Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Baden-Württemberg
BW-Standardkarte
Anregungen oder Fragen?
Suche
Suche in …
Umweltportal

Geotope

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Geotope - Geotoptypen und Literatur

 
Bild: Steinbruch Kallenberg
Aufgelassener Muschelkalksteinbruch Kallenberg (Rhein-Neckar-Kreis)
(© M. Linnenbach)

Der Steinbruch Kallenberg (Oberer Muschelkalk), nördlich von Eschelbronn (Rhein-Neckar-Kreis). Der Abbau begann 1861 und endete 1978. Das strukturreiche Gelände mit seinen verkarsteten Felsflächen ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Seit 1989 Naturschutzgebiet.

 
Bild: Vogelherdhöhle (Lonetal-Härtsfeld)
Vogelherdhöhle im Lonetal (Ldkr. Heidenheim)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Die ca. 40 m lange Höhle bei Niederstotzingen-Stetten liegt an einem ehemaligen Umlaufberg der Lone.Die prägenden Gesteinformationen bestehen aus Massenkalken des Weißen Jura. Entdeckt wird sie im Jahr 1931 durch den Heidenheimer Heimatforscher Hermann Mohn. Bis dahin war die Höhle vollständig mit Jurakieseln, Schlamm und Bodensubstrat (Humus) verfüllt und in der Landschaft nicht erkennbar.

Die Vogelherdhöhle wurde über längere Zeiträume immer wieder von Menschen bewohnt. Belegt ist dies durch archäologisch wertvolle Funde wie z.B. Steinzeitwerkzeuge und Elfenbeinschitzereien (Höhlenlöwe, Wildpferd, Mammut). Die Fundstücke befinden sich heute im Schloßmuseum Hohentübingen. Mehrere Schautafeln informieren vorort über die kulturhistorische Bedeutung der Höhle.

Heutzutage hinterlassen hier Menschen häufig weniger nützliche Dinge. Die Installation eines Müllbehälters stört den Gesamteindruck des Kulturdenkmals erheblich, dennoch ist diese Maßnahme aufgrund der hohen Besucherzahlen absolut notwendig (Aufn. Mai 2008)

 
Bild: Doline im Plattenwald, Rems-Murr-Kreis
Doline im Plattenwald bei Backnang
(© LUBW)

Besonders tiefe Dolinen finden sich auf den Waldflächen zwischen Backnang und der Gemeinde Oppenweiler-Zell. Naturdenkmal.

 
Bild: Basaltblockschutt - Katzenbuckel
Basalt-Blockschutthalden
(© privat, Autor: Linnenbach)

Basalt-Blockschutthalden am Steinbruchsee am Katzenbuckel.

Basaltstöcke sind aufgrund ihrer hohen Gesteinsdichte generell wasserarm. Eher geeignet als Grundwasserträger sind die Blockschuttmassen am Fuß des Vulkanschlots.

 

 
Bild: Kalksinterquelle bei Flehingen
Kalksinterquelle Tauchstein bei Flehingen (Ldkr. Karlsruhe)
(© privat, Autor: Antesberger)

Der Tauchstein, eine markante Kalksinterquelle bei Flehingen (Ortsteil der Verbandsgemeinde Kraichtal im Ldkr. Karlsruhe). Naturdenkmal.

 

 
Bild: Geotope im Regierungsbezirk Stuttgart
Geotope im Regierungsbezirk Stuttgart (2002)
(Autor: LUBW Hrsg.)

Das baden-württembergische Naturschutzgesetz (NatSchG, 2005) definiert als Naturdenkmale Gebiete bis zu 5 ha (flächenhafte Naturdenkmale, FND) sowie Einzelbildungen der Natur, deren Schutz und Erhalt aus wissenschaftlichen, ökologischen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen oder kulturellen Gründen oder wegen ihrer Eigenart, Seltenheit oder landschaftstypischen Kennzeichnung erforderlich ist.

Dieser rechtliche Rahmen trifft für die meisten Geotoptypen zu. Ihre Gesamtheit lässt sich grob in drei Gruppen unterteilen:

  • Geologische Aufschlüsse (Lokalitäten mit zutage tretendem Gestein)
  • Geomorphologische Erscheinungen (durch geologische Vorgänge entstandene Formen)
  • Hydrologische Objekte (z. B. Mineralquellen)

Dabei sind auch Überschneidungen zwischen den einzelnen Gruppen möglich:

Geologische Aufschlüsse :

Überwiegend Materialentnahmestellen (Steinbrüche, Kies-, Sand-, Lehm-, Mergel-, Ton- und Gipsgruben); Böschungsaufschlüsse an Straßen, Wegen, Bahngleisen; Bachrisse (anstehendes Gestein in der Sohle und/oder an Prallhängen).

