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Recycling von Produkten
Klimaschutz durch Abfallverwertung
Deponiebewirtschaftung heute
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Bild: heute bewirtschaftete Deponie
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Heute wird vor der Deponierung der Restabfall verbrannt und anfallende Energie genutzt. Auf Deponien wird nur noch mineralisches, inertes Material mit geringen Anteilen organischer Substanz abgelagert. Die Veränderung in der Bewirtschaftung von Abfällen und Deponien leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.

Recycling trägt zum Klimaschutz bei

Mit dem Recycling werden nicht nur wertvolle Rohstoffe zurück-gewonnen, sondern auch die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von Glas, Papier u. a. Produkten eingespart.

Durch Papierrecycling werden gut 5.9 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr eingespart. Berechnet werden die eingesparten CO2-Äquivalente durch Papierrecycling indem die, durch die Nutzung des eingesparten Holzes in effizienten Holzheizkraftwerken, eingesparten Emissionen von CO2 aus der Verbrennung fossiler Energieträger gutgeschrieben werden. Das Recycling von Papier kann noch gesteigert werden, da nach wie vor ein signifikanter Anteil der Papierabfälle nicht der Verwertung zugeführt wird.

Der klassische Recycling-Wertstoff Glas entlastet die CO2-Bilanz um knapp 900.000 Tonnen Kohlendioxid in Deutschland. Grund hierfür ist, dass das Recycling von Altglas - gegenüber der Herstellung von Glas aus den Ursprungsrohstoffen - das energetisch günstigere Verfahren darstellt.

 

Abfallwirtschaft heute

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Die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm ist ein hoch aktuelles Thema

 
Bild: Mähdrescher
Getreideernte
(© GNU FDL, Autor: M. Linnenbach)

Getreide, vor allem Weizen, ist eine häufige Ackerfrucht in Baden-Württemberg. Getreide wird für die Herstellung von Nudeln, Backwaren und vielen anderen Lebensmitteln benötigt. Voraussetzung für eine gute Ernte ist ein nährstoffreicher Boden. Wichtiger und endlicher Nährstoff für Pflanzen ist Phosphor.

 
Bild: MAP ist Phosphatträger im Düngemittel
MAP ist Phosphatträger im Düngemittel
(© Abwasserzweckverband (AZV) Offenburg, Autor: R.-E. Mohn)

Das Recyclingprodukt aus Klärschlamm besteht zum größten Teil aus Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP bzw. Struvit). MAP ist als Dünger gut pflanzenverfügbar und enthält die Nährstoffe Phosphor, Stickstoff und Magnesium. MAP wird aus dem Faulschlamm (ausgefaulter Klärschlamm) gewonnen.

Bei der Abwasserreinigung in Kläranlagen fallen Klärschlämme an. Vor allem Abwasser und Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen enthalten relevante Menge an Phosphor. Um ausreichend Nahrungsmittel für die wachsende Weltbevölkerung produzieren zu können, ist es wichtig, die Landwirtschaft ausreichend mit der endlichen Ressource Phosphor zu versorgen. Deutschland und damit auch Baden-Württemberg besitzen keine abbauwürdigen Lagerstätten an Rohphosphat und sind damit zu 100 Prozent auf den Import von mineralischem Phosphor angewiesen. Auf die Ausbringung von Klärschlämmen und somit die Rückführung von Phosphor in der Landwirtschaft wird in Baden-Württemberg wegen der Vielzahl organischer Schadstoffe im Klärschlamm weitgehend verzichtet.

Kommunaler Klärschlamm enthielt in Baden-Württemberg 2010 einen durchschnittlichen Anteil von 3,6 % Phosphor. Dies entspricht etwa 8.900 t Phosphor. Unter realistischen Annahmen können davon 70 % zurückgewonnen werden, was theoretisch etwa die Hälfte des Phosphorbedarfs in Baden- Württemberg decken würde.

Das Umweltministerium Baden-Württemberg fördert Forschungsprojekte, die eine Rückgewinnung des Phosphors aus dem Klärschlamm ermöglichen. Ziel dabei ist es, Phosphor zurückzugewinnen, der weitgehend frei von organischen und anorganischen Schadstoffen ist. Im Oktober 2012 legte das Land Baden-Württemberg eine Phosphor-Rückgewinnungsstrategie vor. Aktuell werden Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm und aus bei der Verbrennung in Monoverbrennungsanlagen anfallenden Aschen (Klärschlammasche) untersucht.

Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm

Ein Pilotprojekt zur Rückgewinnung von Phosphor aus kommunalem Klärschlamm läuft aktuell in Offenburg auf Basis des sogenannten Stuttgarter Verfahrens in einer großtechnischen Anlage. Phosphor wird dort als Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP) zurückgewonnen. Das erzeugte Produkt kann direkt als Mehrnährstoffdünger in der Landwirtschaft verwendet werden. Mit diesem Verfahren könnten rund 70 % des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors rückgeführt werden.

Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammasche

Bei der Rückgewinnung aus Klärschlammasche haben die Schlämme bereits einen Verbrennungsprozess in einer Monoverbrennungsanlage, also einer Verbrennungsanlage, bei der nur Klärschlamm eingesetzt wird, durchlaufen. Dabei reichert sich Phosphor in der Verbrennungsasche an. Die Asche bietet aktuell das höchstmögliche Rückgewinnungspotential von 80 - 90 % des enthaltenen Phosphors. Vorteilhaft ist die hohe Phosphatkonzentration in einem gut lager- und transportfähigen Material. Die Verfahren für Klärschlammaschen bedürfen jedoch im Hinblick auf die Nährstoffverfügbarkeit im Boden noch der Optimierung.