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Boden liefert Rohstoffe
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Rohstoffquelle Boden
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Muschelkalk-Steinbruch bei Eberstadt (Neckar-Odenwald-Kreis)
(Element 1 von 35: Bild)
Bild: Steinbruch Eberstadt
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Der Steinbruch bei Eberstadt / Buchen liegt direkt an der Gemarkungsgrenze zwischen Eberstadt und Bödigheim in unmittelbarer Nachbarschaft zur Eberstadter Tropfsteinhöhle. Abgebaut wird nahezu die komplette Schichtenfolge des Unteren Muschelkalkes mit einer Mächtigkeit von 42 m. Die gebrochenen Kalksteine werden bereits vorort zerkleinert und als Schotter bzw. Sand zwischengelagert.

Natursteine und Naturwerksteine werden zu unterschiedlichen Zwecken aus Festgesteinen gewonnen. Der jährliche Abbau in Baden-Württemberg beträgt um 27 Millionen Tonnen, wovon der allergrößte Teil als gebrochenes Natursteinmaterial, meist als Splitt, beim Verkehrswegebau (Straßen, Wege, Bahnen) und Wasserbau eingesetzt wird.

Rohstoffquelle Boden

Was wird daraus?

Aus Kies und Sand werden Mörtel, Beton und andere Baustoffe hergestellt. Diese werden zum Bau von Gebäuden und Straßen eingesetzt.

Auch die Verwendung von Natursteinen als Baumaterial (z. B. Schilfsandstein, Buntsandstein, Quarzporphyr, Basalt, Weiß-Jura) ist nach wie vor beliebt. Natursteine mit regelmäßigen Abmessungen wie Mauerquader, Platten und Gesimse werden als Werksteine, solche mit dekorativen, künstlerischen Formen als Ornamentsteine bezeichnet.


ausgewählte Literatur:

REINSCH, Dietmar (1991): Natursteinkunde - eine Einführung für Bauingenieure, Architekten, Denkmalpfleger und Steinmetze. - 315 S., 236 Abb., 16 Tab.; Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart.

 

Boden liefert Rohstoffe

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Sulfatgesteine

 
Bild: Anhydrit mit Gipskristallen, Salz
Anhydrit mit Gipskristallen (Blumengips)
(© Autor: LGRB)

Anhydrit mit Gipskristallen aus dem ehemaligen Bergwerk bei Neckarzimmern (Neckar-Odenwald-Kreis). Ab dem 19. Jahrhundert gab es hier einen Gipsstollen, der während des Ersten Weltkrieges zur Herstellung von Munition intensiv abgebaut wurde.

 
Bild: Gipsbergwerk Neckarzimmern (Neckar-Odenwald-Kreis)
Gipsbergwerk Neckarzimmern, Stolleneingang
(© public domain, Autor: Castellan)

Stillgelegtes Gipsbergwerk Neckarzimmern, Stolleneingang an der B 27(Neckar-Odenwald-Kreis). Das Gipsvorkommen findet sich hier im Muschelkalk.

 
Bild: Gipsgrube Viehweg
Gipsgrube Viehweg bei Wurmlingen (Ldkr. Tübingen)
(© LGRB, LUBW, Autor: Bergner)

Auf dem Gelände der teilangefüllten, etwa 2 ha großen Gipsgrube 800 m nordnordwestlich Wurmlingen (Ortskirche), sind 12 m bis 14 m Grundgips des Gipskeupers (Mittlerer Keuper) aufgeschlossen. Im Hangenden der feinbankigen Gips-Ton-Wechselfolge sind bis zu 3 m Bunte Mergel durch atektonische Faltung (= Quellfaltung) verbogen. An einigen Stellen sind auch lehmverfüllte Karstschlotten angeschnitten.

Die Erhaltung eines repräsentativen Profils ist anzustreben.

Baden-Württemberg verfügt vor allem in den Regionen um Schwäbisch Hall und im Bereich Schwarzwald– Baar– Heuberg über wirtschaftlich bedeutende Vorkommen an Sulfatgesteinen (Gips, Anhydrit). Die wichtigsten Vorkommen von Gips sind an die Grundgipsschichten an der Basis des Gipskeupers gebunden.

Das Gipsgestein ist im oberflächennnahen Bereich unter geringmächtiger Überdeckung aus Anhydritstein durch Wasseraufnahme entstanden. Er ist gut löslich und wird daher im Sicker- und Grundwasserbereich leicht abgelaugt. Abbauwürdige Gipssteinlagerstätten treten daher nur in einem schmalen Streifen zwischen der talseitigen Ablaugungszone und den bergwärtigen Anhydritsteinschichten auf. Die nutzbaren Mächtigkeiten liegen zwischen 2 und 8 m.

Anhydrit tritt als Evaporit in großen Vorkommen sowohl im Keuper als auch im Mittleren Muschelkalk auf. Genutzte Lagerstätten finden sich z.B. bei Vellberg-Talheim (Ldkr. Schwäbisch-Hall) im Unteren Gipskeuper. Er wird dort im Untertagebergbau gewonnen. In der Formation Muschelkalk ist das bekannte Gipsvorkommen bei Neckarzimmern (Neckar-Odenwald-Kreis) erwähnenswert. Bereits ab dem 19. Jahrhundert gab es hier einen Gipsstollen, der vor allem während des Ersten Weltkriegs zur Herstellung von Munition und Sprengstoff intensiv abgebaut wurde. Der Abbau wurde noch bis Kriegsende 1945 betrieben, aufgrund der immer geringer werdenden Qualität wurde die Förderung 1952 eingestellt.

Sulfatgesteinsrohstoffe finden in einer Vielzahl von Produkten Verwendung. Als Rohsteinzuschlag regulieren Gips oder/und Anhydrit das Abbindeverhalten von Zement. Stuckgips sowie Mehrphasengipse (Estrichgips) bilden die Grundlage verschiedenster Innenputzanwendungen, als Gipskartonplatten für Wände, Decken und Boden im Trockenbau, als Maschinen- oder Handputz sowie für diverse Spachtelmassen. In geringerem Umfang werden auch Spezialgipse für Medizin und Kunsthandwerk erzeugt.

Hauptanwendungsbereiche für reinen Anhydritstein sind schnellabbindende Anhydritfließestriche und Zumahlstoffe für Zemente zur Regulierung des Abbindeverhaltens (Abbindeverzögerer). Der Fließenstrich wird aus gebrochenem und teilweise feingemahlenem Anhydritgestein hergestellt.