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Schwarzenbachtalsperre
Blick auf die Schwarzenbachtalsperre
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Bild: Schwarzenbachtalsperre, Ldkr. Rastatt
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Blick von der Birkenaustraße auf die Schwarzenbachtalsperre.

Schwarzenbachtalsperre:
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Übersicht
 

Schwarzenbachtalsperre - Naherholungsziel und Energielieferant

 
Bild: Schwarzenbachtalsperre, Ldkr. Rastatt
Schwarzenbachtalsperre - Blick von der Staumauer auf den Stausee (Aufn. 2007)
(© LUBW, Autor: R. Kober-Moritz)

Blick auf die gut gefüllte Talsperre. In den Sommermonaten kann man dort Boote ausleihen. Stellenweise ist auch Baden gestattet.

 
Bild: Schwarzenbachtalsperre, Ldkr. Rastatt
Auf der begehbaren Staumauer
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Alle Bauwerke des Schwarzenbachtalsperre (Staumauer, Stollen usw) ruhen auf Granit. Sie besitzen daher eine hohe Standfestigkeit. Die begehbare Krone der Staumauer bietet eindrucksvolle Ausblicke auf die Talsperre und die umliegende Landschaft.

 
Bild: Staumauer der Schwarzenbachtalsperre
Staumauer der Schwarzenbachtalsperre (Ldkr. Rastatt)
(© LUBW, Autor: R. Kober-Moritz)

Am Grund der Staumauer gibt es einen Auslass zur Entleerung des Stausees.

Die Schwarzenbachtalsperre bei Forbach (ca. 10 km davon entfernt) liegt auf einer Höhe von 668 m ü.N.N. Mit ca. 2 km Länge ist sie der größte Stausee im Nordschwarzwald. Durch ihre verkehrsgünstige Lage ist die Talsperre seit langem ein beliebtes Ausflugsziel sowohl im Sommer als auch im Winter. Im Sommer kann man Boote ausleihen und an ausgewiesenen Stellen sogar baden. Angler können vor Ort oder in der Gemeinde Forbach eine Angelkarte erwerben. In den Wintermonaten bieten sich Nordic-Walking und Skilanglauf an. Um den See herum führt ein ca. 6,5 km langer, gut begehbarer Rundwanderweg. Die Südseite des Stausees grenzt an die Waldflächen des 2014 gegründeten Nationalpark Schwarzwald an.

Funktion

In der Talsperre wird das Hangwasser vom Hauptkamm des Nordschwarzwaldes, unterhalb von Hornisgrinde, Mehliskopf und Badener Höhe gesammelt. Direkt eingestaut werden Schwarzenbach und Seebach. Die beiden südwestlich gelegenen Bäche, Biberach und Hundsbach, werden zusätzlich über unterirdische Stollen (Raumünzach- und Biberachstollen) umgeleitet und dem Stausee zugeführt. In regenarmen Monaten wird sogar Wasser aus der Murgtalsperre Kirschbaumwasen in die Schwarzenbachtalsperre hochgepumpt. Gewaltige unter- und oberirdische Druckrohre leiten das Wasser wechselweise zur Energiegewinnung in das Rudolf-Fettweis-Werk nach Forbach. Das Kraftwerk kann damit eine maximale Leistung von 44 MW erreichen. Die gewonnene Energie dient unmittelbar der Versorgung des Murgtals.

Die Schwarzenbachtalsperre ist das wichtigste Bauwerk des Rudolf-Fettweis-Werks, heutiger Betreiber ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (früher Badenwerk AG). Es ist möglich, die Staumauer von innen sowie die Rudolf-Fettweis-Werke in Forbach zu besichtigen. Dafür ist eine Voranmeldung unbedingt erforderlich.

Geschichte

Für den Ausbau der Stromversorgung in Baden bot sich das wasserreiche Schwarzbachtal durch den Bau eines großen Stausees geradezu als idealer Standort an. Zuvor (1914 - 1918) konnte lediglich das Wasser aus der Murgtalsperre des Rudolf-Fettweis-Werks zur Energiegewinnung genutzt. Schon in den 1920er Jahren wurde mit dem aufwändigen Bau der Talsperre im Schwarzbachtal begonnen. Dafür mussten 3 Häuser weichen, der umliegende Nadelwald vollständig gerodet und der Boden bis auf das Grundgestein (Granit) abgetragen werden.

Bei der Gussbetonstaumauer, die 4 Jahre zu Fertigstellung brauchte, handelt es sich um die erste ihrer Art, in Deutschland. Für eine Wartung im Jahr 1935 wurde der Stausee zum ersten Mal komplett geleert. In der Zeit des zweiten Weltkrieges war die Mauer der Talsperre Ziel von Bombenangriffe der Alliierten, jedoch hielt sie diesen stand. Die letzte komplette Entleerung des Sees fand im Jahr 1997 statt, es wurde die seeseitige Front der Mauer restauriert. Durch diese Trockenlegung konnte auch der lange Aberglaube wiederlegt werden, dass sich auf dem Grund des Sees ein versunkenes Dorf befinde, dessen Kirchturm man bei Niedrigwasser sehen könne.

Die letzten Sanierungsarbeiten an der Staumauer fanden in den Jahren 2009 & 2010 statt, die seeseitige Betonversiegelung wurde damals erneuert. Durch das hohe Potential der Rudolf-Fettweis-Werke für die erneuerbaren Energien, soll die Anlage weiter ausgebaut werden. Eine Leistungssteigerung auf 220 MW ist das Ziel des Ausbaus, jedoch steckt die Projektplanung noch in den Anfängen.