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Grundgebirgs-Schwarzwald
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Grundgebirgsschwarzwald Gestein und Landschaft
Granit-Wollsäcke auf einem Bergrücken (Storeck) bei Triberg-Gremmelsbach
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Bild: TP_BGL1_065 Granit-Wollsäcke bei Triberg-Gremmelsbach
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Die im Granit oft vorkommende sog. Wollsackverwitterung tritt auf, wenn das Gestein von einem rechtwinkligen Kluftsystem durchzogen wird und über längere Zeiträume entlang der Klüfte eine tiefgreifende chemische Verwitterung stattgefunden hat. Das Gestein ist dabei entlang der Klüfte vergrust. Gerät der Bereich durch Abtragung an die Oberfläche, wird der feine Grus und Sand weggeschwemmt und es bleiben an den Ecken und Kanten abgerundete Quader übrig, deren Form an Wollsäcke erinnert.

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Grundgebirgs-Schwarzwald: Panorama - Präger Gletscherkessel

 

Panorama-Präger Gletscherkessel

Präger Gletscherkessel
(© Autor: K. Rilling)

Der Präger Gletscherkessel

Das Panorama zeigt einen Blick von Süden in den Präger Gletscherkessel. Diese einzigartige Landschaft ist während der letzten Eiszeit entstanden, als im Präger Tal aus verschiedenen Richtungen mehrere Gletscher zusammenflossen. Das Eis konnte nicht ins Tal der Wiese abfließen, da dieses bereits durch den großen Wiesentalgletscher blockiert war. So kam es im Präger Kessel zur Zeit der Maximalvereisung zum Aufstau einer ca. 350 m dicken Eismasse bis in 1060 m Höhe.

Am linken Bildrand ist der Westabhang des Nollenkopfs mit Felsen und einer großen Halde mit Gesteinsschutt zu sehen. Dahinter blickt man auf den Elsberg und das Hasenhorn mit seinem Aussichtsturm. Die Bildmitte wird bestimmt von den beiden markanten Bergen Sengalenkopf und Schweinekopf (hinten mit dem Gipfel des Blößlings). Dazwischen blickt man durch das Prägbachtal bis zum Herzogenhorn im Hintergrund (1415 m NN). Am rechten Bildrand geht der Blick zum Hohen Zinken und zum Spitzberg. Im Talkessel bezeugen Moränen sowie sog. Rundhöcker aus hartem Gestein und andere Glazialformen die Vorgänge im Eiszeitalter. Die Ortschaft Präg liegt auf einer Terrasse, die den Erosionsrest eines Schotterfelds darstellt, das beim Zurückschmelzen der Gletscher durch Schmelzwasserströme aufgeschüttet worden ist.

Auch die Festgesteine in der umgebenden Berglandschaft sind etwas Besonderes. Es handelt sich nicht um die üblichen Gneise und Granite, denn das Gebiet gehört zur sogenannten Badenweiler-Lenzkirch-Zone, einer alten Nahtstelle, an der zwei Kontinentalplatten aufeinander gestoßen sind. Vorherrschende Gesteine sind dort mehr oder weniger stark umgewandelte Sedimentgesteine (Schiefer, Grauwacken usw.) und Vulkanite aus dem Erdaltertum. Als Böden haben sich, wie im Gneis- und Granitgebiet, aus den Hangschuttdecken Braunerden entwickelt. Besonders in den höheren Lagen sind diese durch die grabende Tätigkeit des badischen Riesenregenwurms (Lumbricus badensis) oft bis in den tieferen Unterboden humos. Große Verbreitung haben auf Hangrücken und an den sehr steilen Hängen aber auch sehr flachgründige Böden auf Fels oder Gesteinsschutt (Regosol, Ranker, Skeletthumusboden, Rohböden). Die extremsten Bereiche sind frei von höheren Pflanzen und auf dem Foto gut zu erkennen. Die Gletscher haben dort die härtesten Gesteinsbereiche als Felsen stehen lassen, die seit dem Abschmelzen des Eises den Gesteinsschutt für die darunter anschließenden Schutthalden lieferten. Auch auf den Glazialsedimenten im Talkessel finden sich Braunerden, die z. T. kleinräumig mit vernässten und vermoorten Bereichen wechseln. In den Talsohlen und am Hangfuß sind auch lehmig-sandige, z. T. grundwasserbeeinflusste Böden aus Auensedimenten oder jungen Abschwemmmassen verbreitet.

Das Gebiet um den Präger Gletscherkessel ist seit 1994 Naturschutzgebiet. Es ist nach dem direkt angrenzenden Naturschutzgebiet Feldberg das zweitgrößte in Baden-Württemberg. Vor allem die alten Weidfelder an den steilen Hängen enthalten zahlreiche Kleinbiotope und sind Standorte vieler seltener Pflanzen und Tiere. Auch die vielen Blockhalden und Felsen sind Rückzugsgebiete für Spezialisten in der Tier- und Pflanzenwelt.