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Grundgebirgs-Schwarzwald
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Landschaften im Grundgebirgsschwarzwald I
Landschaftliche Kontraste am Westrand des Schwarzwalds
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Bild: TP_BGL1_149 Landschaftliche Kontraste am Westrand
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Von einem lössbedeckten Hügel mit intensiver agrarischen Nutzung im Oberrheingraben bei Freiburg-Hochdorf blickt man nach Südosten zum Steilanstieg des Hochschwarzwalds. Rechts hinten ist in 18 km Entfernung der über 1000 m höhere Schauinsland (1284 m NN) zu sehen.

Grundgebirgs-Schwarzwald:
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Grundgebirgs-Schwarzwald

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Relief, Gesteine und Landschaft

 
Bild: TP_BGL1_014
Blick vom Teisenkopf nach Südsüdosten ins Schiltachtal
(© Autor: K. Rilling)

Das Bild zeigt den Mittleren Schwarzwald zwischen Schiltach und Schramberg, der in diesem Bereich überwiegend von Graniten aufgebaut wird. An den bewaldeten Hängen dominieren Braunerden und podsolige Braunerden. Auf exponierten Hangrücken und im Bereich von felsigen Steilhängen kommen flachgründige Böden (Ranker) vor. Der flache Horizont wird von den Buntsandsteinflächen am Ostrand des Schwarzwalds bei Schramberg gebildet.

 
Bild: TP_BGL1_096 Scheibenfelsen im Zastlertal
Junge Schutthalden am Scheibenfelsen im Zastlertal
(© Autor: K. Rilling)

In dem von den Schmelzwasserabflüssen des Feldberggletschers eingetieften engen Zastlertal erhebt sich das imposante Felsmassiv des Scheibenfelsens (Migmatite) mit ausgedehnten Schutthalden im Hangfußbereich.

 
Bild: TP_BGL1_058 Talmulde bei Schönwald-Weißenbach
Vermoorte breite Talmulde bei Schönwald-Weißenbach
(© Autor: K. Rilling)

Der Weißenbach ist ein Quellbach der Gutach, die ebenfalls in einem breiten Muldental fließt, bevor sie bei den Triberger Wasserfällen in das tiefeingeschnittene Gutachtal hinabstürzt. Flache, gefällsarme, oft vermoorte Talmulden, relativ geringe Hangneigungen und der nach Osten gerichtete Abfluss sind charakteristisch für das sog. danubische, ehemals zur Donau orientierte, Relief.

Von Wasser und Eis geformt

Durchwandert man den Schwarzwald von Norden nach Süden oder von Osten nach Westen, so durchquert man unterschiedliche Landschaftsräume.

Im Nordschwarzwald, etwa nördlich der Linie Offenburg - Freudenstadt nehmen die Hochflächen und Täler des Buntsandsteinschwarzwalds den größten Raum ein. Das Grundgebirge beschränkt sich dort auf einen 5-20 km breiten Streifen am Schwarzwald-Westrand zwischen Offenburg und Baden-Baden. Grundgebirgsgesteine treten besonders auch im Murgtal und seinen Nebentälern sowie sehr kleinflächig im Enztal in Erscheinung. Vorherrschende Gesteine sind Granite, es treten aber auch Gneise auf. Permzeitliche Vulkanite (Quarzporphyre) oder verkieselte Konglomerate aus Quarzporphyr bilden örtlich markante Berge oder Felsen (z. B. Iberg und Battert bei Baden-Baden). Die bei Baden-Baden verbreiteten Sedimentgesteine des Karbons und des Rotliegenden (Perm) sind bereits zum Deckgebirge zu rechnen.

Die durch das Einsinken des Rheingrabens und die Heraushebung des Schwarzwalds bedingten großen Höhenunterschiede, die großen Niederschlagsmengen und die hohe Gewässerdichte sind die Ursache für die starke Zertalung des nördlichen Grundgebirgsschwarzwalds, der auch als Nördlicher Talschwarzwald bezeichnet wird. Es überwiegen hängige Bereiche mit zahllosen Bergkuppen, die meist Höhen zwischen 500 und 800 m NN aufweisen. Unterhalb der steil ansteigenden Buntsandstein-Schichtstufe, die im Nordschwarzwald die höchsten Erhebungen bildet (Hornisgrinde 1163 m NN), ist die alte Auflagerungsfläche des Deckgebirges wieder freigelegt und in schmale Bergsporne (Riedel) zerschnitten worden. Die Schichtgrenze Buntsandstein/Grundgebirge bildet dort einen Quellhorizont, der unzählige Bäche speist, die den Flüssen Murg, Oos, Aacher, Rench usw. zufließen.

