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Blindenseemoor
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Blindenseemoor
Ein Bohlenweg führt den Besucher durch das Moor
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Bild: Blindenseemoor (Schwarzwald-Baar-Kreis)
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Zwischen dem Kolk des Blindensees und dem Moorrand führt der Bohlenweg durch einen meist höherstämmigen Spirkenwald. Der Moorboden ist in diesem Bereich mit der bläulichgrünen Rauschbeere und der hellgrünen Heidelbeere bewachsen (Aufn. 2014).

Blindenseemoor:
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Übersicht

Blindenseemoor

 

Blindenseemoor zwischen Schönwald und Schonach (Schwarzwald-Baar-Kreis)

 
Bild: Blindenseemoor
Blindenseemoor zwischen Schönwald und Schonach (Schwarzwald-Baar-Kreis)
(© LUBW, Autor: J. Schaber)

Bedeutendes Hochmoor im Mittleren Talschwarzwald zwischen Schönwald und Schonach. Das Gebiet ist mit 28 ha Fläche der größte Hochmoor-Komplex im Mittleren Schwarzwald und Naturschutzgebiet seit 1960 (Aufn. September 2013).


 
Bild: Blindenseemoor, Windrad (Schwarzwald-Baar-Kreis)
Windkraft am Blindenseemoor
(© LUBW, Autor: J. Schaber)

Die naturnahe Idylle am Blindensee ist optisch und akustisch durch das etwa 250 m entfernte Windrad etwas beeinträchtigt (Aufn. 2013).

 
Bild: Blindenseemoor (Schwarzwald-Baar-Kreis)
Niedermoorrinne
(© LUBW, Autor: J. Schaber)

Die feuchte bis nasse Rinne ist über 500 m lang und zwischen 30 - 50 m breit. Die Torfmächtigkeit beträgt hier ungefähr 1,5 -2,5 m.

Das Blindenseemoor liegt in 985 -1002 m.ü.NN, ca. 2,5 km südwestlich von Schonach, auf der Gemarkung von Schönwald. Mit 28 ha Fläche ist es der größte Hochmoor-Komplex im Mittleren Schwarzwald. Der Moorkomplex besteht aus zwei sanft geneigten Hochmooren, die durch eine feuchte bis nasse 30 - 50 m breite und 500 m lange, baumfreie Niedermoorrinne voneinander getrennt sind (s. Karte).

Die Hochmoorflächen sind teils dicht, teils locker mit Moorkiefern (Spirken - Pinus rotundata) sowi mit einzelnen Moorbirken (Betula pubescens) bestanden. In der Feld- und Krautschicht wachsen Torfmoose, Rauschbeeren, Scheidiges Wollgras, Besenheide, Rosmarinheide und Moosbeere. Die Niedermoorrinne dagegen ist teils mit Seggen sowie örtlich mit Schmalblättrigem Wollgras (Eriophorum angustifolium), mit Fieberklee und mit Knabenkräutern bewachsen.

Das nördliche, etwa 5,5 ha große Hochmoor ist als Hangmoor mit einem Randgehänge zur Niedermoorrinne hin ausgebildet. Das südliche und mit 12 ha deutlich größere Hochmoor ist teils ein Sattelmoor, das im Westen über eine Wasserscheide zieht und teils ein Hangmoor, das im Nordosten ebenfalls mit einem Randgehänge an der Niedermoorrinne abschließt. Inmitten des südlichen Hochmoores liegt der kreisrunde, zu- und abflußlose Kolk des Blindensees. Nordöstlich vom See existiert ein ca. 0,2 ha großes, bis heute baumfrei gebliebenes Moorzentrum. Dort wächst in den Schlenken eines Bult-Schlenken-Systems die seltene Blasenbinse (Scheuchzeria palustris). Neben dem Rundblättrigen Sonnentau zählt sie zu den botanischen Kostbarkeiten des Gebiets (s. Bildergalerie).

Der Hochmoorkomplex ist auf weiten Strecken von einem schmalen Fichtenrandwald umsäumt. Nur im Westen reichen ehemals beweidete Hoch- und Übergangsmoorbereiche bis unmittelbar an den Rand des Moores. An einigen Stellen im nördlichen Teil des Moorkomplexes befinden sich alte, an den Torfstichkanten erkennbare, jedoch gut regenerierende Torfstiche. Trotz der Torfstiche und trotz eines längeren, randlich verlaufenden Grabens ist das Blindenseemoor das intakteste Hochmoor im Mittleren Schwarzwald. Es ist seit 1960 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das Blindenseemoor entstand als Versumpfungsmoor auf sandig-lehmig verwittertem Granit. Vor etwa 12.000 Jahren (ca. 10.000 - 9.500 v.Chr.) entwickelte sich zum Ende des Pleistozäns bei einem erneuten Temperaturrückgang in der Jüngeren Dryas mit dem Wachstum von Braunmoosen, Seggen, Schilf und Birken zuerst ein Niedermoor. Schon ungefähr 1 - 2 Jahrtausende später fand im Präboreal mit dem Wachstum von Torfmoosen (Sphagnen) der Übergang vom grundwasser-beeinflussten Niedermoor zu einem nur noch vom Regenwasser ernährten Hochmoor statt. Seither wuchs das Moor durch die Akkumulation der Torfmoose großflächig 3 - 5 m, östlich vom Blindensee 5 - 6 m und örtlich sogar über 7 m in die Höhe. Die maximale Torfmächtigkeit wurde bei systematischen Bohrungen (Hölzer, A., 1977) mit 7,34 m etwa 200 m östlich vom Blindensee ermittelt.

Hinweise für Besucher: Durch das südliche Hochmoor führt ein von Ausflüglern und Wanderern oft und gern begangener und mit Informationstafeln ausgestatteter Bohlenweg. Der Bohlenweg ist Teil des Schwarzwald-Westwegs. Der Weg führt auch am Ufer des von Sagen und Mythen umrankten Blindensees entlang. Dort laden auch einige Bänke zum Verweilen ein.

Anfahrt: Mit Bahn und Bus: Nach Triberg mit der Schwarzwaldbahn, von dort Buslinie 7270 Triberg - Furtwangen bis Haltestelle „Schönwald Inselklause". Von dort bis zum Küferhäusle ca. 1,7 km. Mit dem PKW: Von der B 500 zwischen Triberg und Schönwald in Richtung Westen nach Schwärzenbach/Weißenbach abbiegen, Parkmöglichkeiten z. B. am Naturfreundehaus Küferhäusle (s. Bildergalerie).


Kartenansicht Google Maps (weitere Bilder)

Literatur:

Hölzer, A,(1977): Vegetationskundliche und ökologische Untersuchungen im Blindensee-Moor bei Schonach, Dissertationes Botanicae, Vaduz.