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Steinacher Ried
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Steinacher Ried
Torfstich mit Fieberklee
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Bild: Steinacher Ried, Torfstich mit Fieberklee
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Wiedervernässter Torfstich im Steinacher Ried mit Fieberklee.

Steinacher Ried:
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Moorkomplex Steinacher Ried bei Bad Waldsee (Landkreis Ravensburg)

 
Bild: Steinacher Ried, Übergangsmoor (Ldkr. Ravensburg
Steinacher Ried, Übergangsmoor
(© LUBW, Autor: ProRegio)

Übergangsmoor im Randbereich, teilweise bewaldet.

 

 
Bild: Steinacher Ried
Steinacher Ried, Niedermoorflächen
(© LUBW, Autor: ProRegio)

Das Steinacher Ried liegt westlich von Bad Waldsee im Oberschwäbischen Hügelland. Es setzt sich zusammen aus

  • Herrschaftsried
  • Brunnenholzried (Naturschutzgebiet, Bannwald)
  • Oberes und Unteres Ried.

Zwischen den Moorflächen fließt die namensgebene Steinach, die die beiden Hochmoore Steinacher Ried und Herrschaftsried topografisch voneinander trennt (s. Karte des Gebiets).

Der Moorkomplex ist überwiegend aus der Versumpfung eines nacheiszeitlichen Bruchwaldes entstanden (Versumpfungsmoor). Nur im südlichen und im nordwestlichen Bereich war ein Stillgewässer an der Entstehung beteiligt. Dort findet sich unter dem Moorboden eine Schicht aus Kalk und Mudde. Die maximale Torfmächtigkeit betrug 1911 in der Moormitte noch ca. 5,7 m. Im Jahr 1960 war die Höhe aufgrund von Entwässerung und Torfabbau auf knapp 4,5 m abgesackt (Kh. Göttlich et al. 1968, s. Fachliche Details).

Das gleichnamige, 1970 ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet (LSG) Steinacher Ried, besitzt eine Fläche von insgesamt 507 ha. Darin enthalten sind 95 ha Hochmoore, 77 ha Niedermoore sowie randlich in Richtung Bad Waldsee und um die mineralischen Inseln etwa 19 ha Anmoore. Ein Großteil des LSG wird als Fichten- oder Mischwald genutzt, 35 ha entweder als Grünland, als Acker oder am Gebietsrand als Ausgleichsmaßnahmenfläche bewirtschaftet. Die Randzone des Moores ist heute auf 22 ha besiedelt und überbaut.

Der einst in sich geschlossene Moorkomplex wurde u. a. für die Gewinnung von sog. Badetorf für Heilbäder und Moorpackungen für die Kureintrichtungen in Bad Waldsee seit Ende des 19. Jh. bis in die 1980er Jahre großflächig entwässert und abgebaut. Seither finden sich in der Landschaft zahlreiche Torfstiche unterschiedlichen Alters und verschiedener Ausprägung. Bis heute werden die aus den Kureinrichtungen gebrauchten Badetorfe in dafür vorgesehene Torfstiche wieder rückgeführt. Diese Methode ist umstritten, da die verfüllten Flächen anfangs meist leblose bzw.vegetationslose Oberflächen aufweisen. Erst nach mehreren Jahren entwickeln sich auf den kahlen Flächen wieder Bestände von Sphagnum, Scheidigem Wollgras.und Fieberklee.

Durch Nutzung entwässerte Moore schrumpfen und sacken, d. h. sie verlieren an Höhe. Gleichzeitig gelangt Luft in den Torfkörper. Aerobe Mikroorganismen können dann den Torf als Energiequelle nutzen. Dadurch wird der Torfkörper langsam, aber kontinuierlich reduziert. Durch diese sogenannte Mineralisation, den Abbau der organischen Substanz, wird der im Torf in Form von Humus konservierte Kohlenstoff freigesetzt und gast als CO2 in die Atmosphäre aus (s. Klima und Wasserhaushalt).

Hinweise für Besucher: Für naturkundlich Interessierte stellt das Steinacher Ried zu allen Jahreszeiten ein lohnendes Wanderziel dar. Allerdings erschließen nur schmale Pfade das Ried. Von ihnen aus lassen sich zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere beobachten. Die Begehung des Geländes ist nicht überall barrierefrei.

Übersicht:

1 Moorkomplex Steinacher Ried bei Bad Waldsee (Landkreis Ravensburg)