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Lösshohlgasse Eichberg
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Lößhohlgasse Eichberg
Blick in die Lösshohlgasse Eichberg
(Element 1 von 9: Bild)
Bild: Lösshohlgasse Eichberg, Kaiserstuhl
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Der Lösshohlweg Eichgasse kann heute als geschütztes Naturdenkmal nahezu in seinem ursprünglichen Zustand durchwandert werden. Zwischen den hohen Lösswänden herrscht selbst an heißen Tagen ein angenehmes Mikroklima. Die überhängende Vegetation schützt vor allzu starker Sonneneinstrahlung.

Lösshohlgasse Eichberg:
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Lösshohlgasse Eichberg

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Naturdenkmal Lösshohlgasse Eichberg bei Vogtsburg-Bickensohl (Breisgau-Hochschwarzwald)

Bild: Lösshohlgasse Eichberg, Hohlweg
Geschützte Lösshohlgasse Eichberg am Kaiserstuhl
(© T. Berg)

Der Hohlweg hat sich im Verlauf von mehreren hundert Jahren bis zu 15 m tief in den anstehenden Löss eingegraben (Aufn. 2014). Naturdenkmal

Standort: Goole Maps 48.078, 7.651

Inmitten der bereinigten Rebflurflächen am Kaiserstuhl, liegt östlich der Weinbaugemeinde Vogtsburg-Bickensohl die bekannte und geschützte Lösshohlgasse Eichberg. Ihr Zugang findet sich unmittelbar am letzten Winzerhof von Birckensohl.

Steil zieht sich der Hohlweg durch die Weinbergterrassen in Richtung des Totenkopfes (Vulkan), der mit 557 Meter die höchste Erhebung des Kaiserstuhls darstellt (s. Karte). Zuweilen erreichen die nahezu senkrechten Hohlwegflanken eine Höhe von ca. 15 Meter. Ihre Entstehung beruht auf das fortlaufende Erosionsgeschehen des weichen Gesteins durch klimatische Einflüsse wie Regen, Wind und Frost. Auch der Mensch ist an der Erosion beteiligt. Die über Jahrhunderte lange Nutzung des Hohlwegs als Verkehrsader, hat sowohl durch die Begehung als auch durch die Befahrung mit Fuhrwerken tiefe Spuren hinterlassen.

Mit Beginn der umfangreichen Kaiserstühler Rebflurbereinigung, in den 1980er Jahren, droht dem Lösshohlweg Eichberg die Verfüllung. Dagegen rühren sich Widerstände namafter Biologen und Geologen aus dem Umfeld der Universität Freiburg, die das zuständige Ministerium in Stuttgart anrufen. Im Rahmen eines Ortstermins wird die Lösshohlgasse Eichberg am 19. Mai 1978 unter persönlicher Beteiligung des damaligen Umweltministers Gerhard Weiser vollständig unter Schutz gestellt. Von den leitenden Ingenieuren des Flurbereigungsamtes Freiburg in Zusammenarbeit mit der staatlichen Naturschutzverwaltung wird daraufhin ein Konzept erarbeitet, das ermöglicht, den ökologisch bedeutsamen Hohlweg in das laufende Flurbereinigungsverfahren landschaftlich einzubinden.

Durch die wegweisende Entscheidung des Ministers, die seinerzeit nicht unumstritten war, ist die Lösshohlgasse Eichberg mit ihrer außergewöhnlichen Fauna und Flora bis heute der Nachwelt erhalten geblieben. Überaus artenreich vertreten ist die Gruppe der wärmeliebenden Insekten wie Schmetterlinge, Heuschrecken und Wildbienen. Ein besonderes Highlight ist das Vorkommen des seltenen Bienenfressers. Botanisch zeichnet sich das Gebiet vor allem durch zahlreiche Mager- und Tockenrasen-Standorte aus. Mehrere Orchideenarten sowie Küchenschelle, Gold-Aster und Kartäusernelke finden sich vor Ort.

Übersicht:

1 Naturdenkmal Lösshohlgasse Eichberg bei Vogtsburg-Bickensohl (Breisgau-Hochschwarzwald)