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Saatkrähe (1/11)
Saatkrähe
Saatkrähe (Corvus frugilegus)
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Saatkrähe (Corvus frugilegus)

Die Saatkrähe lebt vorwiegend im Kulturland. Weite grasbestandene Flusstäler mit Wiesen und Auwäldern, Ackerland und Viehweiden kennzeichnen ihren Lebensraum.

Saatkrähen sind Teilzieher. Im Herbst sammeln sie sich zu Schwärmen. Vor allem in der Zeit zwischen Mitte Oktober und Mitte November erscheinen in der Bundesrepublik Deutschland Zuzügler aus Nord- und Osteuropa, in großen Schwärmen z.T. mit Dohlen, Raben- und Nebelkrähen vergesellschaftet. Diese Winterschwärme vermitteln ein falsches Bild von der tatsächlichen Bestandshöhe einheimischer Saatkrähen.

Saatkrähen bevorzugen als Schlafplätze Gruppen hoher Bäume, häufig in Hügel- und Steilhanglage, meist in der Nähe von menschlichen Siedlungen oder Gewässern. Wie die Brutstandorte haben auch die Schlafplätze, an denen 10.000 und mehr Vögel nächtigen können, oft Tradition. Sie werden jedes Jahr wieder aufgesucht. Der Einzugsbereich eines solchen Schlafplatzes ist entsprechend groß.

Besonders eindrucksvoll sind die Versammlungen vor dem "Schlafengehen". Die Vögel treffen sich hierzu in der Abenddämmerung an einem bestimmten Sammelplatz, um danach gemeinsam zum Schlafplatz zu fliegen. Von den Schlafplätzen aus brechen die Saatkrähen allmorgendlich zur Nahrungssuche in die nähere Umgebung (festgestellter Aktionsradius bis zu 45 km) auf.

Auf großflächigen Wiesen finden die Saatkrähen einen großen Teil ihrer Nahrung. Wo es keine Wiesen mehr gibt, sind die Krähen darauf angewiesen, auf Äckern nach Futter zu suchen.

Die Rückkehr der Krähen in ihre Brutgebiete und Sommerlebensräume beginnt in der Oberrheinebene etwa Mitte Februar und ist meist Ende März mit Beginn des Frühlings weitgehend abgeschlossen.

Infolge der geänderten landwirtschaftlichen Nutzung und des allgemeinen Flächenverbrauchs ist die Saatkrähe in den letzten Jahrzehnten als Brutvogel in Baden-Württemberg vielerorts verschwunden. Dazu hat auch die direkte Verfolgung durch den Menschen beigetragen. Infolge des starken Rückgangs ist die Saatkrähe seit 1987 durch die Bundesartenschutzverordnung ganzjährig geschützt. Der rechtliche Schutz gilt auch für die Wintergäste.

 

Vielfalt der Arten

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Vielfalt einheimischer Tiere und Pflanzen Baden-Württembergs

 
Feuersalamander (Salamandra salamandra), Lurch des Jahres 2016
(Autor: M. Linnenbach, C. Ritter)
 
Distelfalter (Cynthia cardui)
(© Autor: C. Ritter)
 
Mitschnitt: Storchenküken (30.04.2009)
(© KIT, Autor: Natura-TV)

Der letzte Video-Mitschnitt von den sechs Storchenküken, aufgenommen bei Dettenheim-Rußheim (Ldkr. Karlsruhe)   am 30.04.2009.

In Baden-Württemberg kommen schätzungsweise rund 50.000 wildlebende Tier- und Pflanzenarten vor. Darunter sind auch Arten, die nur in Baden-Württemberg oder den angrenzenden Bundesländern vorkommen und für deren Schutz und Erhalt unserem Land eine besondere Verantwortung zukommt (z. B. Arten mit Verbreitungsschwerpunkt in Baden-Württemberg).

In den letzten 50 Jahren hat bei vielen Artengruppen die Zahl der vorkommenden Arten abgenommen. Die Bestandsveränderungen schlagen sich in den "Roten Listen", einer auf Landesebene erstellten Auflistung der ausgestorbenen und gefährdeten Arten, nieder. Rote Listen gelten als wissenschaftliche Expertise zur Gefährdungseinschätzung. Aus der Roten Liste Baden-Württembergs folgt, dass etwa 30 % der Landesfauna und -flora als gefährdet einzustufen sind. Jede dritte heimische Tier- und Pflanzenart ist somit im Bestand bedroht. Die Gefährdung der einzelnen Artengruppen ist unterschiedlich hoch. Bei den Säugern sind es etwa 67 %, bei den Wildbienen ca. 46 %.

Die Erwärmung des globalen Klimas im vergangenen Jahrhundert beeinflusst auch die Ökosysteme in Baden-Württemberg stark. Die Veränderungen sind vor allem in den letzten Jahrzehnten festzustellen und betreffen alle ökologischen Ebenen: Populationen, Arten, Ökosysteme. Diese Veränderungen haben folglich auch Konsequenzen für den Artenschutz. Klimaveränderungen können zu Änderungen der Phänologie, Verschiebungen von geografischen Arealen und dem Aussterben kleiner und isolierter Populationen führen. Neue Arten (Neophyten, Neozoen) wandern ein und bislang heimische Arten gehen in ihrem Bestand zurück, - mit der Gefahr aus unserer Landschaft zu verschwinden (z.B. Schmetterlinge, Lurche).

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat beschlossen, einen Aktionsplan zur Sicherung der biologischen Vielfalt aufzustellen. Dieses Vorhaben soll sich nicht in einer Analyse des Ist-Zustandes und weitreichenden Empfehlungen erschöpfen, sondern vor allem dazu beitragen, die Lebensbedingungen unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten vor Ort nachhaltig zu verbessern. Der Aktionsplan enthält auch den 111-Arten-Korb, bei dem jeder mitmachen kann, um sich für eine Art zu engagieren.

Positive Bilanz für 64 % der Vogelarten

Als äußerst mobile Tiere vermögen Vögel Klimaveränderungen relativ rasch anzuzeigen. Die Temperturveränderungen im Verlauf der letzten 30 Jahre hatten deutliche Auswirkungen auf Zug- und Brutverhalten sowie auf Artenzusammensetzung und Verbreitungsgebiete von Vögeln in Südwestdeutschland.

In Mitteleuropa brüten derzeit 282 Vogelarten regelmäßig. Von diesen haben seit 1977 insgesamt 181 Arten (64%) stabile Bestandszahlen. Einige Vogelarten haben im Bestand sogar zugenommen oder sind wieder eingewandert. Vielerorts sind die Bestände einst bedrohter Arten wieder im Aufwind. Zu ihnen gehören:

Weißstorch,

Schwarzstorch,

Kranich,

Seeadler, Wanderfalke und

Blaukehlchen

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