Geomorphologische Erscheinungen :

Klingen (oft mit Grotten); Schluchten; Naturfelsen (Einzelfelsen, Felsgruppen, Felsenkränze); Höhlen  (z.B. Karsthöhlen), Dolinen und andere Karstformen; Bergstürze; Rutschungen; Hangabrissspalten; Berge mit Reliefumkehr; Erscheinungsformen vulkanischer Gesteinskörper; Toteislöcher; Drumlins; Moränen; erratische Blöcke (Findlinge); Blockmeere; Geröllhalden; Schotterterrassen; Wasserfallstufen; Stromschnellen. Einige dieser Objektarten stellen auch geologische Aufschlüsse dar oder weisen solche auf.

Hydrologische Objekte:

Quellen (Trichter, Töpfe, Nischen), Brunnen

Schutzrechtlich kann bei den Untersuchungsobjekten zwischen bereits geschützten (überwiegend als Naturdenkmale, seltener als Teile von Naturschutzgebieten) und weiteren schützenswerten (schutzwürdigen) Objekten unterschieden werden. Zu letzteren zählen hier auch Geotope, die sich zur Zeit der Untersuchung im naturschutzrechtlichen Ausweisungsverfahren befanden. Teilweise sind sie auch schon als Biotope bzw. Waldbiotope erfasst.

Literatur (Auswahl)

AD-HOC-AG GEOTOPSCHUTZ (1996): Arbeitsanleitung Geotopschutz in Deutschland. Leitfaden der Geologischen Dienste der Länder der Bundesrepublik Deutschland. – Angewandte Landschaftsökologie, 9, 105 S.; Bonn/Bad Godesberg (Bundesamt für Naturschutz).

ASPRION, U. & T. AIGNER (2003): Sedimentologische und Georadar Indizien für tidale Einflüsse in den Grimmelfinger Sanden im Raum Ulm. – In: HOPPPE & ABEL, Schriftenr. Dt. Geol. Ges., 7, 20–21; Hannover.

BERGNER, H. D. (1995): Geol. Naturdenkmale im Regierungsbezirk Tübingen. – unveröff. Manuskript im Auftrag der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg; Karlsruhe. - (2004): Geo Bios – Erhebungen zu Natur- und Umweltschutz, insb. zu Geotopen. – unveröffentlichte CD „Datensammlung zu Geotopen in Baden-Württemberg"; Hechingen.

ECKHARDT, C. & J. WEBER (2003): Der Europäische und Nationale Geopark Bergstraße-Odenwald – Geotopschutz durch nachhaltige Nutzung. In: JORDAN et al., Hrsgb., Schriftenr. Dt. Geol. Ges., 31, 43–50; Hannover.

EDER, W. (1999): „Unesco-Geoparks", A new initiative for protection and sustainable development of the Earth’s heritage. – Neues Jb. Geol. Pal. Abh. 214, 353–358; Stuttgart.

GENSER, H. (1998): Geologische Entwicklungsgeschichte. – In: Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Freiburg, 17–48, Thorbecke Verlag Sigmaringen.

GEYER, M. (2003): Vulkane im Hegau – ein erster Baustein zum grenzüberschreitenden (Geo)tourismus in der Geo Regio Bodensee. In: JORDAN et al., Hrsgb., Schriftenr. Dt. Geol. Ges., 31, 51–54; Hannover.

GRUBE, A. (1993): Die „World heritage list" der UNESCO. In: Materialien Naturschutzzentrum Wasserschloß Mitwitz, 1, 25– 27; Mitwitz.

HEIZMANN, E. P. & W. REIFF (2002): Der Steinheimer Meteorkrater, Gemeinde Steinheim am Albuch, Hrsgb, 160 S, Pfeil Verlag München

HEIZMANN, E. P. (1998): Vom Schwarzwald zum Ries. –288 S., Pfeil Verlag München

HUTH, T. & B. JUNKER (2003): Geotouristische Karte Nationaler Geopark Schwäbische Alb mit Umgebung 1:200 000 mit Erläuterungen. LGRB Hrsgb., 165 S.; Freiburg.
(2004): Geotouristische Karte von Baden-Württemberg 1: 200 000 – Schwarzwald mit Umgebung und Erläuterungen. LGRB Hrsgb. , 440 S; Freiburg.

