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Stadttauben (1/11)
Stadttauben
Stadttaube (Columba livia forma domestica), Mischling
(Element 1 von 2: Bild)
Bild: Stadttaube
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Stadttaube (Columba livia forma domestica), vermutlich vermischt mit Haustaube. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Vögel beträgt lediglich 2 bis 3 Jahre.

Problemvögel Stadttauben

„Stadttauben gelten ein bisschen als Schmuddelkinder unter den Tieren, aber das macht sie natürlich nicht rechtlos“, sagte die baden-württembergische Landesbeauftragte für Tierschutz, Frau Dr. Cornelie Jäger. Sie verwies auf eine aktuelle Aufarbeitung zur Rechtslage aus ihrer Einrichtung. „Wir werden immer wieder gefragt, ob Stadttauben in Fallen gefangen werden dürfen“, schildert Jäger. Neben tierschutzrechtlichen Bedenken sind es insbesondere die Vorgaben der Bundesartenschutzverordnung, die die Bejagung von Tauben mit Fallen verbieten.

Darüber hinaus gelte für die Stadttauben natürlich auch der tierschutzrechtliche Grundsatz, dass niemand Tieren ohne vernünftigem Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen dürfe. „Wenn eine Stadttaubenpopulation sinnvoll betreut werden soll, dann geschieht dies am erfolgversprechendsten mit einem abgestimmten und konsequent umgesetzten Stadttaubenkonzept. Dabei erfolgt die Fütterung von Tauben ausschließlich in betreuten Taubenschlägen und die Eier dort werden systematisch und kontinuierlich gegen Attrappen ausgetauscht“, sagte Jäger. Wichtig sei dabei auch, die Bevölkerung sehr gut einzubeziehen, zusätzliche Fütterungen und Nistplätze im Umfeld eines betreuten Taubenschlags zu verhindern und die Tauben eng an die sachkundig betriebene Unterkunft zu binden. „So besteht eine reelle Chance, eine überschaubare und vor allem gesunde Taubenpopulation zu haben, ohne auf unzulässige Methoden beim Fangen oder Töten zurückzugreifen“, fasste Jäger zusammen.

Aufarbeitung der Rechtslage Tierschutz; Fang verwilderter Tauben (PDF)

 

Vielfalt der Arten

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Blaumeisen profitieren vom Klimawandel

 
Bild: Blaumeise (Nistkasten)
Blaumeise (Parus caeruleus) im Nistkasten
(© LUBW, Autor: Linnenbach)

Die typischen Lebensräume der Blaumeise (Parus caeruleus) sind überwiegend lichte Laub- und Mischwälder sowie Hausgärten und Parkanlagen. Hier kann man mit dem Aufhängen von Nistkästen viel für diese Vogelart tun. Dabei ist zu beachten, dass die Einflugöffnung des Kastens den Durchmesser von 28 mm nicht überschreitet, ansonsten belegen größere Singvogelarten den Nistkasten. Geeignete Nistkästen sind u.a. bei den Ortsgruppen der Naturschutzverbände erhältlich.

 
Mitschnitt: Blaumeisenküken - Fütterung
(© KIT, Autor: Natura-TV)

Aufgrund des wärmebegünstigten Klimas in der Oberrheinebene, brüteten Blaumeisen im Frühjahr 2008 bis zu dreimal. Der Brutbeginn der Vögel wird weitgehend von der Tageslänge bestimmt, die „Feinjustierung" erfolgt dann durch die Temperaturverhältnisse im Frühjahr. Kurzfristig können Vögel daher gut auf Klimaveränderungen reagieren. Auch die Nahrungsorganismen der Blaumeise (kleine geflügelte Insekten, Raupen und Spinnen) sind durch den milden Winter und den Temperaturanstieg in großer Zahl vorhanden. Daher ist es umso wichtiger, dass es in Zukunft genügend insektenfressende Vögel gibt.

Neben dem Klima-Gewinner Blaumeise gehören andere Arten zu den Verlierern. Mit der Hitze im Sommer erwärmt sich nicht nur die Luft, sondern auch das Wasser unserer Flüsse und Seen. Heimische Fischarten, die eher kühles, sauerstoffreiches Wasser zum Leben benötigen, kommen dadurch in Bedrängnis, wie z.B.  die Bachforelle (Salmo trutta fario) oder die Äsche (Thymallus thymallus). Das Äschensterben im Sommer 2003 am Hochrhein zeigt, wie gravierend die Auswirkungen der Erwärmung sein können.

Diskutiert wird der Faktor Erwärmung auch unter Schmetterlingskundlern als möglicher Grund für den massiven Rückgang der beiden Tagfalterarten Großer Eisvogel (Limenitis populi) und Großes Wiesenvögelchen (Coenonympha tullia).

Um Veränderungen innerhalb des Artenspektrums besser zu erkennen und bei Bedarf reagieren zu können, ist ein Monitoring z.B. auf der Basis der "ökologischen Flächenstichprobe" erforderlich. Besonders gute Indikatoren für ein Monitoring sind Arten(gruppen), da diese im Gegensatz zu Biotoptypen eindeutiger abgrenzbar sind und Veränderungen des Artenspektrums sehr gut interpretierbar sind. Strategien zum Schutz der biologischen Vielfalt gibt es inzwischen sowohl auf Landes- und Bundesebene als auch international. Jetzt kommt es darauf an, dass diese Strategien engagiert umgesetzt und die Ziele tatsächlich erreicht werden.

Blaumeise

Blaumeise im Gartengehölz (© LUBW; Autor: C. Ritter)