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Erdkröte (Bufo bufo) (1/11)
Erdkröte - Lebenszyklus
Erdkröten sind auf ihren Laichwanderungen am stärksten gefährdet
(Element 1 von 9: Bild)
Bild: Erdkrötenpaar, Bufo bufo
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Auch die in Baden-Württemberg noch relativ häufige Erdkröte (Bufo bufo) ist mittlerweile durch den Gesetzgeber besonders geschützt. Dies betrifft auch ihre Lebensräume (gemäß § 20c Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit §§ 16 und 24a NatschG).

Erdkröte (Bufo bufo)

Nach milden Wintern erwachen Erdkröten in der Oberrheinebene bereits Ende Februar aus der Winterstarre und wandern zu den Laichgewässern. In mittleren und höheren Lagen des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb) sowie nach längeren Wintern findet man die Tiere zeitversetzt erst im März oder April am Laichplatz. Dort verbleiben sie für ca. 1 Woche um sich fortzupflanzen.

Als Laichgewässer werden vor allem mittelgroße bis größere Weiher, Teiche und Seen genutzt. Bevorzugt werden Stillgewässer in Waldnähe besiedelt. Ein ausreichend großer freier Wasserkörper ist Voraussetzung für die Nutzung als Laichhabitat. Die Wassertiefe sollte dabei 50 Zentimeter nicht unterschreiten; ein schwacher Durchfluss wird toleriert. Wegen der Ungenießbarkeit ihrer Larven laicht die Erdkröte stellenweise auch in Fisch- und Gartenteichen.

Der Krötenlaich wird nach mehreren Tagen Wasseraufenthalt in der typischen Form von schwarzen, perlenartigen Schnüren abgegeben. Die doppelreihigen Laichschnüre erreichen Längen von 3 bis 5 m. Je nach vorherrschender Wassertemperatur und verfügbaren Nahrungsressourcen (Wasserpflanzen, Detritus) erreichen die Larven nach vier bis sechs Wochen die Metamorphose. Nach ca. drei Jahren werden die Tiere geschlechtsreif.

Die Bestände der Erdkröten in Baden-Württemberg sind zwar zurückgegangen, dennoch ist die Art in den meisten Naturräumen ausreichend vertreten. In freier Wildbahn haben sie eine Lebenserwartung von bis zu zwölf Jahren.

Bufo bufo ist Froschlurch des Jahres 2012.

 

Vielfalt der Arten

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Amphibien zählen zu am stärksten bedrohten Tieren weltweit

 
Bild: Knoblauchkröte
Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)
(© LUBW, Autor: Linnenbach)

Der Verbreitungsschwerpunkt der Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) in Baden-Württemberg liegt in der Nördlichen Oberrheinebene sowie im westlichen Kraichgau.

Die erwachsenen Exemplare sind überwiegend Bodenbewohner. Sie bevorzugen weiche, sandige Böden in denen sie sich mittels ihrer Grabschaufeln rasch eingraben können. Nicht selten begegnet man Knoblauchkröten in der Nacht im Umfeld von Spargeläckern. Sobald die Dunkelheit anbricht schaufeln sich die Tiere frei und kommen an die Bodenoberfläche, um Beute zu machen.

Der namensgebende Knoblauchgeruch, der diesem Froschlurch nachgesagt wird, ist immer nur im Zusammenhang mit einer starken Schreckreaktion nachweisbar. Das dabei abgegebene Sekret dient ausschliesslich der Feindabwehr. Die Hautfarbe der Knoblauchkröte variiert in Bezug auf Lebensweise und regionalem Vorkommen. Die in Baden-Württemberg heimischen Tiere sind, wie der Artname fuscus (lateinisch: dunkelbraun) besagt, dunkelbraun bis dunkelgrau gefärbt. Im Rückenbereich wird diese Färbung noch von rötlichen Warzen und hellgrauen Längsstreifen unterbrochen. Der Bauch ist weißlich mit zahlreichen dunklen Sprenkeln. Die Art kann sowohl Druckwasser- als auch Überschwemmungsgewässer erfolgreich zur Reproduktion nutzen.

Der allgemeine Klimawandel könnte sich positiv auf die Verbreitung der Knoblauchkröte auswirken.


Gefährdung und Schutz

*Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) (Besonders geschützt)
*Rote Liste Bundesrepublik: Status 3 (Gefährdet)
*Rote Liste Baden-Württemberg: Status 2 (Stark Gefährdet)

Froschlurch des Jahres 2007.

 
Bild: Laubfrosch
Laubfrosch (Hyla arborea)
(© M. Linnenbach)

Laubfrosch (Hyla arborea) - Lurch des Jahres 2008.

Bestandsrückgänge von Tier- oder Pflanzenarten sind in der heutigen Zeit leider keine Ausnahmeerscheinung. Trotzdem stellt der Laubfrosch in diesem Zusammenhang einen Sonderfall dar. Solch gravierende Verluste innerhalb zweier Jahrzehnte sowie das völlige Verschwinden dieser Tierart aus vielen Teilen des Landes Baden-Württemberg gelten als ungewöhnlich und werfen zahlreiche Fragen nach den möglichen Ursachen auf.


Der Laubfrosch gilt in Baden-Württemberg als Stark Gefährdet (Rote Liste 2).

ausgewählte Literatur::

BAUER, S. (1987): Verbreitung und Situation der Amphibien und Reptilien in Baden-Württemberg (Stand 1983). Beih. Veröff. Naturschutz Landschaftspflege Bad.-Württ. 41: 71-155.


CLAUSNITZER H.-J. (1986): Zur Ökologie und Ernährung des Laubfrosches Hyla a. arborea (Linnaeus 1758) im Sommerlebensraum (Salientia: Hylidae). Salamandra 22: 162-172.


GROSSE W.-R. (1994): Der Laubfrosch. Neue Brehm Bücherei Bd. 615, Westarp Wissenschaften, 211 S.

Amphibien zählen zu den am stärksten bedrohten Tierarten. Die sowohl zu Lande als auch im Wasser lebenden Arten leiden immer mehr unter den derzeitigen Umweltveränderungen. Das geht aus der am 03.11.2009 veröffentlichten neuen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) in Gland in der Schweiz hervor. Danach sind von den weltweit bekannten 6.285 Amphibienarten knapp ein Drittel, d.h. konkret 1.895 Arten vom Aussterben bedroht. Lebensraumzerstörung, Chemikalien, erhöhte UV-Strahlung wegen der ausgedünnten Ozonschicht und auch der Klimawandel werden für diese Verluste verantwortlich gemacht. Schon 1999 wurden Naturschützer und Wissenschaftler auf ein mysteriöses Froschsterben aufmerksam, das die Lurche in Australien und Amerika erheblich dezimierte.

Insgesamt sind von den 47.677 untersuchten Tier- und Pflanzenarten 17.291 vom Aussterben bedroht, ein Anstieg im Vergleich zur vorigen Erhebung Mitte dieses Jahres. Nach Angaben von IUCN-Expertin Jane Smart kann es keinen wissenschaftlichen Zweifel geben, dass die ernsthafte Bedrohung der Arten ansteigt. Das für das kommende Jahr gesetzte UN-Millenniumsziel, die Aussterberate deutlich zu senken, werde nicht erreicht, berichtet die Umweltorganisation.

Die Roten Listen der IUCN gelten als weltweit gültiger Maßstab für die Artengefährdung.

Quelle: IUCN