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NSG Langenfeld
Blühender Diptam im Naturschutzgebiet Langenfeld (Main-Tauber-Kreis)
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Bild: Blühender Diptam, NSG Langenfeld
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Der seltene und streng geschützte Diptam (Dictamnus albus) hat im Naturschutzgebiet Langenfeld bei Königheim noch eine gute Verbreitung.

Rote Liste Baden-Württemberg Kategorie 3, Gefährdet


Literaturhinweis

Breunig,T. & Demuth, S. (1999): Rote Liste der Farn- und Samenpflanzen Baden-Württembergs (Hrsg. LfU), 161 S.

NSG Langenfeld:
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Naturschutzgebiet Langenfeld (Main-Tauber-Kreis)

 
Bild: NSG Langenfeld, Main-Tauber-Kreis
NSG Langenfeld, nur ein schmaler Pfad führt durch die blütenreichen Magerrasen
(© M. Linnenbach)
 
Bild: NSG Langenfeld, Weinbergsflora
Gras-Schwertlilien als Zeugen der ehemaligen Weinbergsflora
(© M. Linnenbach)

Blühende Gras-Schwertlilien (Iris graminea), als begleitende Trockenvegetation des ehemaligen Weinanbaus. Die damals durch die Weingärtner angepflanzten Zwiebelgewächse müssen inzwischen ein beträchtliches Alter erreicht haben.

Nur etwa 800 m westlich des Haigergrunds, befindet sich das 1978 ausgewiesene, 36 ha große Naturschutzgebiet Langenfeld (s. Karte des Gebiets). Wie das NSG Haigergrund, so fußt das NSG Langenfeld vollständig auf der Gemarkung Königheim. Entsprechend besteht auch der geologische Untergrund aus dem landschaftstypischen Unteren Muschelkalk (hier: sog. Wellenkalk). Stellenweise tritt das Gestein in Form von kleineren Aufschlüssen, die in früheren Tagen für den Gesteinsabbau genutzt wurden, offen zutage. Auf den steilen Hanglagen zeigt sich großflächig verteilt erodierter Kalkschutt (Feinschutt) über dem flachgründigen, mageren Boden. Besucher mit schlechtem Schuhwerk werden mit dem rutschigen Geröll wenig Freude bei der Begehung des Schutzgebiets haben.

Noch heute zeigen sich im Langenfeld zahlreiche Spuren der ehemals historischen Weinbergnutzung durch die naheliegende Weinbaugemeinde Königheim. Infolge des Vordringens der aus Nordamerika eingeschleppten Reblaus (Viteus vitifoliae), kam hier der Weinbau nahezu vollständig zum Erliegen. Überreste von Weinbergterrassen und Steinriegel sind vor allem im Winter und im Frühjahr gut erkennbar. Im Bereich der Trockenhänge wachsen neben eingestreuten Gehölzgruppen, immer wieder angepflanzte Gras-Schwertlilien und Speierlinge als Zeugen der ehemaligen Weinbergsflora.

Besonders hervorzuheben ist das großflächige Vorkommen des Diptams, vor allem an den aufgelockerten Waldsäumen des Geißbuckels. Die Bestände zählen zu den schönsten in ganz Baden-Württemberg (s. Video). Aber auch viele andere botanische Raritäten zeigen sich hier. Auf den sonnenexponierten Kalkmagerrasen wachsen Mücken-Händelwurz, Helm-Knabenkraut, Purpur-Knabenkraut, Fliegen- und Bienen-Ragwurz, Ästige Grasnelke, Kalk-Aster, Kugelblume, Golddistel und Goldaster. Die blütenreichen Flächen bieten vielen Faltern, Bienen und Käfern ideale Lebensräume. Wie am Haigergrund lebt auch hier der seltene Langfühler-Schmetterlingshaft. Zahlreiche Heuschrecken, darunter auch die seltene Italienische Schönschrecke und die Blauflügelige Ödlandschrecke finden hier beste Bedingungen. Damit das so bleibt, beweidet ein Schäfer seit geraumer Zeit mit seiner Herde im Hutebetrieb  die ökologisch wertvollen Kalk-Magerrasen.

Hinweise für Besucher: Obwohl hier viele Weinbergsflächen in der Vergangenheit aufgegeben wurden, ist Königheim heute mit ca. 100 ha Rebfläche immer noch die zweitgrößte Winzergemeinde in Tauberfranken. Wer sich näher über die einzelnen Weine bzw. deren Herstellung informieren möchte, kann bei den örtlichen Weingütern eine Weinprobe oder eine Weinbergsbegehung buchen.

Übersicht:

1 Naturschutzgebiet Langenfeld (Main-Tauber-Kreis)