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Geotope

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Bedeutende Geotope in Baden-Württemberg

 
Bild: Feldberg, Luftbild
Das aufgefaltete Feldberg-Massiv (Breisgau-Hochschwarzwald)
(© LUBW, Autor: R. Steinmetz)

Das aufgefaltete Feldberg-Massiv (1.493 m üNN.) von Westen aus betrachtet. Der Gebirgsstock im Naturraum Hochschwarzwald zählt zum kristallinen Grundgebirge. Die Niederschläge erreichen nahezu 2.000 mm jährlich Sie liegen im Schnitt  jedoch etwas niedriger als im Nordschwarzwald.

 

 
Bild: NSG Badberg, Kaiserstuhl (Breisgau-Hochschwarzwald)
Blick auf den Badberg im Kaiserstuhl (Aufn. Juni 2014)
(© M. Linnenbach)

Blick auf den Badberg im Kaiserstuhl. Die Gipfellagen des Badbergs wurden früher als Weide genutzt, sie sind für den Weinanbau zu trocken. Heute befindet sich dort ein Naturschutzgebiet mit einer Größe von ca. 65 ha.

 
Bild: Randecker Maar, Kessel, Luftbild, Winter
Randecker Maar (Ldkr. Esslingen)
(© LUBW, Autor: RP Stuttgart)

Aus der Luft betrachtet kommt der trichterförmige Maarkessel des Randecker Maars besonders im Winter gut zur Geltung.(Aufn. 1982).

Bedeutendes Bodendenkmal und Naturschutzgebiet mit einer Größe von 110 ha im Naturraum Mittlere Kuppenalb.

 

 
Bild: Hohentwiel
Der Hohentwiel (Ldkr. Konstanz)
(© GNU-FDL, Autor: Heilmann)

Der Hohentwiel zählt mit zu den bekanntesten Heguavulkanen. Der 686 m hohe Vulkanschlot mit einem Phonolithkern von etwa 400 m Durchmesser, gilt als Hausberg von Singen (Landkreis Konstanz). Auffällig ist der extrem steile Abfall des Bergs im Osten. Auf der Westseite dagegen verlaufen die Hanglinien plateau- bis stufenförmig.

Das heutige naturnahe, friedlich anmutende Landschaftsbild, lässt nichts mehr von den zahlreichen kriegsgeschichtlichen Ereignissen, die sich in vergangenen Jahrhunderten um die Festung auf dem Hohentwiel abspielten, erahnen. Im Mai 1800 wurde die Festung ein letztesmal gestürmt und durch die Truppen Napoleons teilweise zerstört. Die Burgruine ist heute öffentlich zugänglich und kann besichtigt werden. An den Felsen und in den Mauern der Ruine findet sich die seltene Italienische Schönschrecke (Calliptamus italicus).

 

 

Die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e. V. rief im Jahre 2005 die Öffentlichkeit und Fachwelt auf, sich an einem Wettbewerb zur Erfassung und Ausweisung der bedeutendsten (Einzel-) Geotope, Geotop-Ensemble und Geotop-Landschaften in Deutschland zu beteiligen.

Folgende Kriterien müssen Geotope erfüllen, die zur Aufnahme in die „Liste der bedeutendsten Geotope in Deutschland“ vorgeschlagen werden: Es müssen Geotope sein, die erdgeschichtliche Vorgänge, einschließlich der Entwicklung des Lebens, geologische Prozesse bei der Entwicklung von Landformen und geomorphologische Eigenheiten oder geologische Sehenswürdigkeiten von außergewöhnlicher natürlicher Ausprägung repräsentieren. Die Begriffe (Einzel-) „Geotop“, „Geotop-Ensemble“ und „Geotop-Landschaft“ sind wie folgt definiert:

Geotope sind einzelne klein- oder großflächige Dokumente der Entwicklung der Erde und des Lebens auf ihr. Sie umfassen natürliche und künstliche Freilegungen von Gesteinen, Lockerablagerungen und Fundstellen von Fossilien, Mineralien, Erzen, Landschaftsformen und Wasserquellen. Geotop-Ensembles repräsentieren Anhäufungen von Geotopen, die zueinander in enger räumlicher und genetischer Beziehung stehen. Dabei handelt es sich um Objekte, die sich im internationalen Vergleich durch außergewöhnliche geowissenschaftliche Bedeutung, Anschaulichkeit oder Schönheit auszeichnen. Sie müssen besondere erdgeschichtliche, geologische und landschaftsgeschichtliche Prozesse oder Ereignisse oder Entwicklungen veranschaulichen.

Geotop-Landschaften repräsentieren geologische und geomorphologische Sehenswürdigkeiten mit besonders auffälligen Eigenheiten. Die auszuzeichnenden bedeutendsten Geotope müssen langfristig erhaltbar sein. Sie sollten öffentlichen Informationsmöglichkeiten zugeordnet sein wie einem Museum, Lehrpfad oder einem ausgewiesenen Besichtigungsobjekt. Sie können Bestandteile eines Geoparks sein. Insgesamt gingen 180 Vorschläge ein, aus denen von einer Jury 78 Vorschläge als national bedeutende Geotope oder Geotop-Landschaften ausgewählt wurden. Die Geotope stehen unter der Adresse www.geoakademie.de im Internet zur Ansicht.

 

Folgende bedeutende Geotope aus Baden-Württemberg wurden ausgewählt:

  • Feldberg und Wutachschlucht im Schwarzwald (zusammen mit: Die Eiszeit am Feldberg im Schwarzwald)
  • Meteorkrater „Steinheimer Becken“ auf der Schwäbischen Alb
  • Der Kaiserstuhl im Oberrheintal
  • Das Randecker Maar auf der Schwäbischen Alb
  • Die Fossilienfundstätte Holzmaden
  • Donauversickerung und Aachtopf zwischen Immendingen und Möhringen am Südrand der Schwäbischen Alb
  • Karstlandschaft „Blaubeurer Alb - Urdonautal“
  • Vulkanlandschaft des Hegau (Hohenhewen, Hohentwiel, Hohenkrähen, Hohenstoffeln)
  • Isteiner-Klotz und Isteiner-Schwellen am südlichen Oberrheintalrand
  • Die Hessigheimer Felsengärten im Neckartal
  • Donaudurchbruch beim Kloster Beuron (Oberes Donautal)
  • Der „Mössinger Bergrutsch“