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Kanadische Goldrute (1/11)
Kanadische Goldrute
Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)
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Bild: Kanadische Goldrute
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Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) stammt ursprünglich aus Nordamerika und trat erstmals im 19. Jahrhundert als Neophyt in Europa auf. Damals wurde sie als Zierpflanze und Bienenweide kultiviert. Inzwischen ist die wuchskräftige Pflanze bei uns weit verbreitet. Blütezeit ist von August bis Oktober.

Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) wird als invasiver Neophyt eingeordnet, da die wuchskräftige Zierpflanze seit ihrer Einfuhr im 19. Jh. und anschließender Verwilderung große ökologische Auswirkungen hat. Sie breitet sich bevorzugt auf Trockenrasen- und Brachflächen, etwa entlang von Bahndämmen, stark aus. Vielerorts dringt der Neophyt auch in Schutzgebiete ein und unterdrückt dort  Wachstum und Vermehrung schwächerer, einheimischer Pflanzenarten.

Die Ausbreitung der Pflanzen erfolgt überwiegend durch Samenflug. Goldruten können bis zu 19.000 Samen pro Stängel produzieren. In Europa hat die Kanadische Goldrute bislang keine natürlichen Feinde, während sich in ihrer Heimat Nordamerika etwa 290 Fraßinsektenarten von der Pflanze ernähren.

Das Verdrängungspotential der Kanadischen Goldrute äußert sich auch durch unterirdische Ausläufer, die dann große Flächen mit dichten Beständen bilden.

 

Vielfalt der Arten

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Aktuelle Rote Liste: Feldhamster vom Aussterben bedroht

 
Bild: Feldhamster
Europäischer Feldhamster (Cricetus cricetus)
(© Autor: Rheinhard Tierfoto)

Die letzten gesicherten Vorkommen des Feldhamsters in Baden-Württemberg liegen in der Oberrheinebene zwischen Mannheim und Heidelberg (Rhein-Neckar-Kreis) und bei Lauda-Königshofen (Main-Tauber-Kreis). 

 


Gefährdung und Schutz:

Rote Liste Baden-Württemberg Gefährdungskategorie 1,  "Vom Aussterben bedroht"

Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG des Rates der Europäischen Gemeinschaft vom 21. Mai 1992), Anhang IV.

 

 
Bild: Kiebitz, lapwing
Kiebitz (Vanellus vanellus)
(© Autor: T. Dove)

Kiebitze (Vanellus vanellus) beginnen schon sehr zeitig im Frühjahr mit dem Brüten. Die Brutplatzauswahl wird von der jeweiligen Nässe der Wiesen bestimmt. Finden Kiebitze keine geeigneten Streu- und Nasswiesen, wechseln sie oft auf schwarze Humusböden über, die als Maisacker genutzt werden. Hier finden ihre Jungen aber oft nicht genügend Insektennahrung.

Gefährdung

Rote Liste Baden-Württemberg Kategorie 2 - Stark Gefährdet

Literatur:

Bauer, H.-G., Boschert, M., Förschler, I., Hölzinger, J., Kramer, M. & Mahler, U. (2016): Rote Liste und kommentiertes Verzeichnis der Brutvogelarten Baden-Württembergs. 6. Fassung, Stand 31.12.2013. Naturschutz-Praxis, Artenschutz 11.

 

Die aktualisierte neue Rote Liste gefährdeter Tiere des Bundesamts für Naturschutz (BfN) geht davon aus, dass inzwischen auch der Europäische Feldhamster (Cricetus cricetus) und die Lachseeschwalbe (Gelochelidon nilotica) in Deutschland vom  Aussterben bedroht sind. Die Rote Liste der gefährdeten Wirbeltiere Deutschlands wird alle zehn Jahre aktualisiert. Im Vergleich zu 1998 hat sich an den Hauptproblemen wenig geändert: Die anhaltend hohe Flächennutzung nimmt immer mehr Tieren ihren Lebensraum. Neue Siedlungen und Straßen zerschneiden Reviere und Wanderkorridore.

Für die neue Rote Liste haben Umweltschützer 478 heimische Wirbeltierarten ins Visier genommen, darunter Säugetiere, Brutvögel, Kriechtiere, Lurche und Süßwasserfische. 207 dieser Arten (42 Prozent) sind nach dieser Analyse gefährdet, 132 Arten (28 Prozent) sogar akut in ihrem Bestand bedroht. Diese Entwicklung nennt das Bundesamt im Einklang mit Umweltschutzverbänden «alarmierend». Die Rote Liste spiegele den Umgang des Menschen mit der Natur.

Für Tierarten wie Feldhamster, die einst massenhaft in Deutschland vorkamen, sei es nun ''Fünf vor zwölf'', sagte Jessel. Denn sie rutschten auf der neuen Roten Liste aus der Kategorie "Stark gefährdet" in die Kategorie «vom Aussterben bedroht». Seit an immer mehr an den Äckern breite Randstreifen verschwinden, finden die Nager weniger Lebens- und Rückzugsräume. Brutvögeln wie Kiebitz oder Seggenrohrsänger fehlen zunehmend die Feucht- und Nasswiesen. Viele Milchbauern geben derzeit ihre Flächen beim anhaltenden Preisverfall auf. Ihre Wiesen und Weiden werden entwässert und in profitablere Landwirtschaftsflächen umgewidmet.

Dass der Mensch auch viel gegen das Artensterben tun kann, zeigen die erfolgreichen Schutzprogramme für Seehunde, Fischotter, Biber, Fledermäuse, Seeadler, Weißstörche oder Wildkatzen. Insgesamt 44 Arten auf der Roten Liste konnten sich in den vergangenen zehn Jahren sichtbar erholen. Dabei halfen zum Beispiel Grünbrücken oder Tiertunnel. Jessel forderte die neue Bundesregierung auf, ein bundesweites Wiedervernetzungskonzept zu finanzieren, das Verbindungen zwischen den Lebensräumen wandernder Arten schafft.

Bezugshinweis:

Die aktuelle Rote Liste ist ab Mitte Oktober im Handel erhältlich und erscheint im Landwirtschaftsverlag in der BfN Schriftenreihe „Naturschutz und Biologische Vielfalt“ unter dem Titel: Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands Band 1: Wirbeltiere. Naturschutz und Biologische Vielfalt Heft 70 (1)

Bezug über:
BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag
48084 Münster oder im Internet: www.lv-h.de/bfn
ISBN 978-3-7843-5033-2 Preis: 39,95 Euro

Quelle: www.bfn.de