Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Baden-Württemberg
BW-Standardkarte
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Beispiele zum Thema
Nächstes Beispiel
Blässhuhn (Fulica atra) (1/11)
Tierportrait - Blässhuhn (Fulica atra)
Blässhuhn (Fulica atra)
(Element 1 von 10: Bild)
Bild: Blässhuhn
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Trotz seines Namens gehört das Blässhuhn nicht zu den Hühnervögeln, sondern zu den Kranich-Verwandten (Rallenvögel). Blässhühner ernähren sich von Wasserpflanzen und Wasserinsekten, aber auch von Gräsern an Land. Im Winter, wenn die Nahrung knapp wird, verzehren sie auch größere Mengen Süßwassermuscheln. Der Vogel ist dazu in der Lage, bis 3 m tief zu tauchen. Der Tauchvorgang wird durch einen charakteristischen Kopfsprung ins Wasser eingeleitet.

Nach neueren Schätzungen überwintern in Deutschland rund 25% der europäischen Bestands an Blässhühnern, wobei neben der Ostseeküste insbesondere dem Bodensee und dem Oberrheingebiet eine internationale Bedeutung zukommt.


Gefährdung

Aufgrund der aktuell abnehmenden Bestände, ist das Blässhuhn in die

Kategorie V (=Vorwarnliste) der Roten Liste Baden-Württembergs aufgenommen worden.

Literatur:

Bauer, H.-G., Boschert, M., Förschler, I., Hölzinger, J., Kramer, M. & Mahler, U. (2016): Rote Liste und kommentiertes Verzeichnis der Brutvogelarten Baden-Württembergs. 6. Fassung, Stand 31.12.2013. Naturschutz-Praxis, Artenschutz 11.

Blässhühner in Baden-Württemberg

Blässhühner besiedeln größere Seen, Teiche Feuchtgebiete sowie langsam fließende Gewässer mit ausgeprägten Schilfzonen. Das Überwintern erfolgt in Gruppen, gemeinsam mit anderen Wasservogelarten, auf eisfreien, ruhigen Wasserflächen wie in Altarmen am Neckar und Oberrhein sowie am Bodensee.

Noch ist das Blässhuhn ein relativ häufiger Brut- und Jahresvogel in Baden-Württemberg mit einer Verbreitung bis in höhere Lagen (bis 1.100 mNN im Schwarzwald). Die Bestände zeigen aber in den letzten Jahrer verstärkt abnehmende Tendenz (Art der Vorwarnliste). Die bevorzugten Lebensräume der Wasservögel wie weitläufige Flachwasserzonen und Uferbereiche sind häufig durch Verbauung und Störungen durch Freizeitbetrieb gefährdet.

 

Vielfalt der Arten

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Rotkehlchen sehen das Magnetfeld der Erde

Bild: Rotkehlchen
Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
(© Autor: T. Dove)

Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) aus der Familie der Fliegenschnäpper. Es ernährt sich hauptsächlich von kleinen Insekten, kleinen Spinnen und Würmern. Im Winter nimmt es ergänzend auch Früchte und kleinere, dünnschalige Samen zu sich (sog. Weichfutter).

Rotkehlchen können die Ausrichtung des Magnetfeldes sehen. Das haben Oldenburger Forscher herausgefunden. Verantwortlich für die Wahrnehmung des Magnetfeldes, sei ein Teil des Sehzentrums im Hirn, teilte die Universität Oldenburg im Oktober 2009 mit. Unter der Leitung des Biologen Henrik Mouritsen hatte ein Team untersucht, wie Rotkehlchen sich auf ihrem Zug in südlich gelegene Lebensräume und wieder zurück am Magnetfeld orientieren.

Ein Teil des Vogelkompasses befindet sich demnach in einem Hirnteil namens Cluster N, der im Bereich der Augen liegt. Die Ergebnisse der Studie präsentiert das Team um Manuela Zapka und Mouritsen zusammen mit Martin Wild (Neuseeland) im Fachjournal «Nature» (Bd. 461, S. 1274). Die Forscher konnten den Kompass der Vögel ausschalten, indem sie den Cluster N deaktivierten. Die Fähigkeit, sich an der Sonne oder den Sternen zu orientieren, blieb dabei allerdings unbeeinträchtigt.

Andere Thesen zur Magnetfeld-Wahrnehmung wurden zumindest für das Rotkehlchen entkräftet. Magnetitkörnchen in der oberen Schnabelhaut spielten in den Oldenburger Versuchen dabei keine entscheidende Rolle. Nachdem die Nervenverbindung zwischen den Körnchen und dem Gehirn inaktiviert worden war, konnten die Vögel immer noch problemlos ihren magnetischen Kompass nutzen. - Magnetitkörnchen wurden 1997 erstmals in den Schnäbeln von Tauben entdeckt.

Quelle: © dpa 2009