HUTH, T. (2002): Erlebnis Geologie – Streifzüge über und unter Tage. Besucherbergwerke, Höhle, Museen und Lehrpfade in Baden-Württemberg. – LGRB Baden-Württemberg Hrsgb., 470 S.; Freiburg.

JÄGER, M. (1997): Das Fossilienmuseum im Werkforum von Rohrbach Zement in Dotternhausen bei Balingen. – Aachener Geowiss. Beitr., 21, 130–138; Aachen.

JEDICKE, L. & JEDICKE, E. (1991): Naturdenkmale in Baden-Württemberg, 175 S.; Landbuch Verlag Hannover.

JUNKER, B. (1997): Unterschutzstellungsverordnungen für schutzwürdige Geotope in Baden-Württemberg. – Schriftenr. Dt. Geol. Ges., 5, 49–55; Stuttgart.

LOOK, E. R. [Hrsgb.] (1997): Geotopschutz und seine rechtlichen Grundlagen. –Schriftenreihe Deutsch. Geol. Ges. 5, 168 S.; Hannover.

MEGERLE, A. & K. PAULS (2003): Netzwerk Erdgeschichte in Baden-Württemberg. –Schriftenr. Dt. Geol. Ges., 25, 48–54; Hannover.

MEGERLE, A. & W. SPEIDEL (2003): Nationaler GeoPark Schwäbische Alb: Auf dem Weg zum größten Geopark Europas?
Schriftenr. Dt. Geol. Ges., Heft 31, 37–43; Hannover.

MEGERLE, A. (1999): Planungsnetzwerke als Bewußtseinsbildner für Geotopschutzbelange. Das Beispiel Netzwerk Erdgeschichte Baden-Württemberg. – In: HOPPE & ABEL Hrsgb.:, Schriftenr. Dt. Geol. Ges.,7, 72–73, Hannover.-– (2002): Netzwerk Erdgeschichte: Landschaftsinterpretation im Verbund.
ZELT Schriften, 1, 10–14.

MEYERS NATURFÜHRER (1988): Blickpunkte BW –Geographisch-kartographisches Institut Meyer, 432 S.; Mannheim. QUADE, H., Hrsgb., (2003): Geoforum 2003 Geotope – Geoparks – Geotourismus. – Schriftenr. Dt. Geol. Ges., 25, 119 S.; Hannover.

ROSENDAHL, W. (1995): Schauhöhlen –ein Beitrag zum Höhlen- und Geotopschutz. – Ber. Geol. Bundesanstalt, 32, 71–73; Wien.
- (2001): Geologisch-paläontologischer Vergleich der cromerzeitlichen Neckarablagerungen von Frankenbach und Mauer und ihrer Deckschichten. – Jber. Mitt. Oberrhein. Geol. V., 83, 293–316; Stuttgart.

SCHIEBER, M. (1997): Das Nördlinger Ries, ein schützenswertes Großgeotop. –Aachener Geowiss. Beitr., 21, 119–129; Aachen.

SCHÖTTLE, M. (1984): Geologische Naturdenkmale im Regierungsbezirk Karlsruhe. – Eine Zusammenstellung geschützter und schutzwürdiger geologischer Objekte. – Beih. Veröff. Naturschutz u. Landschaftspflege Bad.-Württ., 38, 170 S.; Karlsruhe.
- (1993): Geotopschutz in Baden-Württemberg. – Materialien Naturschutzzentrum Wasserschloß Mitwitz 1, 109–114; Mitwitz.
- (1999): Geotopschutz in Baden-Württemberg. In: HOPPE & ABEL Hrsgb., Schriftenr. Dt. Geol. Ges. 7, 95–96; Hannover.
- (2000): Geologische Naturdenkmale im Regierungsbezirk Karlsruhe. – Neuauflage inkl. interaktiver CD-ROM. – Reihe Bodenschutz der LfU Baden-Württemberg, 5, 159 S.; Karlsruhe.
- (2003): Neues zum Geotopschutz in Baden-Württemberg. – In: JORDAN et al., Hrsgb., Schriftenr. Dt. Geol. Ges., 31, 75–79; Hannover.
- (2005): Geotope im Regierungsbezirk Freiburg: mit Beiträgen von G. BURGMEIER, K. BUSCH, H. GENSER, Th. HUTH, P. SPATZ. – Reihe Bodenschutz der LfU Baden-Württemberg 18, 387 S.; Karlsruhe.

SCHÖTTLE, M. & G. BURGMEIER (2002): Geotope im Regierungsbezirk Stuttgart. – Reihe Bodenschutz der LfU Baden-Württemberg, 12, 348 S.; Karlsruhe.