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Impressionen aus der Laichinger Tiefenhöhle
Beginn des Abstiegs in die Tiefenhöhle
(Element 1 von 16: Bild)
Bild: Abstieg Tiefenhöhle Laichingen
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Heutzutage befindet sich der Eingang zur Tiefenhöhle Laichingen unterhalb des Empfangsgebäudes. Über steile Treppen gelangen die Besucher bis zu einer Tiefe von maximal 55 Metern.

Laichinger Tiefenhöhle:
Weitere Informationen
 
Übersicht

Laichinger Tiefenhöhle

 

Laichinger Tiefenhöhle - von Sandgräbern und Höhlenbären

 
Bild: Johann Georg Mack
Johann Georg Mack - Entdecker der Laichinger Tiefenhöhle
(© public domain, Autor: Unbekannt)

Johann Georg Mack (geb. 03.10-1849, gest. 15.04.1897), Entdecker der Laichinger Tiefenhöhle.

 
Bild: Kleine Halle Tiefenhöhle Laichingen
Kleine Halle in 55 Metern Tiefe
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Die Kleine Halle in 55 Metern Tiefe ist der tiefste ausgebaute Punkt der Laichinger Tiefenhöhle.

Die rund 87 m tiefe Laichinger Tiefenhöhle ist eine für die Schwäbische Alb typische Karsthöhle. Sie wurde im Jahr 1892, beim Abbau von Dolomitsanden, rein zufällig durch den Laichinger Sandgräber Johann Georg Mack (1849-1897), entdeckt. Sein Sohn Ulrich war der erste, der durch einen engen Spalt in das unbekannte Höhlensystem, nur mit Hilfe eines Seils und einer Petroleumlampe einstieg, Bis in welche Tiefe er dabei vordrang, ist nicht überliefert. Schon damals hatte die Familie Mack die Idee, die offensichtlich bedeutende Höhle für Besucher zugänglich zu machen. Jedoch wurden die benötigten Geldmittel für den Ausbau durch die Gemeinde Laichingen zunächst verwehrt.

Erst 1919, nach dem ersten Weltkrieg, erfolgte die systematische Erforschung und fachgerechte Erschließung der Laichinger Tiefenhöhle, durch den damaligen Verein „Höhlenvereinigung Laichingen". So schufen die im Volksmund genannten „Höhlenbären" von 1932 bis 1935 eine ausgeklügelte Infrastruktur, die es ermöglichte, die bislang in der Höhle provisorisch installierten Holzleitern, durch feste Betonstufen und Eisentreppen zu ersetzen. Kurz darauf erfolgte sogar die Installation einer elektrischen Beleuchtung - damals eine kleine Sensation. Nun war der Weg frei für die touristische Nutzung.

Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm der Höhlen- und Heimatverein Laichingen e.V. die Betreuung. In den 1970er Jahren begann die Neuerschließung eines weiteren großen Höhlenabschnitts, der bislang nahezu unbekannt war. Zudem wurde ein künstlicher Ausgang geschaffen, über den die Besucher noch heute das Höhlensystem verlassen.

Die Laichinger Tiefenhöhle ist deutschlandweit die einzige Schachthöhle, die zur Schauhöhle ausgebaut wurde. Das geologische Naturdenkmal, mit seinen 13 freigelegten Schächten, besitzt eine maximale Tiefe von ca. 87 m und eine Länge von 1.348  Meter. Zum Großteil liegt die Höhle im Massenkalk, dabei handelt es sich um kompaktes Kalkgestein von großer Mächtigkeit aus Schwamm-, Algen- oder Korallenriffen. Die Karsthöhle besitzt nur wenige Tropfsteine. Sie befinden sich unter anderem im „Nassen Schacht", dort hat man die einmalige Gelegenheit den Aufbau und die Struktur eines Tropfsteines zu studieren.

Weitere geologische Sehenswürdigkeiten finden sich im Gletschermühlenschacht. Neben zahlreichen Auskolkungen, die hier vor langer Zeit durch das fließende Karstgrundwasser entstanden sind hinterlassen hat, zeigen sich im Ostschacht die so genannten Karren, das sind rinnenförmige bis napfartige Vertiefungen an den Höhlenwänden. Im „Streuselkuchengang" erwarten den Besucher eine große Anzahl an Perlsinterformationen (s. Bildergalerie).

Durch Färbeversuche wurde nachgewiesen, dass sich die Höhle im Einzugsgebiet des Blautopfes befindet. Um die Strecke von 10 km zurückzulegen, benötigte das gefärbte Wasser etwa 70 Stunden. Dies lässt eindeutig auf eine Verbindung der beiden Höhlen durch ein tieferliegendes Höhlensystem schließen.

Kartenansicht.Google.Maps (weitere Bilder)