Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
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Schwarzspecht (Dryocopus martius)
Schwarzspecht (Dryocopus martius)
(© Autor: T. Dove)

Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) ist die größte heimischen Spechtart. Der etwa krähengroße, schwarze Vogel mit seiner roten Kopfplatte und seinen charakteristischen "kliöh" Rufen im Spätwinter und Frühjahr ist einer der unverwechselbaren Vögel ausgedehnter Wälder. Seine Bruthöhlen legt er in hochschaftigen, alten Bäumen mit einem Mindestdurchmesser in Brusthöhe von 55 cm und in einer Höhe zwischen 8 - 16 m an. Seine Nahrung sucht er häufig am Boden, an Baumstümpfen oder liegenden Stämmen (Totholz).

In Schwarzspechthöhlen wurden zahlreiche  Nachmieter festgestellt: Hohltaube, Rauhfußkauz, Blauracke, Wiedehopf, Dohle, verschiedene Kleinvögel, Fledermäuse, Siebenschläfer, Gartenschläfer, Baum- und Steinmarder. Auch Hornissen bauen ihre Waben in Spechthöhlen.

Der Schwarzspecht lebt während des Frühjahrs, Sommers und Frühherbstes vor allem von holz- oder totholzbewohnenden Ameisenarten (z. B. von Rossameisen, Camponotus herculeanus)), deren Gänge und Nester mit wuchtigen Schlägen freigelegt werden. Holzbewohnende Ameisen haben in Fichtenwäldern eine hohe Dichte. Dieses günstige Nahrungsangebot ermöglichte es dem Schwarzspecht seine Lebensräume auszudehnen. Finden sich neben ausreichend vielen Ameisennestern auch ein reiches Angebot an Käferlarven, so sind die Nahrungsansprüche für den Schwarzspecht optimal erfüllt. Man schätzt den derzeitigen Brutbestand in Baden-Württemberg auf etwa 5.000. Ein allzu früher Umtrieb von (Buchen-) Althölzern sowie selektives Entfernen von Höhlenbäumen können seine Brutmöglichkeiten jedoch einengen.


Gefährdung und Schutz

In Baden-Württemberg gilt die Vogelart als nicht gefährdet.

Der Schwarzspecht besitzt aber internationale Schutzrelevanz gemäß Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie.

Literatur:

Bauer, H.-G., Boschert, M., Förschler, I., Hölzinger, J., Kramer, M. & Mahler, U. (2016): Rote Liste und kommentiertes Verzeichnis der Brutvogelarten Baden-Württembergs. 6. Fassung, Stand 31.12.2013. Naturschutz-Praxis, Artenschutz 11.

 


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