Eiszeit vor ca. 12.000 Jahren. Über diesen langen Zeitraum haben sich in den Mooren große Kohlenstoffmengen angesammelt. Der im Torfkörper gespeicherte Kohlenstoff stammt aus der Photosynthese, d.h. aus der Aufnahme von Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre durch Pflanzen. Abgestorbene Pflanzen oder Pflanzenteile werden unter Wassersättigung in einem sauerstoffarmen Milieu, das den Abbau der organischen Substanz extrem verlangsamt, allmählich zu Torf. Die Torflagen erreichen stellenweise bis über 10 m Mächtigkeit.

Die Klimawirksamkeit von Mooren ist zum größten Teil eine Folge des Wasserstandes und der Nutzung in Mooren. In Folge der Entwässerung von Moorflächen durch den Menschen zur Gewinnung von Torf als Brennstoff, für gartenbauliche Substrate oder zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung wird der Torfkörper durchlüftet und der gespeicherte Kohlenstoff als das klimarelevante Treibhausgas C02 wieder freigesetzt. Wasserentzug und Durchlüftung bewirken sowohl physikalische Veränderungen wie Sackung und Schrumpfung als auch chemische Prozesse wie die Mineralisierung der über Jahrhunderte aufgebauten organischen Substanz. In der Folge entweichen große Mengen des ehemals im Torf gespeicherten CO2. Zusätzlich wird Lachgas (N2O), dessen klimaschädigende Wirkung um ca. 300mal größer ist als die des CO2 frei.

Aber auch in naturnahen Mooren werden Treibhausgase freigesetzt. Unter Sauerstoffmangel wird dort in tieferen Bodenschichten beim anaeroben Abbau von organischer Substanz das Treibhausgase Methan (CH4) gebildet. Dieses ist Gas ist 21mal klimawirksamer als CO2. Allerdings wird in naturnahen Mooren auch wiederum CO2 festgesetzt und Methan kann, wenn der Wasserstand nicht über der Bodenoberfläche steht auch wieder abgebaut (oxidiert) werden, sodass naturnahe Moore im Allgemeinen als klimaneutral bis nur schwach klimarelevant gelten. Die nebenstehende Grafik verdeutlicht den Zusammenhang zwischen dem Wasserstand von Mooren und der Freisetzung von Treibhausgasen.

Die nachstehende Tabelle zeigt Messwerte für die Freisetzung der wichtigsten Treibhausgase umgerechnet in Tonnen CO2-Äquivalente bezogen auf einen Hektar und ein Jahr. Die Nutzung (Acker, Grünland) sowie der  Entwässerungsgrad (nass, mittel, trocken) haben erheblichen Einfluss auf die Treibhausgasfreisetzung insbesondere im Vergleich zu „naturnah/ renaturiert“, d.h. nicht genutzten, weitgehend klimaneutralen Mooren.

 

Niedermoor Hochmoor
Tonnen CO2-Äquivalente pro Hektar und Jahr
Acker 33,8
(14,2 bis 50) keine -
Grünland intensiv/ mittel 30,9 (21,3 bis 40,7) 28,3 -
Grünland etensiv trocken 22,5 (19,5 bis 30,9) 20,1 -
Grünland extensiv nass 10,3 (5,8 bis 16,3) 2,2 (0 bis 4,4)
Hochmoor trocken -
-
9,6 (5,3 bis 12,1)
Naturnah/ Renaturiert 3,3 (-4,3 bis 11,9) 0,1 (-1,8 bis 2,9)
Überstau 28,3 (10,6 bis 71,7) 8,3 (6,1 bis 10,4)