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Recycling von Produkten
Klimaschutz durch Abfallverwertung
Deponiebewirtschaftung heute
(Element 1 von 5: Bild)
Bild: heute bewirtschaftete Deponie
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Heute wird vor der Deponierung der Restabfall verbrannt und anfallende Energie genutzt. Auf Deponien wird nur noch mineralisches, inertes Material mit geringen Anteilen organischer Substanz abgelagert. Die Veränderung in der Bewirtschaftung von Abfällen und Deponien leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

Recycling trägt zum Klimaschutz bei

Mit dem Recycling werden nicht nur wertvolle Rohstoffe zurück-gewonnen, sondern auch die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von Glas, Papier u. a. Produkten eingespart.

Durch Papierrecycling werden gut 5.9 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr eingespart. Berechnet werden die eingesparten CO2-Äquivalente durch Papierrecycling indem die, durch die Nutzung des eingesparten Holzes in effizienten Holzheizkraftwerken, eingesparten Emissionen von CO2 aus der Verbrennung fossiler Energieträger gutgeschrieben werden. Das Recycling von Papier kann noch gesteigert werden, da nach wie vor ein signifikanter Anteil der Papierabfälle nicht der Verwertung zugeführt wird.

Der klassische Recycling-Wertstoff Glas entlastet die CO2-Bilanz um knapp 900.000 Tonnen Kohlendioxid in Deutschland. Grund hierfür ist, dass das Recycling von Altglas - gegenüber der Herstellung von Glas aus den Ursprungsrohstoffen - das energetisch günstigere Verfahren darstellt.

 

Abfallwirtschaft heute

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Ressourcenschöpfung aus Abfall

 
Bild: Nutzung alter Deponien
Nutzung alter Deponiegelände zur Energiegewinnung
(© Autor: LUBW)

Ehemaliges Deponiegelände wird heute teilweise als Fläche für erneurerbare Energien wie Windkraft und Solaranlagen genutzt.

 
Bild: Biovergärungsanlage
Biovergärungsanlage Backnang-Neuschöntal
(© AWG, Autor: AWG Abfallwirtschaftsgesellschaft Rems-Murr-Kreis)

Die Bioabfallvergärungsanlage in Backnang-Neuschöntal behandelt Bioabfall aus der Biotonne und Grünschnitt. Der nach der Vergärung verbleibende Rest wird teilweise kompostiert.Vergärung und Kompostierung werden hier kombiniert (Kaskadennutzung).

Rohstoffe und Energie sind knapp und werden immer teurer. In Zukunft werden nur noch die Volkswirtschaften konkurrenzfähig sein, die über eine hoch entwickelte Entsorgungs- und Recyclinginfrastruktur verfügen.

Ziel der heutigen Abfallwirtschaft ist ein ressourcenschonender Umgang mit Abfällen. Im Zentrum dieser modernen Ressourcenwirtschaft stehen die Abfallvermeidung und die Kreislaufwirtschaft, in der Abfälle stofflich und energetisch genutzt werden. Die zunehmende Rückgewinnung von Rohstoffen und die Erzeugung von Sekundärrohstoffen aus Abfällen ist dabei ein wichtiges Element.

Früher war es die wesentliche Aufgabe der Abfallwirtschaft, den Abfall so zu sammeln und zu beseitigen, dass er möglichst wirtschaftlich und umweltfreundlich entsorgt wurde. Lange Zeit wurden unsere Abfälle ohne weitere Behandlung oder stoffliche Nutzung auf Deponien abgelagert. Dann übernahmen Müllverbrennungsanlagen die Aufgabe einer umweltgerechten Abfallbeseitigung. Müllverbrennungsanlagen sind heute zu hocheffizienten Wärme- und Stromlieferanten - zu thermischen Verwertungsanlagen - geworden.

Seit 2005 darf kein unbehandelter, organikhaltiger Abfall (insbesondere Hausmüll) mehr auf Deponien abgelagert werden. Deponiegas aus alten Hausmülldeponien wird nach wie vor energetisch verwertet. Abfall wird daher nur noch dann auf einer Deponie beseitigt, wenn dies der einzig mögliche und umweltgerechte Entsorgungsweg ist, bei dem Schadstoffe sicher aus dem Kreislauf ausgeschleust werden können. Nur für diese nicht mehr weiter zu verwertenden Schadstoffe benötigen wir in Zukunft Deponien als letztes Entsorgungsglied in Form der Schadstoffsenke. Daher brauchen wir weniger Deponien als es früher der Fall war. Ausreichender Deponieraum bleibt daher unverzichtbar und kostbar.

Abfälle werden wiedergenutzt

Aber es geht um noch mehr: Abfälle sind zu wertvoll zum Wegwerfen. Produkte müssen vorrangig wiederverwendet, Abfälle vermieden, wieder aufgearbeitet oder recycelt werden. Hierfür stellt die Abfallwirtschaft zunehmend Verfahren zur Rückgewinnung von Rohstoffen und Erzeugung von Sekundärrohstoffen bereit. Die Verwertungsverfahren werden effizienter und neue Recyclingmethoden gewinnen an Bedeutung.

Bei Stahl kann man heute über die Sammlung und Verwertung von Schrott bereits eine nahezu 100-Prozent-Kreislaufwirtschaft erreichen. Auch bei anderen Massenabfällen wie sortenreinen Kunststoffen kann eine sehr hohe Recyclingquote erreicht werden. In anderen Bereichen gibt es noch viel zu tun. Bei der Wiedergewinnung wertvoller Rohstoffe wie den seltenen Erden aus Elektro- und Elektronikgeräten stößt die Technik und auch die Wirtschaftlichkeit der Realisierung noch an ihre Grenzen, da diese Stoffe nur in niedrigen Elementkonzentrationen vorkommen.

Baden-Württemberg unterstützt Projekte zur Förderung der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, zum Beispiel die Rückgewinnung von Phosphors aus Klärschlamm, der für Biologische Prozesse unentbehrlich ist. Programme zur Abfallvermeidung (zum Beispiel im Bausektor) oder Kampagnen zum Einsatz von RC-Beton.