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Kollerinsel
Am Hochwasserdamm
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Bild: Kollerinsel, Rhein-Neckar-Kreis
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Kollerinsel:
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Die Kollerinsel - mal bayerisch, mal badisch...

 
Bild: Landschaftsschutzgebiet Kollerinsel, September 2016
Landschaftsschutzgebiet Kollerinsel (Rhein-Neckar-Kreis). Blick in den Otterstädter Altrheinarm.
(© M. Linnenbach)

Die unbewohnte Kollerinsel ist durch eine Autofähre bei Stromkilometer 410 mit der Gemeinde Brühl verbunden.

 
Bild: Historische Rheinkarte, Kollerinsel
Rheinberadigung bei Brühl 1833, Entstehung der Kollerinsel
(© GLA)

Die heutige Form der Kollerinsel entstand 1833 infolge der Rheinbegradigung durch Johann Gottfried Tulla. Die bis dato intensiv genutzten Kollerwiesen (ehem. Wässerwiesen) verlieren nach der Rheinbegradigung ihren topografischen Anschluss an die badische Gemarkung Schwetzingen. Der Landbesitz wechselt von Baden zu Bayern.

Hinweis: Die historische Karte ist nicht genordet!

In der Rheinniederung zwischen Mannheim im Norden und der Ketscher Rheininsel im Süden liegt die Kollerinsel. Die linksrheinische Halbinsel ist Teil der Gemarkung Brühl und saisonal über die Kollerfähre zu erreichen. Die Fähre wird im Auftrag des Landes Baden-Württemberg von der Ludwigshafener Kiesfirma Becker & Grieshaber betrieben. Auf dem Landweg erreicht man die Halbinsel ganzjährig über die L 535 von Otterstadt aus.

Historie

Mit dem "Otterstädter Durchstich", im Zuge der Rheinkorrektion 1833, beginnt für die Auenlandschaft vor Ort eine wechselvolle Geschichte. Die bis dato intensiv genutzten Kollerwiesen (ehem. Wässerwiesen der Gde. Brühl) verlieren nach der Korrektion ihre topografische Verbindung zur Gemarkung Schwetzingen bzw. zur Ortslage Brühl (s. nebenstehende historische Rheinkarte). Auch politisch vollzieht sich ein Wechsel vom bisherigen rechtsrheinischen Landbesitz des Großherzogtums Baden (1806 - 1918) zum damals linksrheinisch herrschenden Königreich Bayern (Rheinkreis bis 1946). Der Geländeverlust sowie neue Verlauf der Staatsgrenze sorgte in der Landbevölkerung für großen Unmut. Somit wurde am 24. April 1840 in einem Staatsvertrag zwischen der bayerischen Pfalz und dem Großherzogtum Baden der Grenzverlauf neu festgelegt. Danach erhielt Baden die Kollerinsel im Tausch gegen ein rechtsrheinisches Gebiet bei Germersheim (Germersheimer Au) wieder zurück.

Etwa einhundert Jahre später (1938) werden 264 ha der ca.400 ha großen Halbinsel gemäß dem damalig geltenden Reichsnaturschutzgesetzes als Landschaftschutzgebiet ausgewiesen. Dieser Schutz bewirkte über lange Zeit, dass keine festen Gebäude errichten werden durften. Lediglich die wirtschaftliche Nutzung von Wiesen und Wälder blieb weiterhin erlaubt. Heute dienen die umliegenden Otterstädter Altrheinschlingen sowie der Kollersee als wichtige Retentionsräume (Polder) bei Hochwasser. Für diesen Zweck wurden die nach dem 2. Weltkrieg entstandenen Bauernhöfe abgesiedelt und 2005 durch einen Pferdehof, der auf einer erhöhten Warft steht, ersetzt.

Seit der Korrektion im 19. Jh. entstehen am Oberhein auf natürlichem Wege keine Inseln und Altarme mehr. Um so bedeutender sind die auf der Kollerinsel geschützten Altarme mit ihren unverbauten Kies- und Sandbänken. Zeigen sie doch noch ein Abbild davon, wie es einst am Oberrhein mal ausgesehen hat. Die fischreichen Altarme bieten zudem zahlreichen Wasservögeln zu jeder Jahreszeit gute Nahrungsgrundlagen und ungestörte Rastplätze.

Hinweise für Besucher: Zur Beobachtung von Wasservögeln empfiehlt es sich, ein leistungsstarkes Fernglas mitzuführen. Camping und Wassersport werden auf der Insel ganz groß geschrieben. Insgesamt 42 Blockhäuser und 12 Mobilheime wurden in den letzten Jahren für Besucher nahe dem Kollersee erbaut. Neben Baden, Surfen und Tauchen erfreuen sich auch Segeln sowie Kanu- und Paddelboot fahren großer Beliebtheit. Mit der Errichtung eines Pferdehofs im Jahr 2005, einschließlich Reithalle, Pferdepension und Restaurant, wurde ein neuer, wichtiger Publikumsmagnet für das Naherholungsgebiet geschaffen.