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Erosion von ungeschützten Böden
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Erosion von ungeschützten Böden
Erosion
Bodenerosion auf landwirtschaftlicher Fläche nach Starkregen
Bild: Bodenverlust durch Erosion
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Akkumulation von abgeschwemmten Bodenmaterial und Überschüttung des Hangfußbereichs nach einem Starkregen.

Die Grenzen zwischen Wald und offenem Gelände treffen im Kraichgau häufig nahezu ohne Pufferzonen und Übergänge auf. Die meist höher liegenden Waldrandstufen bewirken zu den tiefer liegenden Ackerflächen noch eine zusätzlich erhöhte Ablussrate des Regenwassers - insbesondere bei Äckern in Hanglage.

Um zu verhindern, dass das Wasser in den Falllinien abfließt, sollten Pflege und Bewirtschaftung quer zum Hang erfolgen.

Ursachen:

Die Höhe der Bodenerosion wird beeinflusst durch die Bedeckung der Bodenoberfläche, die Niederschlagsintensitäten (Menge pro Zeiteinheit), die Erosionsanfälligkeit des Bodens und Faktoren des Geländes wie die erosionswirksame Hanglänge und die Hangneigung.

Maßnahmen:

  • im Ackerbau: Fruchtfolgen, mit hohen Bodenbedeckungsraten und bodenschonende Bodenbearbeitung (z. B. Minimalbodenbearbeitung) sowie die Reduzierung der erosionswirksamen Hanglänge durch z.B. die Anlage von Feldgehölzen
  • im Weinbau: Gassenbegrünung trägt zur Erhöhung der Bodenbedeckung bei, auch die in der Vergangenheit angelegten Weinbergsterrassen haben neben der Arbeitserleichtung auch die Hangneigung und die erosionswirksame Hanglänge  reduziert.
 
 

Bodenverlust durch Erosion

Täglich gehen große Mengen an ungeschütztem Boden durch Erosion verloren. Wind und Wasser tragen im Laufe der Zeit die ungeschützten Erdoberflächen ab. Experten schätzen, dass allein in Europa eine Fläche von über 150 Millionen Hektar von der Erosion durch Wasser und Wind betroffen ist. Durch die derzeitige Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur steigt gleichzeitig auch die allgemeine Verdunstungsrate in der Atmosphäre an. Dies führt zu stärkeren Niederschlagsereignissen und damit zu weiterer verstärkter Bodenerosion.

In Baden-Württemberg weist der Kraichgau mit die höchsten Bodenverluste durch Erosion auf. Im Kraichgau fallen verschiedene erosionsverstärkende Faktoren zusammen. Das Gelände weist Hangneigungen auf, die für den Ackerbau noch nicht zu steil sind, insbesondere ist aber der Lößboden mit seinen stark schluffigen Böden sehr erosionsanfällig. Beide Faktoren können in Zusammenhang mit hohen Niederschlagsintensitäten zu hohen Bodenverlusten führen. In einem Zeitraum von 100 Jahren kann es hier zu einem flächenhaften Abtrag des fruchtbaren Oberbodens von ca. 20 bis 40 cm kommen. Ein Vergleich: Um einen Zentimeter Boden neu zu bilden, benötigt die Natur einen Zeitraum zwischen 100 bis 1000 Jahre!

Ab dem Jahr 2009 sollen Böden vor Erosion im Rahmen von Cross Compliance (Regelungen im Rahmen der europäischen Agrarreform, GAP) besser geschützt werden.

Bild: Bodenverlust durch Erosion
Bodenerosion auf landwirtschaftlicher Fläche nach Starkregen
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Akkumulation von abgeschwemmten Bodenmaterial und Überschüttung des Hangfußbereichs nach einem Starkregen.

Die Grenzen zwischen Wald und offenem Gelände treffen im Kraichgau häufig nahezu ohne Pufferzonen und Übergänge auf. Die meist höher liegenden Waldrandstufen bewirken zu den tiefer liegenden Ackerflächen noch eine zusätzlich erhöhte Ablussrate des Regenwassers - insbesondere bei Äckern in Hanglage.

Um zu verhindern, dass das Wasser in den Falllinien abfließt, sollten Pflege und Bewirtschaftung quer zum Hang erfolgen.