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Grundgebirgs-Schwarzwald
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Böden der Auen und Terrassen im Grundgebirgsschwarzwald
Vega-Gley (Brauner Auenboden-Auengley) in der Wieseaue südlich von Todtnau
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Bild: TP_BGL1_171 Vega-Gley im Wiesental bei Todtnau
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Es handelt sich um einen mäßig feuchten Grünlandstandort in der Talsohle bei Todtnau-Schlechtenau. Der unterste Bereich ist häufig wassergesättigt, was an den grauen Reduktionsfarben zu erkennen ist. Der Grundwasserschwankungsbereich und die Zone des kapillaren Aufstiegs wird durch die zahlreichen Rostflecken erkennbar, die auch die feine Wechselschichtung des überwiegend lehmig-sandigen Substrats nachzeichnen. Der Oberboden bis 14 cm Tiefe ist stark humos. Wurmröhren im Unterboden zeigen eine hohe biologische Aktivität an.

Grundgebirgs-Schwarzwald:
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Grundgebirgs-Schwarzwald

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Böden der Talauen und Flussterrassen

 
Bild: TP_BGL1_051 Kinzigtal bei Schenkenzell
Blick von der Ruine Schenkenburg durchs Kinzigtal
(© Autor: K. Rilling)

In den Tälern der größeren Flüsse, wie hier im Kinzigtal, bündeln sich die Verkehrswege. Bereits die Römer nutzten den ost-west-verlaufenden Talzug zur Schwarzwaldüberquerung. Bei Schenkenzell hat sich die Kinzig in Granit eingeschnitten, dem der aus Buntsandstein bestehende Staufenkopf aufsitzt (links hinten).
In der Talsohle finden sich lehmig-sandige Auenböden mit mäßigem Grundwassereinfluss (Vega-Gley, Gley-Vega).

 
Bild: TP_BGL1_037 Das Zartener Becken östlich von Freiburg
Das Zartener Becken östlich von Freiburg
(© Autor: K. Rilling)

Man blickt nach Nordosten über das Zartener Becken, eine stellenweise bis zu 3 km breite Talweitung. Links befindet sich die Ortschaft Stegen, in der Bildmitte liegt Kirchzarten. Nördlich von Kirchzarten vereinigen sich der Wagensteigbach und der Höllenbach zur Dreisam. Am Südrand des Zartener Beckens fließt die Brugga entlang (Baumreihe vorne in der Talebene), die sehr viel Wasser aus dem Schauinsland- und Feldberggebiet mitbringt und erst am Stadtrand von Freiburg in die Dreisam mündet.

 
Bild: TP_BGL1_052 Kinzigtal bei Hausach
Kinzigtal bei Hausach
(© Autor: K. Rilling)

In den breiten Talauen der Talunterläufe, wie hier im Kinzigtal, sind die Flüsse meist begradigt und von Dämmen umgeben. Die sandigen Auenböden werden dann stellenweise auch ackerbaulich genutzt.

Von den Bergen ins Tal geschwemmt

Die im Sommer oft wasserarmen gemächlich dahinfließenden Schwarzwaldflüsse können sich besonders nach langanhaltenden Niederschlägen in Verbindung mit schmelzenden Schneedecken in reißende Ströme verwandeln und in den Tälern und im Vorland Hochwasserschäden verursachen. Bevor es die Flussverbauungen an den Unterläufen gab und in Zeiten, in denen dem Schwarzwald in weiten Bereichen die Waldbedeckung gefehlt hat, waren die überfluteten Flächen größer als heute. Seit dem der Mensch Wälder gerodet und die Böden z. T. auch beackert hat, wurde Bodenmaterial abgeschwemmt und mit den Flüssen wegtransportiert. Ein Teil davon wurde bei Überschwemmungen in den Tälern als Auenlehm und Auensand wieder sedimentiert. Das Substrat der Auenböden ist meist ein schwach humoser lehmiger Sand oder sandiger Lehm mit geringem bis mittlerem Kiesgehalt. Im Bodenmaterial zu findende Holzkohlestückchen oder Keramikbruchstücke weisen auf das junge Alter der Auensedimente hin. Am häufigsten vertreten sind als Grünland genutzte Auenböden mit geringem bis mäßigem Grundwassereinfluss (Vega-Gley, Gley-Vega). Stellenweise wechseln sie mit stärker vernässten Böden wie Auengley, Nassgley und Anmoorgley. Es können auch flache Rücken mit stark kiesigen Böden auftreten (Auenregosol).

In den Oberläufen der Flusstäler und in kleineren Bachtälern dominieren Böden aus stark sandigem Material mit höheren Grundwasserständen (Auengley, Vega-Gley). In den gefällearmen Tälern im Donaueinzugsgebiet und in den Glazialtälern des Hochschwarzwalds treten immer wieder auch vermoorte Abschnitte mit Niedermooren und Moorgleyen auf.

Den geringsten Grundwassereinfluss besitzen die Auenböden schmaler schluchtartiger Täler mit hohem Gefälle, wie das Tal der Wilden Gutach und das Höllental östlich von Freiburg (Vega, Gley-Vega). Die Auensedimente sind dort oft geringmächtig und geröllführend. Ähnliche Böden kommen auch noch talabwärts entlang der Dreisam vor. Im Engtal der Murg im Nordschwarzwald, zwischen Schönmünzach und Gernsbach, sind in der Talsohle vergleyte Rohböden aus jung umgelagerten Granitschottern anzutreffen (Rambla, Gley-Rambla, Syrosem).

Im Kinzigtal zwischen Haslach und Gengenbach finden sich höhere, außerhalb des Überflutungsbereichs gelegene Reste von Auenterrassen mit älteren Auensedimenten, in denen bereits eine Bodenentwicklung zur Auenbraunerde oder Auenparabraunerde stattgefunden hat. Auch in dem stellenweise über 3 km breiten Zartener Becken östlich von Freiburg sind höher gelegene Auenterrassen mit Auenbraunerden verbreitet. Über diesem Niveau folgt ein weiterer Anstieg zur würmzeitlichen Niederterrasse, die im Zartener Becken ebenfalls große Flächen einnimmt. Über den kaltzeitlichen Flussschottern lagert dort eine 3-6 dm mächtige lösslehmhaltige, kiesführende Deckschicht. Als Böden sind Braunerden mit Übergängen zur Parabraunerde ausgebildet. Sie besitzen nur ein geringes bis mittleres Speichervermögen für pflanzenverfügbares Wasser. Aufgrund der hohen Niederschläge, der ebenen Lage und den milden Temperaturen im Übergang zur Oberrheinebene handelt es sich aber um gute Ackerstandorte. Auch in den anderen Tälern des Südschwarzwalds kommen immer wieder kleine Niederterrassenreste mit Braunerden vor, deren Substratzusammensetzung je nach Einzugsgebiet stark schwankt. Größere Niederterrassenflächen finden sich in dem breiten, nach Nordosten gerichteten, noch nicht von der rheinischen Erosion angegriffenen Glazialtal nordöstlich des Titisees. Weiter östlich, im Grundgebirgsabschnitt der Wutachschlucht liegen die würmzeitlichen Terrassenschotter heute auf den Talschultern, ca. 90 m (!) über der Talsohle. Der Grund ist die starke Taleintiefung nach der Flussanzapfung am Ende der letzten Kaltzeit.

Die Sedimente älterer Flussterrassen treten nicht bodenbildend in Erscheinung. Sie sind von Hangschutt oder, wie verbreitet im Elztal, von lösslehmreichen Fließerden überdeckt.