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Hirschbäder Moor
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Hirschbäder Moor
Bohlenweg durch das Hirschbäder Moor
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Bild: Hirschbäder Moor (Ldkr. Waldshut)
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Hirschbäder Moor

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Hirschbäder Moor, Hochmoor zwischen Menzenschwand und Neuglashütten (Ldkr. Waldshut)

 
Bild: Hirschbäder Moor (Ldkr, Waldshut)
Hirschbäder Moor, Hochmoor bei Menzenschwand (Ldkr. Waldshut)
(© LUBW, Autor: J. Schaber)

Blick auf das Hirschbäder MoorHochmoor im Hochschwarzwald zwischen Menzenschwand und Neuglashütten. Nach der Schneeschmelze sind die Schlenken bis zum Rand mit Schmelzwasser gefüllt. Die Vegetation ist durch die Schneelast des vergangenen Winters noch flachgedrückt.


 
Bild: Hirschbäder Moor (Ldkr, Waldshut)
Hirschbäder Moor bei Menzenschwand (Ldkr. Waldshut)
(© LUBW, Autor: J. Schaber)

Im Flachwasser zwischen den abgestorbenen Fichten leuchtet das Scheidige Wollgras.

Das Hirschbäder Moor, auch Zweiseenblickmoor genannt liegt in 1275 - 1290 m.ü.NN auf der Bärhalde im Osten des Feldbergmassivs auf den Gemarkungen von St. Blasien und Feldberg. Das 5,1 ha große Moor liegt zwischen mehreren 1300 - 1318 m hohen Bergkuppen, nur wenige Meter unterhalb vom Kamm der Bärhalde. Es ist außer einigen kleineren Mooren auf dem Feldberg und auf der Grafenmatt das höchstgelegene Moor im Schwarzwald. Der südliche Teil des Moores entwässert nach Westen in das Menzenschwander Albtal, vom nördlichsten Teil des Moores zieht ein kleines Gerinne nach Norden in das Bärental. Die Entwässerung in zwei Himmelsrichtungen ist typisch für die im Mittelgebirge öfter vorkommenden Sattelhochmoore.

In der letzten Eiszeit (Würmglazial) war die Bärhalde vom Plateaugletscher des Feldbergs überdeckt. Nur weiter südlich ragten einzelne Bergkuppen als Nunatakker (= eisffreie Bergspitze) aus der Eisdecke. Beim Abschmelzen der Eismassen und beim Rückzug des über 300 m mächtigen Albtalgletschers konnten sich in den vom Eis ausgehobelten Mulden und hinter Moränenablagerungen kleine Seen und Tümpel bilden. In einem dieser kleinen Seen entstand als Verlandungsmoor der südliche Teil des Hirschbäder Moors. Auf dem Grund des maximal 2 - 4 m tiefen und nur etwa 3000 m² großen Sees lagerte sich im Präboreal vor ungefähr 11.000 Jahren zuerst eine ca. 20 cm dicke Schicht aus Ton und Tonmudde, darüber dann eine bis zu 2 m dicke Schicht aus organischer Mudde ab. In der Umgebung des Flachwassersees wuchsen Torfmoose (Sphagnen), die zusammen mit der Blasenbinse und mit Scheidigem Wollgras allmählich auch die Wasserfläche eroberten und den See überdeckten. Nach der völligen Verlandung des Sees wuchs das Moor durch die über Jahrtausende erfolgte Akkumulation der Torfmoose bis zu 5,3 m in die Höhe. Das ursprüngliche Seebecken erscheint dadurch heutzutage als fast ebene bis leicht konvex gewölbte Fläche, die bis zu 7,5 m über dem Felsgrund des ehemaligen Sees liegt.

Der Kernbereich des ca. 1,5 ha großen, baumfreien und größtenteils nur von Regenwasser ernährten Hochmoores ist vorwiegend mit Rasenbinse bewachsen. Dazu gesellen sich Rosmarinheide, Moosbeere, Scheidiges Wollgras, Rundblättriger Sonnentau und Torfmoose (Sphagnen). In einigen feuchten Schlenken wachsen auch Blasenbinsen  und Schlammseggen.

Der nördliche Teil des Hirschbäder Moores entstand unabhängig vom südlichen Teil. Hier entwickelte sich das Moor, indem die torfbildenden Moose unmittelbar auf dem felsigen Untergrund bis zu einer Mächtigkeit von 4 - 4,5 m aufwuchsen. Dieser Teil des Moores ist nur kleinflächig als Hochmoor ausgebildet, meist ist hier ein Übergangsmoor vorhanden. Im 19. Jh. wurde versucht, das Moor durch einige Gräben zu entwässern. Diese Gräben konnten neuerdings im Zuge von Maßnahmen zum Moorschutz und zur Wiedervernässung durch Sperren verschlossen werden.

Hinweise für Besucher: Das Hirschbäder Moor kann auf verschiedenen Wanderrouten vom Caritashaus auf dem Feldberg, vom Äulener Kreuz, von Neuglashütten oder von Menzenschwand aus erreicht werden. Durch den nördlichen Teil des Moores verläuft ein Bohlenweg, der einige Einblicke in das Moor und einen Blick auf einen der aufgestauten Gräben erlaubt. Einen Einblick in das große Hochmoor erhält man auch vom Wanderweg, der vom Zweiseenblick (Titisee/ Schluchsee) nach Süden zur Farnwitte führt (s. Bildergalerie).

Das Moor liegt im Naturschutzgebiet Feldberg.

Übersicht:

1 Hirschbäder Moor, Hochmoor zwischen Menzenschwand und Neuglashütten (Ldkr. Waldshut)