Beim Mittleren Schwarzwald handelt es sich um die gegenüber dem Nord- und Südschwarzwald insgesamt niedriger gelegene, v. a. vom Flusssystem der Kinzig und der Elz stark zertalte Berglandschaft, die im Süden etwa bis zur Linie Freiburg - Titisee-Neustadt (Dreisamtal - Gutach-/Wutachtal) reicht. Im Mittleren Schwarzwald sind Gneise und gneisähnliche Gesteine dominierend. Ein großes Granitgebiet findet sich im Osten, im Raum Triberg/Hornberg/Alpirsbach/Schramberg. Örtlich bilden harte Quarzporphyre der Permzeit markante Berge und Felsen (z. B. Hohengeroldseck bei Lahr, Hoher Geißberg bei Schuttertal, Brandeckkopf bei Offenburg).

Die Berge des Kinzigeinzugsgebiets haben überwiegend Höhenlagen zwischen 450 und 800 m NN. Ihnen aufgesetzt sind einzelne höhere Bergplateaus aus Buntsandstein (z. B. Mooskopf, Brandenkopf). Südlich des Elztals treten höhere Erhebungen auf, die von ihrem Landschaftscharakter bereits mit dem Südschwarzwald vergleichbar sind (z. B. Kandel 1241 m NN, Rohrhardsberg 1152 m NN). Im Osten bildet ein schmaler Streifen Buntsandstein die Ostabdachung des Mittleren Schwarzwalds, der im Raum Schramberg/Königsfeld zum Neckar hin entwässert wird. Weiter südlich reicht die Ostabdachung bis in das Grundgebirge hinein. Das Einzugsgebiet der Donauquellflüsse Brigach und Breg erstreckt sich dort bis in den Raum St. Georgen/Furtwangen. Im Vergleich zum übrigen Grundgebirgsschwarzwald ist das Relief im Donaueinzugsgebiet und im Bereich der Europäischen Wasserscheide viel sanfter und hat z. T. Hochflächencharakter. Das Gefälle der Fließgewässer ist gering, die Täler sind weniger stark eingetieft und haben breitere Sohlen.

Auch der Nordosten des Südschwarzwalds weist das sog. danubische Relief auf, da er im alten Einzugsgebiet der Donau liegt (Wutacheinzugsgebiet). Seit der Flussanzapfung der Feldbergdonau und der Umlenkung der Wutach entwässern diese Gewässer aber zum Rhein. Die meisten Täler im Südschwarzwald verlaufen als tiefe, örtlich schluchtartige Einschnitte vom Hochschwarzwald, der den großen Zentralbereich des Südschwarzwalds bildet, zur südlichen Oberrheinebene und zum Hochrheintal. Die oberen Talabschnitte in der Feldbergregion sind allerdings als breite Taltröge ausgebildet, die in der letzten Eiszeit von großen Gletschern erfüllt waren. Auch die Schwarzwaldseen wie Titisee oder Schluchsee liegen in von Gletschern ausgeschürften Becken. Während der Maximalvereisung in der Würmeiszeit war der gesamte zentrale Südschwarzwald von einem mächtigen Plateaugletscher überdeckt.

Der Südschwarzwald ist der höchste, am stärksten herausgehobene Teil des Schwarzwalds. Die höchsten Berge (Feldberg 1493 m NN, Herzogenhorn 1415 m NN, Belchen 1414 m NN) haben mit ihren unbewaldeten, weithin sichtbaren, oft noch im Mai mit Schnee bedeckten Gipfelregionen bereits subalpinen Charakter. Das Fehlen von Gehölzen ist allerdings eine Folge der jahrhundertelangen Nutzung der Bergkuppen als sommerliche Hochweiden. Ein etwas abweichendes Großrelief findet sich auf der Südabdachung des Schwarzwalds, im Hotzenwald. Dort sind mehrere durch enge Talschluchten zerschnittene Hochflächenniveaus ausgebildet, die staffelartig zum Hochrheintal hin abfallen. Zwischen Freiburg, dem Belchen und dem Feldberggebiet dominieren Gneise und verwandte Gesteine (Migmatite). Weiter im Süden sind sowohl Gneise als auch Granite verbreitet, wobei die Granitgebiete deutlich mehr Raum einnehmen. Zwischen diesen beiden Regionen verläuft quer durch den Südschwarzwald ein schmaler Streifen, in dem schwach umgewandelte Sedimentgesteine und Vulkanite aus dem Erdaltertum vorkommen (Badenweiler-Lenzkirch-Zone).