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Abfallhierarchie
Abfallhierarchie
Rollfilme für den Fotoapparat
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Bild: Rollfilme Fotoapparat
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Abfallvermeidung: Für Digitalkameras werden keine Filmrollen mehr benötigt. Dadurch wird der Rollfilm als Abfall vermieden. Ein Beispiel zur Abfallvermeidung durch technischen Fortschritt.

Abfallhierarchie

Eine Rangfolge der Vermeidung und der Abfallbewirtschaftung wurde im Kreislaufwirtschafts- gesetz (KrWG) in Form der Abfallhierarchie festgelegt. Es soll die „Maßnahme(n) Vorrang haben, die den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen unter Berücksichtigung des Vorsorge- und Nachhaltigkeitsprinzips am besten gewährleistet" (KrWG § 6).

Die Abfolge der Abfallhierarchie lautet:

  1. Vermeidung
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
  3. Recycling
  4. sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
  5. Beseitigung

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Abfallwirtschaft heute

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Abfallvermeidung - ein Leitmotiv

 
Bild: Abfallvermeidung, Mehrweg, Pfandflaschen
Mehrwegflaschen als Beispiel für die Vermeidung von Abfällen
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die Nutzung von Mehrwegflaschen bzw. Pfandflaschen bedeutet die Vermeidung von Einwegflaschen als Abfall. Mehrwegflaschen bestehen entweder aus Glas oder Kunststoff. Sie werden über das codierte Pfandsystem gesammelt, danach gereinigt und erneut befüllt. Einwegflaschen bestehen generell aus Kunststoff, sie werden nicht erneut befüllt, sondern stofflich oder energetisch verwertet.

 
Bild: USB-Sticks zur Abfallvermeidung
USB-Sticks als Beispiel für Abfallvermeidung
(© Autor: LUBW)

Durch die Datenspeicherung auf USB-Sticks werden CDs als Abfall vermieden.

Die Abfallvermeidung trägt zu einer nachhaltigeren Bewirtschaftung der global zur Verfügung stehenden Ressourcen bei. In der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschafts-gesetzes (KrWG) steht die Vermeidung von Abfällen deshalb an oberster Stelle. Ziel der Abfallvermeidung ist, Rohstoffe und fossile Energieträger zu schonen sowie schädliche Auswirkungen der Abfälle auf Mensch und Umwelt zu verringern.

Abfälle werden vermieden, wenn die Produkte bereits „abfallarm" entwickelt und hergestellt werden, so dass nach Ende der Nutzung möglichst wenig Abfall entsteht. Auch die Reduzierung oder das Ersetzen von Schadstoffen in Produkten und das Verlängern der Lebensdauer von Produkten ist eine Maßnahme der Abfallvermeidung.

Abfallvermeidung und Ressourceneffizienz

Abfälle sind das Produkt und der Spiegel unserer Wohlstandsgesellschaft. Nahezu alle Dinge, die uns umgeben und mit denen wir uns befassen, ob Einrichtungsgegenstände, Fahrzeuge oder sonstige Konsumgüter, sind am Ende ihrer Nutzungsphase Abfall. Oftmals zu Recht wird die heutige Produktions- und Konsumgesellschaft daher als Wegwerfgesellschaft bezeichnet.

Produzenten und Konsumenten sind somit wesentliche Akteure einer Strategie zur Abfallvermeidung. Durch die Politik werden Ziele und weitere Maßnahmen zur Abfallvermeidung beispielsweise im Rahmen der Produktverantwortung der Hersteller festgelegt. Vor dem Hintergrund, dass Abfälle stets aus ehemaligen Rohstoffen und Produkten entstehen, leistet die Abfallvermeidung einen wesentlichen Beitrag zum Ressourcenschutz.

Schon aus Kostengründen sind Produzenten von Produkten bestrebt ihren Rohstoffeinsatz zur Produktherstellung zu reduzieren und Rohstoffe effizient zu nutzen. Hierzu werden bei der Produktion zum Beispiel beim Zuschnitt die Abfallmengen reduziert oder gänzlich vermieden. Ressourceneffizienz bedeutet also auch, eine entsprechende Produktplanung, sodass Recyclingfähigkeit, Langlebigkeit und Reparierbarkeit gegeben sind. Dies alles muss zu einer Kreislaufführung des Materials führen.

Um die Entwicklung der Ressourceneffizienz weiter anzuschieben hat die Bundesregierung das deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) verabschiedet. Mit dem Programm soll eine möglichst weitgehende Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Ressourceneinsatz sowie die Senkung der damit verbundenen Umweltbelastungen angestrebt werden. Ein wesentlicher Inhalt dieses Programms ist das Ziel, die Inanspruchnahme von Rohstoffen stark zu reduzieren. Dies ist möglich durch geeignete Abfallvermeidungsmaßnahmen.